«Die Saison breche ich sicher nicht ab»

Nach Iouri Podladtchikov muss auch David Hablützel seine Teilnahme am Snowboard-Halfpipe-Wettbewerb absagen.

Hiobsbotschaft für Olympia-Hoffnung vom Zürichsee: Drei Tage nach dem Forfait von Iouri Podladtchikov muss sich auch der Halfpipe-Spezialist aus Zumikon, David Hablützel, aus medizinischen Gründen von den Olympischen Spielen zurückziehen.
Video: SDA

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Nächster Ausfall im Schweizer Snowboard-Team: Drei Tage nach dem Forfait von Iouri Podladtchikov muss sich auch der Halfpipe-Spezialist David Hablützel aus medizinischen Gründen von den Olympischen Spielen zurückziehen. Die im Januar bei einem schweren Sturz in Laax erlittene Rückenprellung lässt für den Snowboarder aus Zumikon keinen Einsatz in der Halfpipe-Qualifikation zu. In Absprache mit den Coaches und Ärzten entschied sich der Fünfte der letzten Winterspiele schweren Herzens zum Verzicht. Innerhalb kurzer Zeit hat Swiss-Ski zwei Medaillen-Kandidaten verloren, die Mission Gold ist erheblich beeinträchtigt worden.

Nach einer dritten eher verhaltenen Trainingseinheit gelangten die Beteiligten zur Einsicht, dass Hablützel unter den aktuellen Umständen nicht in der Lage sein würde, mit voller Kraft eine Top-12-Klassierung anzustreben. «Er war leicht verunsichert und konnte nicht alle Tricks zeigen», bedauerte Chef-Coach Pepe Regazzi den Rückzug des Zürchers.

Ein «trauriger Tag»

Ein schmerzhaftes Hämatom im Lendenbereich, das trotz intensiver Bemühungen nicht wunschgemäss zu therapieren war, stoppte Hablützel am Vorabend des wichtigsten Contests seit vier Jahren. «Dave on Board» – so lautete der Titel eines kürzlich ausgestrahlten SRF-DOK-Films; in Südkorea bestieg er sein Brett in der Qualifikation hingegen erst gar nicht.

«Es war sehr hart für mich zu realisieren, dass es nicht geht. Ich bin noch immer in einem Verarbeitungsprozess», so der 21-Jährige. «Die Gesundheit ist das Wichtigste, aber die Saison breche ich sicher nicht ab.»

Seit Podladtchikovs goldenen Runs und Flügen in Sotschi war das Schweizer Freestyle-Ensemble an zwei Weltmeisterschaften vollzählig im Final vertreten; vor elf Monaten gewann es zwei von drei WM-Medaillen und erreichte eine Leistungsdichte, die international ausser dem US-Team niemand zu bieten hatte.

Zwei Crashes unmittelbar vor dem Südkorea-Trip veränderten die Ausgangslage komplett. Von einem «traurigen Tag» hatte Regazzi im Fall von Podladtchikov gesprochen. Der nächste Ausfall trübte die Laune des in der Regel ausnahmslos optimistischen Tessiners weiter: «Es ist nicht lustig.»

Regazzi wird gleichwohl alles daran setzen, auf der mit Abstand grössten Bühne der Boarder trotz ungünstiger Vorzeichen für ein Highlight zu sorgen. Dem Olympia-Debütanten Pat Burgener ist ein Effort zuzutrauen. Der 23-jährige Waadtländer, der neben der Piste als Top-Musiker brilliert, ist so gut in Form wie nie zuvor in seiner Karriere: «Ich habe die Möglichkeit, eine Medaille zu gewinnen.» (sda)

Erstellt: 12.02.2018, 09:50 Uhr

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