Wie Federer die Zukunft des Davis-Cups lenken könnte

Gerard Piqué braucht den Schweizer, um seinen neuen Finalevent 2019 zu lancieren. Doch es kollidieren Interessen.

Kann es sich Piqué leisten, bei der Premiere Federer nicht dabeizuhaben? Nein.

Kann es sich Piqué leisten, bei der Premiere Federer nicht dabeizuhaben? Nein. Bild: Keystone

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Während sich Roger Federer in Übersee auf die zweite Austragung seines Laver-Cups in Chicago (21. bis 23. September) vorbereitet, wird hinter den Kulissen heftig diskutiert. Zwischen Gerard Piqué, dem neuen Drahtzieher im Tennis, der Spitze des Internationalen Tennis­verbands (ITF), und der ATP, der Profivereinigung der ­Männer. Die Zeit drängt.

An diesem Wochenende gehen im Davis-Cup die Halbfinals und die Abstiegsspiele wie in Biel Schweiz gegen Schweden über die Bühne, am 26. werden bereits die Vorrundenbegegnungen des Nachfolgewettbewerbs ausgelost.

Bis da müssen auch die zwei Wildcards für das Finalturnier 2019 vergeben sein. Und die grosse Frage, die auch Schweizer Tennisfans interessiert, lautet: Kann es sich Piqué leisten, bei der Premiere Federer nicht dabeizuhaben? Es kann eigentlich nur eine Antwort geben: nein. Federer ist das Gesicht des Tennis und würde dem Event, der gross aufgezogen werden soll, die nötige Publizität verschaffen.

Konkurrenz zum Laver-Cup

Unabhängig vom Ausgang des Duells gegen Schweden wäre die Schweiz, aktuell die Nummer 9 im Ranking, im Februar bei der Vorrunde dabei. Doch dass Federer und Stan Wawrinka dann spielen, kann fast ausgeschlossen werden. Und eine sportliche Niederlage der Schweizer würde dann bedeuten, dass sie im Finalturnier nicht vertreten sind.

Eine Wildcard für die Schweiz könnte die Teilnahme des 20-fachen Major-Siegers ermöglichen. Die gäbe es aber wohl nur, wenn sich Piqué mit ­Federer einigen könnte – natürlich gegen eine Startgarantie. Rund zehn Millionen Dollar will Piqués Kosmos-Gruppe investieren, damit die Topstars dabei sind.

Es wäre reizvoll, Federer und vielleicht auch Wawrinka nochmals um den Davis-Cup-Pokal spielen zu sehen. Das Problem ist nur, dass Federer und sein Manager Tony Godsick wenig begeistert sind von diesem Finalturnier, weil es ihren Laver-Cup konkurrenziert. Umso mehr, weil Piqué kundtat, dass er es gerne in den September vorziehen möchte. Dann würden das Davis-Cup-Finalturnier und der Laver-Cup, der 2019 in Genf steigt, aufeinander folgen. Und viele Spieler würden sich für das eine oder andere entscheiden müssen.

Ein letztes Mal im alten Format

Noch ist aber nicht klar, ob der Davis-Cup-Event nächstes Jahr im September oder im November stattfindet. Auch das muss in den nächsten zwölf Tagen entschieden werden. Vielleicht könnte Federer mit der Zusage fürs Davis-Cup-Finalturnier das Datum beeinflussen. Klar scheint nun immerhin der Austragungsort, die Caja Màgica in Madrid.

Derweil hinter den Kulissen einiges abgeht, kämpft die zweite Schweizer Garde ab heute gegen Schweden um Punkte für die Weltrangliste, die relevant ist für Setzung und Teilnahme an der neuen Vorrunde. Ein letztes Mal spielen die Schweizer nach altem Format über drei Gewinnsätze, das für so viele sportliche Dramen gesorgt hat. Da kommt Wehmut auf.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 14.09.2018, 09:22 Uhr

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