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Nach Tod von ArtgenossenSo soll eine der letzten weissen Giraffen vor Wilderern beschützt werden

Nach dem Tod eines Weibchens und seines Kalbs wollen Tierschützer weitere Übergriffe verhindern. Ein Gerät an einem der Hörner soll dabei helfen.

Eine seltene Erscheinung: Die Tiere leiden Forschern zufolge an einer Defekt-Mutation namens Leuzismus.
Eine seltene Erscheinung: Die Tiere leiden Forschern zufolge an einer Defekt-Mutation namens Leuzismus.
Foto: NRT

Um das Wohlergehen einer der letzten bekannten weissen Giraffe auf dem Planeten sicherzustellen, haben Naturschützer das Jungtier mit einem Ortungsgerät ausgestattet. Das teilte der Northern Rangelands Trust am Dienstag mit.

Das Gerät wurde am 8. November an einem der Hörner des Tieres befestigt. Die Aufseher im Wildtierreservat Ishaqbini Hirola im Osten Kenias, wo das Tier lebt, erhalten nun stündlich dessen genaue Standortdaten. Das Männchen soll dadurch vor Wilderern beschützt werden.

Im März dieses Jahres waren die Skelette einer Giraffenmutter und ihres Kalbs im Reservat entdeckt worden. Schätzungen zufolge lagen die Knochen bereits mehrere Monate dort. Tierschützer vermuteten Wilderer oder feindliche Milizen hinter der Tat.

Naturschützer befestigten ein Ortungsgerät an einem Horn der Giraffe.
Naturschützer befestigten ein Ortungsgerät an einem Horn der Giraffe.
Foto: NRT 

Forscher vermuten, dass die weissen Giraffen unter einer Defekt-Mutation namens Leuzismus leiden. Diese führt bei Tieren dazu, dass Fell und Federn weiss und die darunterliegende Haut rosa sind, weil die Haut keine Melanozyten, also farbstoffbildende Zellen, enthält. Im Unterschied zum Albinismus produzieren beim Leuzismus jedoch manche Organe durchaus Farbpigmente, weshalb die Augen der weissen Giraffen dunkel sind.

Gemäss Schätzungen der African Wildlife Foundation ist die Giraffenpopulation in den letzten 30 Jahren um 40 Prozent zurückgegangen. Für diesen Rückgang verantwortlich sind auch die Wilderei und der Wildtierhandel. Auch in der Wildnis sind die Zahlen der Tiere rückläufig, da deren Lebensräume kleiner werden. Während eine durchschnittliche Herde im späten 19. und im 20. Jahrhundert noch 20 bis 30 Giraffen zählte, beinhaltet sie heute weniger als 6 Tiere.

sho/sda

2 Kommentare
    A. Kiraly

    Traurig, einfach nur traurig. Und in einem anderen Artikel vor ein paar Tagen wird darüber nachgedacht wie wir in Zukunft noch ein paar Milliarden Menschen mehr ernähren sollen/wollen/müssen. Jawohl, wir sind die Spitze der Evolution, einfach weiter vermehren und Lebensraum in Beschlag nehmen. Ist ja unser Menschenrecht, nicht wahr...