SBB verliert zwei Fernverkehrsverbindungen

Das SBB-Monopol im Fernverkehr bröckelt. Das Bundesamt für Verkehr schlägt vor, dass die Bundesbahnen zwei Linien an die BLS abgeben.

«Für den Steuerzahler ist es günstiger»: BAV-Direktor Peter Füglistaler erklärt die Vorteile einer Aufhebung des SBB-Monopols. Video: Tamedia/SDA
Video: Alessandro della Valle/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die SBB soll zwei Fernverkehrslinien an die BLS abgeben. Das schlägt das Bundesamt für Verkehr (BAV) vor. Die BLS würde ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 die Verbindungen Bern-Biel und Bern-Burgdorf-Olten übernehmen.

Der grösste Teil des Fernverkehrsnetzes bleibt aber bei der SBB. Deren Konzession ist Ende 2017 abgelaufen. Im Hinblick auf die Erneuerung griff die BLS das bisherige SBB-Monopol an und bewarb sich um die Intercity-Linien Interlaken-Bern-Basel und Brig-Bern-Basel sowie um die RegioExpress-Linien Bern-Olten, Biel-Bern und Le Locle-Bern. Letzten Oktober entschied das BAV, die Fernverkehrskonzession der SBB zunächst um zwei Jahre zu verlängern. Damit bleibt vorerst alles beim Alten. Das BAV verschaffte sich aber ausreichend Zeit, um die verschiedenen Eingaben zu prüfen.

Kein Zuspruch für Intercity-Linien

Inzwischen musste die BLS den Start für die beiden Intercity-Linien um zwei Jahre verschieben. Basel-Interlaken könnte sie erst 2024 statt 2022 übernehmen, Basel-Brig ab 2025 statt 2023. Grund dafür ist, dass die Bahn nicht rasch genug neues Rollmaterial anschaffen kann. Auch der Halbstundentakt zwischen Bern und Le Locle könnte die BLS erst später einführen.

Die beiden RegioExpress-Linien Bern–Olten und Bern–Biel kann sie dagegen wie geplant ab 2020 betreiben. Aufgrund der Unsicherheiten auf den anderen Linien will das BAV der BLS nur diese beiden Verbindungen zusprechen.

Der Vorschlag geht bis am 23. Mai in die Anhörung bei den betroffenen Kantonen, Verkehrsverbünden, Transportunternehmen und Infrastrukturbetreiberinnen. Formell entscheiden will das BAV Mitte Juni. Die Konzession soll für 10 Jahre vergeben werden. Die beiden Bahnen hatten eine Konzessionsdauer von 15 Jahren beantragt. (nag/sda)

Erstellt: 19.04.2018, 13:50 Uhr

Artikel zum Thema

BLS muss warten – SBB behält vorerst Monopol beim Fernverkehr

Das Bundesamt für Verkehr vertagt den Entscheid über die Konzessionsvergabe. Die BLS muss noch ein Jahr lang warten. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Blog

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.