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Keine Bussen auf der PanzerpisteSperrung der Panzerpiste wird weitgehend missachtet

Vor zwei Wochen hat das Militär die Panzerpiste für die Öffentlichkeit gesperrt. Wirklich daran halten tut sich die Öffentlichkeit allerdings kaum. Was auch nicht geahndet wird.

Eigentlich ist die Panzerpiste gesperrt. Längst nicht alle halten sich allerdings daran.
Eigentlich ist die Panzerpiste gesperrt. Längst nicht alle halten sich allerdings daran.
Johanna Bossart

Die Panzerpiste zwischen Bülach und Kloten wird – anders als es ihr Namen vermuten liesse – primär von Fussgängern, Skatern und Velofahrern genutzt. Die rund 5 Kilometer lange Strecke ist äusserst beliebt, denn für den motorisierten Verkehr ist die Benützung verboten. Dadurch ist die Piste ein seltener Weg mit strassenähnlichem Untergrund, auf dem man aber keinen Lastwagen, Autos und Motorrädern Platz lassen muss.

Naheliegend, dass die Strecke gerade jetzt gerne genutzt werden möchte, um aus den eigenen vier Wänden auszubrechen und dabei trotzdem das Social Distancing einzuhalten. Doch dem hat die Armee vor zwei Wochen einen Riegel geschoben: Der Waffenplatz Bülach und die Panzerpiste sind derzeit für die Öffentlichkeit gesperrt. Rund um das Gelände wurden Verbotsschilder angebracht, die darauf aufmerksam machen, dass der Öffentlichkeit die Nutzung der Strecke derzeit nicht erlaubt ist. «Auf dem Waffenplatz sind verschiedene Truppen zusammengezogen, die sich für allfällige Einsätze schweizweit im Zusammenhang mit der Corona-Krise bereithalten», erklärt Armeesprecherin Delphine Allmand den Hintergrund der Sperrung.

Wegweisen ja, Bussen nein

Die Wirksamkeit der Verbotsschilder ist jedoch bestenfalls als mässig zu bezeichnen. Am vergangenen Wochenende waren ab der Höhe des Rega-Gebäudes in Kloten zahlreiche Hündeler, Spaziergänger, Skater, Velofahrer und Familien mit Kindern unterwegs, die das warme Frühlingswetter genossen. Und auch unter der Woche erfreut sich die Panzerpiste grosser Beliebtheit. «Die Leute halten sich generell nicht an die Sperrung», bestätigt Allemand.

Die Armee nimmt die Verstösse gegen das Verbot bisher allerdings gelassen. «Wir bemühen uns, die Leute darauf hinzuweisen, dass die Sperrung gilt. Und wir weisen sie höflich weg.» Die Armee plant aber nicht, ihre Präsenz zu erhöhen und etwa mehr Kontrollen durchzuführen oder grosse Blockaden zu installieren. «Die Einrichtung von bewachten Barrieren oder ein verstärkter Patrouillendienst sind nicht geplant, weil das nicht die Aufgabe der Armee ist.» Für das Militär gehe es vor allem darum, die eigenen Truppen zu schützen und auszubilden.

Auch Bussen wurden bisher keine ausgesprochen. Und dabei wird es wohl auch bleiben. «Personen, die gegen die Sperrung verstossen, zu büssen oder sonst zu ahnden, ist Aufgabe der Polizei, nicht der Armee», hält Allemand fest. Die Polizei ihrerseits erklärt aber auf Anfrage nur, das Verbot des Geländes sei Sache der Armee.

Ende der Sperrung ist nicht abzusehen

Die Sperrung der Panzerpiste ist also derzeit ein Papiertiger. Trotzdem will die Armee daran weiterhin festhalten. «Die Armee befolgt die Empfehlungen des Bundes, und diese sind abhängig von der gesundheitlichen Situation in der Schweiz. Die Dauer der Sperrung ist also nicht abzusehen», sagt die Armeesprecherin.