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ProbefahrtSex-Appeal mit Substanz

Als Seat Leon bekommt der Modulare Querbaukasten von Volkswagen, auf dem der neue VW Golf 8 basiert, einen völlig anderen Charakter. Und das tut ihm gut.

Die vierte Generation des Seat Leon rollt in den nächsten Wochen ab 24’950 Franken auf die Strasse.
Die vierte Generation des Seat Leon rollt in den nächsten Wochen ab 24’950 Franken auf die Strasse.
Foto: Seat
Obwohl er auf dem Golf 8 basiert, wirkt der Seat Leon dynamischer als sein Wolfsburger Pendant.
Obwohl er auf dem Golf 8 basiert, wirkt der Seat Leon dynamischer als sein Wolfsburger Pendant.
Seat
Topmodern und «always on»: Das Cockpit des neuen Seat Leon.
Topmodern und «always on»: Das Cockpit des neuen Seat Leon.
Seat
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Bislang war Golf zwar ein vornehmer und hoch angesehener Sport, aber so richtig viel Sex-Appeal haben die Spieler nicht ausgestrahlt. Doch wenn Ende Monat zu Bruttopreisen ab 24’950 Franken (Leon Sportstourer ab 29’400 Franken mit 130 PS) die vierte Generation des Seat Leon auf den Golfplatz stürmt, dann sieht die Sache ein wenig anders aus. Denn mit viel Lust und Leidenschaft beweisen die Spanier einmal mehr, dass man aus dem Modularen Querbaukasten nicht nur einen Alltagswagen wie den Wolfsburger Bestseller konstruieren kann, sondern auch einen feurigen Verführer, der uns nördlich der Alpen den Kopf verdreht wie ein Tango-Pärchen beim nächtlichen Tanz auf den Ramblas.

Aber so fesch der Leon mit seinem aufreizenden Gesicht, den muskulösen Flanken und der knackigen Kehrseite gezeichnet ist und so feurig er schon mit dem 150-PS-Benziner fährt, so lustvoll er mit direkter Lenkung um die Kurve dreht und so schnell er (dem adaptiven Fahrwerk im Sportmodus sei Dank) das Blut bei einer Ausfahrt auf einer Rennstrecke zum Kochen bringt – er hat nicht nur Sex-Appeal, sondern auch Substanz.

Neue Antriebsvielfalt

Deshalb gibt es zum leidenschaftlichen Design viel schlaue Technik: Das beginnt bei den Antrieben, die vorerst mit Drei- und Vierzylindern ein Spektrum von 110 bis 150 PS abdecken und mit Benzinern und Dieseln, Mild- und Plug-in-Hybriden mit bis zu 60 Kilometern elektrischer Reichweite sowie einer Erdgas-Umrüstung mehr Vielfalt bieten als die meisten Konkurrenten. Das führt aber auch über die Assistenten bis hin zum nahezu autonomen Autobahnfahren, und das endet beim Ambiente, das ähnlich wie beim Golf einen grossen Schritt hin zur Digitalisierung macht. Denn auch der Leon bekommt ein komplett neues und entsprechend aufgeräumtes Cockpit mit virtuellen Instrumenten, einem grossen Touchscreen und den Sensorfeldern drum herum, die so viele Taster ersetzen. Und natürlich ist auch der Leon «always on», verbindet sich nahtlos mit dem Smartphone, navigiert online und lässt sich mit allerlei Apps anreichern.

Zudem bietet er mehr Platz als bisher: Um 9 Zentimeter auf 4,37 Meter gewachsen und im Radstand um 5 Zentimeter gestreckt, reicht der Platz auf der Rückbank nun deutlich über das Vorschulalter hinaus. Und wem das nicht genügt, der bekommt den Leon gegen Aufpreis auch wieder als Kombi mit einem nochmals gewachsenen Kofferraum. Denn während es für den Fünftürer bei einem Fassungsvermögen von 380 Litern bleibt, legt das Ladevolumen des ST-Modells schon bei aufrechter Rückbank um 30 Liter zu und misst nun 620 Liter.

Zwar wissen die Spanier um ihre Verführungskünste. Doch sie kennen auch die Eigenheit ihrer wichtigsten Exportkunden im nördlichen Europa. Und weil man diese nicht allein mit dem Herzen ködern kann, haben sie den neuen Leon nicht nur scharf gezeichnet, sondern auch spitz gerechnet: Bei identischer Motorisierung ist der Leon deshalb immer etwas günstiger als ein VW Golf.

2 Kommentare
    Jürgen Baumann

    Und wieder wird uns ein brandneues Modell mit integriertem Luftanreichungsmodul als erstrebenswert angedient. Günstig in der Anschaffung, aber genial gestaltet über den Lebenszyklus, damit sich alle naselang ein Techniker über alles zwischen Einfüllstutzen und Auspuff beugen kann und diese Aktivität dann 80% der Kosten auf der Servicerechnung ausmachen - zuzüglich Kleinteile und MwSt. Und es sichert dem Käufer auch weiterhin das Wohlwollen der ganzen Treibstoffindustrie, die Gelder in abenteuerlichen Dimensionen in instabile Weltgegenden mit mittelalterlich geprägten Regimen verschiebt, wo dann die lokalen Prinzchen ihr Mütchen in kleinen und grossen Schlachten kühlen können. Denen dürfen wir dann auch mit Präzisionserzeugnissen aus Schweizer Waffenschmieden zu Hilfe kommen und die damit generierten Flüchtlinge halten dann unsere Grenzwächter und sogenannten bürgerlichen Politiker fit. So gesehen geradezu ein Schnäppchen bei der damit verbundenen Wertschöpfungskette. Warum denn auch den lokalen Stromanbieter berücksichtigen, der günstigen und vernünftig produzierten Strom anbieten kann für einen elektrischen Antrieb, damit das Geld im Land bleibt? Oder dem lokalen Solarteur einen Auftrag geben, damit der Strom vielleicht sogar an der eigenen Immobilie erzeugt werden kann und gar noch den eigenen Mietern angeboten werden kann als Erweiterung des eigenen Portfolios? Da sind ja alles absurde Träume ... ausser man setzt sie um. Und da gibt es inzwischen genug Beispiele. Also, wer hier zugreifen will - schlaft mal eine Nacht drüber. Die nächste Generation wird es danken.