Zum Hauptinhalt springen

Zehntausende Schuss geordert, die nicht mehr auffindbar sind

So soll der Ex-Logistikchef der Kantonspolizei Schwyz interne Kontrollen umgangen haben – das zeigt eine Untersuchung.

Der langjährige Beamte orderte tausend Schuss, darunter verbotene Mannstopp-Munition.
Der langjährige Beamte orderte tausend Schuss, darunter verbotene Mannstopp-Munition.
Alexandra Wey, Keystone
Die Kantonspolizei Schwyz hatte dafür keine Verwendung, wie aus dem Bericht der Finanzkontrolle hervorgeht.
Die Kantonspolizei Schwyz hatte dafür keine Verwendung, wie aus dem Bericht der Finanzkontrolle hervorgeht.
Nathalie Guinand
1 / 2

Der langjährige Logistikchef der Kantonspolizei Schwyz hat «in zahlreichen Fällen Munition bestellt, für welche die Kantonspolizei keine Verwendung hat», schreibt die Schwyzer Finanzkontrolle in einem Bericht. Die Aufseher trugen total 60 Bestellungen im Wert von 180'000 Franken zusammen.

«Die gelieferte Munition ist mit Ausnahme von drei Kisten intern nicht auffindbar», so die Prüfer. Man müsse davon ausgehen, dass der Mann die Patronen «für den privaten Gebrauch» bestellt habe. Unter den Bestellungen war auch für Private verbotene Mannstopp-Munition mit hoher Durchschlagskraft.

«Bestellungen wurden vielfach bewusst unter der Schwelle für ein Zweitvisum gehalten, zum Teil nachträglich abgeändert und die Zustellung direkt zum Beschuldigten umgeleitet, damit nichts auffällt», sagte Roland Pfyl am Mittwoch vor den Medien. Der Leiter der Finanzkontrolle spricht von einer «betrügerischen» Vorgehensweise.

Pistolen nicht bezahlt

Ebenso hat der zivile Mitarbeiter der Polizei neun alte Dienstwaffen der Kapo übernommen, ohne die dafür vorgeschriebene Prozedur einzuhalten. Es sei davon auszugehen, dass der Ex-Leiter Logistik die Pistolen nicht bezahlt und damit den Kanton geschädigt habe.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit Anfang Jahr gegen den Logistikchef. Fahnder hatten den ihn am 22. Februar verhaftet und bei ihm zu Hause eine Vielzahl von Schusswaffen beschlagnahmt. Der Vorwurf lautet auf Verletzung des Kriegsmaterial- oder des Waffengesetzes. Die Kantonspolizei hatte Strafanzeige eingereicht und ihn am selben Tag freigestellt.

Im Darknet aktiv

Der Hinweis dazu war aus Süddeutschland gekommen. Fahnder in Konstanz ermittelten gegen einen jungen süddeutschen Waffennarren, der über das Darknet mit Schusswaffen handelte. Dabei stiessen die Polizisten darauf, dass auch der Logistikchef in diese Waffengeschäfte verwickelt war. Der Schwyzer soll ebenfalls Zugriff auf den entsprechenden Darknet-Account gehabt haben. Die beiden hatten sich an einer Militaria-Messe kennen gelernt.

Der Ex-Beamte, für den die Unschuldsvermutung gilt, hat die Vorwürfe bestritten, aber bisher nicht im Detail Stellung genommen. Das Verfahren bei der Bundesanwaltschaft ist laut einer Sprecherin nach wie vor hängig.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch