Kloten

Ein Punkt, der zuversichtlich stimmt

In der Abstiegsrunde der 1. Liga hat sich Kloten mit Uster die Punkte geteilt. Obwohl für die Gastgeber mehr möglich gewesen wäre als das 26:26, überwog bei ihnen die Freude.

Auch dank seiner Grösse überwindet Klotens linker Rückraum-Spieler Hannes Rusterholz hier einmal mehr die Ustermer Abwehr.

Auch dank seiner Grösse überwindet Klotens linker Rückraum-Spieler Hannes Rusterholz hier einmal mehr die Ustermer Abwehr. Bild: Enzo Lopardo

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Als Klotens Hannes Rusterholz in der 43. Minute zum 21:17 für sein Team traf, deutete einiges auf den ersten herausgespielten Sieg der Aufsteiger im dritten Saisonduell mit den Red Dragons Uster. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten der linke Rückraum-Regisseur und seine Mitspieler ihre technischen Fehler im Angriff im Vergleich zur ersten Halbzeit deutlich gesenkt und so mit immer sichereren Kombinationen und Abschlüssen ihren Vorsprung beständig ausgebaut.

Dies umso mehr, als sie die Ustermer, die ihr grosses technisches Potenzial nur phasenweise ausspielten, mit grossem gemeinsamem Einsatz in der Abwehr oft erfolgreich am Torschuss hindern konnten. Und zu guter Letzt aus einheimischer Sicht gerieten ausserordentlich viele der 46 Schüsse, die dennoch den Weg auf ihr Gehäuse fanden, zur Beute des Goalies Simon Wieser. Der langjährige Klotener Keeper avancierte mit zahlreichen spektakulären Paraden und seiner bestechenden Abwehrquote von 44 Prozent zum grossen Rückhalt seines Teams.

Trotzdem sollte es am Ende doch nicht zum wichtigen zweiten Sieg im vierten Spiel der 1.-Liga-Abstiegsrunde reichen. Denn nach Rusterholz’ Treffer zum 21:17 blieben die Flughafenstädter während acht Minuten und 52 Sekunden ohne Torerfolg – im Handball eine halbe Ewigkeit. Und da die Red Dragons währenddessen deutlich zielstrebiger angriffen, verwandelte sich der Klotener Vier-Tore-Vorsprung unversehens in einen Zwei-Tore-Rückstand. Erst nachdem Trainerin Agnes Kriser ein Time-out genommen hatte und vor allem nachdem Rusterholz und der ebenfalls stark aufspielende Rückraum-Mitte-Regisseur Severin Wullschleger von ihren kurzen Verschnaufpausen aufs Spielfeld zurückkehrten, fingen sich die Klotener und glichen wieder aus.

Fortschritte und Fehler

Am Ende trotzten sie so einem Gegner, dem sie in den ersten beiden Vergleichen der Saison haushoch unterlegen waren (wobei das Heimspiel in der Normalrunde nachträglich mit 10:0 für Kloten gewertet wurde, weil Uster einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatte), einen Punkt ab. Im ersten Moment wussten die Flughafenstädter dennoch nicht, ob sie sich darüber freuen sollten.

Trainerin Agnes Kriser betonte das Positive: «Ich habe den Spielern nach dem Match gesagt, sie sollen lachen und sich freuen. Schliesslich hat man heute gesehen, dass sie Fortschritte gemacht haben.» Ihre Spieler hätten einmal mehr mit grossem Herzen und Willen um den Sieg gekämpft. Und im Gegensatz zu den vorherigen beiden Partien, die in der Schlussphase verloren gingen, «haben sie sich bis zum Ende an unsere Taktik gehalten, gerade in der Abwehr. Mit ihr bin ich heute sehr zufrieden – wir hätten nur ein Tor mehr schiessen müssen», befand die Ungarin, mit einem Lachen auf den Lippen. Die hohe Anzahl von 18 technischen Fehlern, die ihren Spielern im Angriff unterlaufen waren und welche die Ustermer vorab in der ersten Halbzeit mit ihren pfeilschnellen Gegenstössen gnadenlos zu bestrafen wussten, wollte die Trainerin bewusst nicht näher kritisieren. «Es ist normal, dass Fehler passieren, vor allem dann, wenn man unsicher wird. Die Spieler müssen vor allem noch mehr an sich glauben und auch nach einem Fehler einfach weiterspielen, dann machen sie von alleine weniger Fehler.» Am Ende der Saison, schloss sie, werde sich der Aufsteiger in der 1. Liga halten, «ich glaube fest daran».

