UBS sieht schwarz für Schweizer Vorsorge

Die Grossbank zeichnet ein düsteres Bild des Drei-Säulen-Systems und regt dringende Reformen an.

Problem Überalterung: Generationengerechtere Lösungen sind gefragt. (Archiv)

Problem Überalterung: Generationengerechtere Lösungen sind gefragt. (Archiv) Bild: Christian Beutler/Keystone

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Der Gesundheitszustand des Schweizer Vorsorgesystems hat sich im zweiten und dritten Quartal des laufenden Jahres rasant verschlechtert. Den Vorsorgewerken macht gemäss der Grossbank UBS vor allem die Alterung der Bevölkerung zu schaffen. Nachhaltige Reformen für eine generationengerechte Lösung seien dringender denn je.

Der UBS-Vorsorgeindex, der die Gesundheit des Vorsorgesystems misst, sei im dritten Quartal auf den seit Messbeginn im Jahr 2005 bislang tiefsten Stand gefallen, teilte die UBS am Dienstag mit. Obwohl bereits im Jahr 2017 eine Verschlechterung zu erkennen war, habe diese in den letzten Monaten noch an Fahrt gewonnen. Der Pulsschlag des Drei-Säulen-Systems sei so schwach wie zuletzt nach den Turbulenzen der globalen Finanzkrise.

Steigende Lebenserwartung

Von den vier Subkomponenten, die im Vorsorgeindex betrachtet werden, geht derzeit der grösste negative Einfluss von der Demografie aus. Eine steigende Lebenserwartung und die vergleichsweise geringere Anzahl Kinder führten dazu, dass die Bevölkerung altert und der Anteil der über 65-Jährigen in den nächsten Jahren rasant zunehmen werde, warnen die UBS-Ökonomen. Das Ungleichgewicht zwischen Jung und Alt wächst somit weiter.

Demgegenüber sei die Wirtschaftslage in der Schweiz, mit einem von der UBS erwarteten Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent im laufenden Jahr, ein Lichtblick für die Vorsorgewerke. Doch diese Unterstützung bröckelt. Da die verschiedenen Komponenten des Subindex bereits seit einigen Quartalen auf immer neue Höchstwerte geklettert seien, nehme die Dynamik ab. Zudem habe der stärkere Franken die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz leicht belastet.

Schwache Finanzen

Insgesamt bleibt die Finanzlage des Vorsorgesystems schwach, was vor allem der schwindenden Nachhaltigkeit in der AHV zuschreiben ist. Da die Ausgaben nicht allein durch die Einnahmen gedeckt werden könnten, müssten aber auch in der 2. Säule die Kapitalerträge einen bedeutenderen Teil zur Finanzierung beisteuern, so die UBS. Das Problem dabei: Die an den Finanzmärkten erzielbaren Renditen dürften nicht mehr so hoch ausfallen wie 2017, da das Umfeld anspruchsvoller und volatiler werden dürfte.

Nachhaltige Reformen im Vorsorgesystem seien unabdingbar, kommen die Ökonomen zum Schluss. Und um eine generationengerechte Lösung zu finden, sei Eile geboten. Denn sobald die geburtenstarke Babyboomer-Generation im Rentenalter sei, werde die Sanierung die verhältnismässig kleinere Erwerbstätigengruppe noch stärker belasten. Den von der Politik in der Vorlage «AHV 21» vorgebrachten Lösungsvorschlägen stellen die Ökonomen kein gutes Zeugnis aus. Die Vorlage bringe keine nachhaltige Lösung und die bislang ohnehin schon zähe Diskussion um Reformmassnahmen dürfte weitergehen. (fal/sda)

Erstellt: 18.12.2018, 11:35 Uhr

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