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Ex-Boxer als BürgermeisterSo rettet Klitschko Kiew vor der Corona-Krise

Die ukrainische Hauptstadt, in der der Ex-Boxer Witali Klitschko als Bürgermeister im Amt ist, beklagte bis jetzt nur 15 Corona-Tote.

Ex-Boxer Witali Klitschko ist Bürgermeister von Kiew und ist mitverantwortlich für die tiefen Fallzahlen in der ukrainischen Hauptstadt.
Ex-Boxer Witali Klitschko ist Bürgermeister von Kiew und ist mitverantwortlich für die tiefen Fallzahlen in der ukrainischen Hauptstadt.
Keystone/Gaetan Bally
Bis jetzt verzeichnet die Stadt 15 Pandemie-Tote. Der Bürgermeister sagt: «Bereits Ende Januar bildeten wir eine Corona-Arbeitsgruppe und kaufen seither Beatmungsgeräte.»
Bis jetzt verzeichnet die Stadt 15 Pandemie-Tote. Der Bürgermeister sagt: «Bereits Ende Januar bildeten wir eine Corona-Arbeitsgruppe und kaufen seither Beatmungsgeräte.»
Getty Images/dan Kitwood
Auch sein Bruder Wladimir Klitschko (links) zählt zu den besten Boxern der Geschichte.
Auch sein Bruder Wladimir Klitschko (links) zählt zu den besten Boxern der Geschichte.
Getty Images/Richard Heathcote
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Witali Klitschko machte nicht nur im Ring eine gute Figur, sondern weiss sich auch auf dem Stuhl eines Bürgermeisters zu behaupten. Das zeigt die derzeitige Corona-Krise. Die ukrainische Hauptstadt Kiew, der Klitschko als Oberhaupt vorsteht, hat bis anhin erst 15 Pandemie-Tote zu verzeichnen.

Diese vergleichsweise tiefe Zahl ist nicht zuletzt dem mehrfachen Ex-Boxweltmeister zu verdanken, wie der «Telegraph» berichtet. Der 48-Jährige, der seit sechs Jahren Bürgermeister von Kiew ist, habe frühzeitig auf das Virus reagiert.

Partnerstadt von Wuhan

Klitschko sagte der britischen Zeitung: «Bereits Ende Januar bildeten wir eine Corona-Arbeitsgruppe und kaufen seither Beatmungsgeräte.» Die ersten Pandemie-Massnahmen habe die Stadt am 11. März ergriffen und dann bis am 17. März drastisch verschärft.

«Bis Ende März wurden bei uns sieben Krankenhäuser als spezielle Coronavirus-Einrichtungen vorbereitet», so der ehemalige Spitzenboxer, der 2014 seinen definitiven Rücktritt verkündet hatte. Jetzt gebe es 14 solcher Krankenhäuser, die bis zu 1700 Infizierte aufnehmen könnten.

Kiew ist menschenleer. (Foto: Keystone)

Zudem hat Kiew eine Partnerschaft mit der chinesischen Stadt Wuhan, dem ursprünglichen Brandherd des Coronavirus. «Wir haben die Experten in unserer Partnerstadt früh kontaktiert. Freundlicherweise haben sie mit uns Fachwissen und Methoden geteilt, die ihnen geholfen haben, die Ausbreitung des Virus einzudämmen», erzählte der Ukrainer.

Die Experten aus Wuhan hätten ihnen auch Tipps gegeben, wie Ärzte und Krankenschwestern besser geschützt werden könnten. «Wir haben ihre Empfehlungen in unseren Entscheiden stets berücksichtigt», so Klitschko.

Parallelen zum Sport

Die Zahlen aus der Ukraine können nicht eins zu eins mit den hiesigen Statistiken verglichen werden, da im osteuropäischen Land insgesamt wohl markant weniger Corona-Tests durchgeführt werden. Trotzdem scheinen die zeitigen Massnahmen von Klitschko in Kiew gefruchtet zu haben.

«Die Verantwortung ist enorm. Wir sprechen hier über die Gesundheit von Millionen von Menschen», sagte er, und verglich den Kampf gegen das Virus auch mit dem Sport. Der Wille zu gewinnen, die Beharrlichkeit im Angesicht von grössten Schwierigkeiten und die Bereitschaft, mit Händen und Füssen zu kämpfen, seien im öffentlichen Dienst ebenso wichtig wie im Sport.

«Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange ununterbrochen arbeiten kann. Und ich weiss nicht, wann wir wieder ins normale Leben zurückkehren können. Aber ich glaube fest daran, dass wir diese Pandemie bewältigen», sagt Klitschko.