Frankfurts Europa-Märchen endet als Drama

Nach grossem Kampf verlieren die Deutschen das Penaltyschiessen gegen Chelsea. Im Final kommt es zum Londoner Derby.

Chelsea gewinnt durch Hazard gegen Frankfurt nach Penaltyschiessen und zieht in den EL-Final ein. Somit kommt es am 29. Mai in Baku zu einem Londoner Derby. (Video: SRF)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Chelsea besiegte mit höchster Mühe Eintracht Frankfurt. Die Entscheidung in London fiel nach einem 1:1 nach Verlängerung erst im Penaltyschiessen, in dem Frankfurt sogar noch in Führung ging. Arsenal gewann in Valencia mit 4:2 auch das Rückspiel, nachdem es in London 3:1 gewonnen hatte.

England hat noch nie alle vier Finalisten gestellt, und auch keiner anderen grossen Fussballnation ist dies jemals gelungen. Zu den Zeiten des Meistercups, bis 1992, war dies indessen nicht möglich, weil jedes Land jeweils nur durch den Meister vertreten wurde.

Die Frankfurter, bei denen Gelson Fernandes auf der Bank blieb, liessen sich vor der Pause dominieren. Aber danach erarbeiteten sie sich gegen den Dritten der Premier League immer mehr gute Chancen. Millionenstürmer Luka Jovic benötigte nur eine gute Möglichkeit, um Chelseas Führungstor von Ruben Loftus-Cheek (28.) auszugleichen. Mitspieler Ante Rebic jubelte, als Rebic mit dem Ball gegen das Tor zog.

Video: Loftus-Cheek schiesst das 1:0 für Chelsea

In der 28. Minute fällt das erste Tor in der Europa-League-Partie Chelsea gegen Eintracht Frankfurt. (Video: SRF)

Im ersten Teil Verlängerung stand die Eintracht zweimal seht nahe an der Führung, aber beide Versuche des eingewechselten, zuletzt angeschlagen gewesenen Sébastien Haller wurden von Verteidigern für den geschlagenen Goalie Kepa Arrizabalaga abgeblockt.

Video: Eintracht Frankfurt vergibt Riesenchance

David Luiz rettet für den Torwart von Chelsea mit dem rechten Schienbein. (Video: SRF)

Für Chelsea wird der Triumph in der Champions League von 2012 einstweilen noch das Highlight der Klubgeschichte bleiben. Aber die Mannschaft von Trainer Maurizio Sarri könnte zum zweiten Mal nach 2013 die Europa League für sich entscheiden.

Arsenal souverän

Nach dem Führungstor des Franzosen Kevin Gameiro durfte Valencia hoffen, gegen Arsenal das 1:3 aus dem Hinspiel wettzumachen. Aber Arsenals ausgezeichnetes Sturmduo sorgte alsbald für Ernüchterung. Pierre-Emerick Aubameyang und Alexandre Lacazette, die in der Premier-League-Saison zusammen 33 Mal getroffen haben, wendeten das Blatt mit je einem Tor nach schönen Einzelleistungen. Dazwischen scheiterte der Franzose am Pfosten.

Valencia, als Dritter der Champions-League-Gruppe mit YB in die Europa League gelangt, hätte jetzt schon vier Tore erzielen müssen. Es reichte noch zum zeitweiligen Ausgleich zum 2:2, den erneut Gameiro erzielte. Aber elf Minuten später beseitigte Aubameyang die letzten Zweifel - bevor der Gabuner noch zum dritten Mal traf.

Video: Die Highlights der Partie in Valencia

Aubameyang schiesst Arsenal fast im Alleingang nach Baku in den Final. (Video: Teleclub)

Der FC Arsenal, bei dem Granit Xhaka die ganze Partie bestritt, hat nun die Chancen auf den dritten europäischen Titel seiner Geschichte. Die Londoner gewannen 1970 den UEFA-Cup (damals Messestädte-Cup) und 1994 den Cupsieger-Cup.

Die Telegramme:

Chelsea - Eintracht Frankfurt 1:1 (1:0) n.V. - Chelsea 4:3-Sieger im Penaltyschiessen.
40'853 Zuschauer. - SR Hategan (ROU).
Tore: 28. Loftus-Cheek 1:0. 49. Jovic 1:1. - Penaltyschiessen: Haller 0:1, Barkley 1:1; Jovic 1:2, Azpilicueta (gehalten); De Guzman 1:3, Jorginho 2:3; Hinteregger (gehalten), David Luiz 3:3; Paciencia (gehalten), Hazard 4:3.
Chelsea: Kepa Arrizabalaga; Azpilicueta, David Luiz, Christensen (74. Zappacosta), Emerson; Kovacic, Jorginho, Loftus-Cheek (86. Barkley); Willian (62. Pedro), Giroud (96. Higuain), Hazard.
Eintracht Frankfurt: Trapp; Da Costa, Abraham, Hinteregger, Falette; Hasebe, Rode (70. De Guzman); Rebic (90. Haller), Gacinovic (118. Paciencia), Kostic; Jovic.
Bemerkungen: Chelsea ohne Kanté, Rüdiger, Hudson-Odoi, Van Ginkel und Ampadu (alle verletzt). Frankfurt ohne Fernandes (Ersatz), Stendera und Tawatha (beide verletzt).

Valencia - Arsenal 2:4 (1:1)
SR Makkelie (NED). - Tore: 11. Gameiro 1:0. 17. Aubameyang 1:1. 50. Lacazette 1:2. 58. Gameiro 2:2. 69. Aubameyang 2:3. 88. Aubameyang 2:4.
Valencia: Neto; Piccini (56. Soler), Garay, Gabriel, Gaya; Wass, Parejo, Coquelin, Guedes (72. Torres); Rodrigo (72. Mina), Gameiro.
Arsenal: Cech; Monreal, Sokratis, Koscielny; Maitland-Niles, Torreira (80. Guendouzi), Xhaka, Kolasinac (71. Mustafi); Özil (62. Mchitarjan); Lacazette, Aubameyang.
Bemerkungen: Valencia ohne Tscheryschew und Kondogbia (beide verletzt). Arsenal ohne Lichtsteiner (nicht im Aufgebot), Ramsey, Welbeck, Holding, Suarez und Bellerin (alle verletzt). 40. Pfostenschuss Lacazette.

(erh/sda)

Erstellt: 10.05.2019, 00:30 Uhr

Artikel zum Thema

Frankfurts Traum lebt weiter

Video Adi Hütters Team spielt zuhause gegen den FC Chelsea 1:1. Arsenal bezwingt Valencia klar. Mehr...

So präzise bereitet Xhaka das 2:1 für Arsenal vor

Video Der Schweizer Nationalspieler leitet beim 3:1-Heimsieg gegen Valencia mit einer perfekten Flanke den Führungstreffer ein. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare