Poisson prallte mit hohem Tempo gegen Baum

Der französische Skifahrer hatte erst einen Ski verloren und fuhr dann durch ein Sicherheitsnetz. Der Unfall könnte auf schlechte Sicherheitsvorkehrungen zurückzuführen sein.

Unfall-Tod auf der Piste: David Poisson im Jahr 2003 in Kitzbühel nach einem Super-G-Rennen.

Unfall-Tod auf der Piste: David Poisson im Jahr 2003 in Kitzbühel nach einem Super-G-Rennen. Bild: Alexander Klein/Keystone

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Gemäss ersten Erkenntnissen zum Unfallhergang verlor David Poisson im untersten Teil der Trainingsstrecke in Nakiska in einer Kompression einen Ski. Danach flog der 35-jährige Franzose durch das Sicherheitsnetz und prallte mit immer noch hohem Tempo gegen einen Baum, wie der französische Skiverband heute bekanntgab. «Als wir an der Unfallstelle ankamen, konnten wir nur noch den Tod dieser Person feststellen», so ein Sprecher der medizinischen Rettungskräfte. Wiederbelebungsversuche des Rettungsteams blieben ohne Erfolg.

Ein ausländischer Funktionär, der sich derzeit mit seinem Team in Copper Mountain (Colorado) befindet, versteht das. «Es kann ja auch hier etwas Schlimmes passieren, aber auf jeden Fall ist Copper Mountain die einzige Trainingsstrecke, die mit sehr viel widerstandsfähigeren A-Netzen abgesichert ist», sagt er. «Und ich weiss aus eigener Erfahrung, dass es in Nakiska bezüglich der Sicherung besonders kritisch ist, weil dort einige B-Netze lediglich ein knapper Meter hinter der Waldgrenze stehen.»

«Gemeinsame Verarbeitung»

Wie Swiss-Ski mitteilte, trainierten Beat Feuz, Patrick Küng, Mauro Caviezel, Marc Gisin und Gilles Roulin zum Zeitpunkt des Unglücks auf der gleichen Piste wie das französische und auch italienische Team. «Während die Franzosen auf der Hauptpiste ein Speed-Training absolvierten, fuhren unsere Athleten auf einer Nebenpiste frei Ski. Poissons Sturz sah keiner. Doch natürlich haben alle mitbekommen, dass etwas passiert sein muss. Einer sah dann auch, wie der Rettungsschlitten wegfuhr», so Cheftrainer Thomas Stauffer, der selber nicht vor Ort war und erst am Montagabend in Calgary gelandet war.

Das Swiss-Ski-Fahrerquintett mit dem Betreuerstab war am Samstagabend in Nakiska angekommen. Am Sonntag setzten die meisten Schweizer noch mit dem Skitraining aus, am Montag wäre die Speed-Einheit erst nach den Franzosen angesetzt gewesen. Stattdessen galt die Konzentration der Athleten danach der gemeinsamen Verarbeitung der Geschehnisse, wofür auch professionelle Hilfe aus der Schweiz hinzugezogen wurde. «Das ist ganz individuell, wie das die Athleten handhaben», sagt Stauffer. Wer wolle, der könne auf psychologische Betreuung aus der Schweiz zurückgreifen, so der Berner Oberländer.

Eineinhalbjähriger Sohn

Wann und wo die Vorbereitung auf die Saison fortgesetzt wird, ist noch offen. «Im Moment kann ich noch nichts sagen», sagt Cheftrainer Stauffer, der sich zunächst vor Ort in Nakiska ein Bild machen will. Klar ist aber, dass das Schweizer Männer-Team vor dem Weltcup-Auftakt der Speed-Fahrer von Ende nächster Woche im nahe gelegenen Lake Louise auch noch ein Trainingscamp in Panorama eingeplant hat.

WM-Bronzemedaillengewinner David Poisson ist gestern bei einem Trainings-Sturz ums Leben gekommen. Er hatte sich in Nakiska auf den Speed-Auftakt in Lake Louise vorbereitet. Der 35-Jährige war Vater eines eineinhalbjährigen Sohnes. (kfi)

Erstellt: 14.11.2017, 07:53 Uhr

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