Eine wichtige Rückkehr

Auch Hannes Rusterholz, der mit sieben Treffern erfolgreichste Klotener Torschütze an diesem Abend, zog ein positives Fazit. «Uster ist für mich eine der besseren, wenn nicht sogar die beste Mannschaft in dieser Gruppe. Wenn wir sogar gegen sie punkten, bedeutet das, dass wir gegen alle anderen gewinnen können.» Auch in den übrigen Spielen der Abstiegsrunde hätten sie stets gut mitgehalten. Dass es mit den Klotenern in der entscheidenden Saisonphase spürbar bergauf geht, sie in deren ersten vier Partien bereits gleich viele Punkte sportlich herausgespielt haben wie in den 14 Begegnungen der Normalrunde, dürfte nicht zuletzt an Rusterholz’ Rückkehr nach seinem halbjährigen Studienaufenthalt in den USA liegen.

Mit seiner Übersicht und Ballsicherheit verleiht der Freiensteiner den Klotenern zusätzliche Stabilität, mit seinen Qualitäten als Schütze aus dem linken Rückraum macht er ihr Spiel für die Gegner schwerer auszurechnen. «Und nach meinem Studienaufenthalt in Kalifornien habe ich vielleicht auch ein bisschen Lockerheit mitgebracht», fügte er lächelnd an. Jedenfalls habe er die Stimmung im Team von Anfang an als gut erlebt, ungeachtet der vorangegangenen Niederlagenserie. Tatsächlich pushten sich die Flughafenstädter gegen Uster gegenseitig, munterten einander auf und warfen sich nach Fehlern keinerlei vorwurfsvolle Blicke zu.

Am meisten Applaus von seinen Mitspielern erntete freilich Torhüter Simon Wieser. Das Klotener Eigengewächs, das schon seit zehn Jahren dem Team angehört, gab zu, dass ihm eine Ausnahmeleistung geglückt sei. «Wenn ich sonst auch immer so viel halten könnte, würde ich öfter spielen.» Bescheiden gab er das Lob an seine Vorderleute weiter: «Sie haben die meiste Zeit über sehr gut verteidigt, so ist es für mich als Goalie schön zu spielen.» Um den Ligaerhalt zu schaffen, gelte es, eine solche Leistung öfter über die vollen 60 Minuten durchzuziehen.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.02.2019, 22:58 Uhr

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SG Kloten - Red Dragons Uster 26:26 (13:12)

Ruebisbach. – 80 Zuschauer. – Strafen: je 4x2 gegen beide Teams. – Kloten: S. Wieser, Binder; Rusterholz (7 Tore), Siegrist (6/3 davon Penaltys), Schreier (1), Bellwald (1), Ernst, Wullschleger (5/1), Schlütter, F. Wieser (3), Petrovic (3), Osche, Baumgartner, Gschwend. – Uster: Sherpa, Korevaar; M. Häberli (1), Domeisen, Tan (3), T. Häberli, Kindler (1), Thüring, Flessati (8), Schlumpf, Ayari (3), Klimciauskas (6), Gerber (3/2), Balsiger (1), Korevaar. – Bemerkungen: 12:53 und 48:08 Timeout Kloten; 37:29 Timeout Uster.

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