Kloten / Zürich

«Irgendetwas fehlt» bei beiden

26 Punkte standen zwischen den ZSC Lions und den Kloten Flyers nach der Qualifikation, heute aber sind beide gleich (wenig) weit: 0 Siege, 3 Niederlagen.Ihnen droht heute das allzu frühe Saisonende.

Der Zürcher Topskorer Robert Nilsson muss heute in Bern gegen den SCB wieder aufstehen - wie die gesamte Mannschaft.

Der Zürcher Topskorer Robert Nilsson muss heute in Bern gegen den SCB wieder aufstehen - wie die gesamte Mannschaft. Bild: Keystone

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Es kann sein, dass im Kampf um den Titel in der Schweizer Eis­hockeymeisterschaft bereits am Dienstag zu den Halbfinals gestartet wird. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass alle vier Halb­finalserien schon heute zu Ende gehen. Auch wenn es das bisher noch nie gegeben hat – einmal wird es geschehen. Und war­um nicht ausgerechnet in dem Jahr, in dem alle (ein weiteres Mal zwar) betonten, die Liga sei noch nie so ausgeglichen gewesen?

Im Frühjahr 2001 kamen die vier Serien einem totalen «Sweep» am nächsten. Lugano – Fribourg endete 4:1, daneben gab es dreimal ein 4:0 (Kloten – Zug, Bern – Davos, ZSC Lions – Rapperswil-Jona Lakers).

Die Ersten ohne Sieg

Den ZSC Lions droht in der Berner Postfinance-Arena das Aus als Qualifikationssieger. In dieser Disziplin wären sie nicht die ersten, aber die ersten, die ohne einen (kleinen) Teilerfolg scheitern würden. Tradition hat, dass der SCB in solche Überraschungen verwickelt ist: Dreimal als «Opfer», einmal als triumphierender Aussenseiter. Das war 2005, als die achtplatzierten Berner den HC Lugano 4:1 eliminierten. Als Qualifikationssieger scheiterte Bern 2006 an Kloten, 2008 an Fribourg und 2008 an Zug. Immer hiess es 2:4.

Die Berner waren damals talentierter, als sie es heute sind. Vielleicht ein bisschen so wie die aktuellen ZSC Lions. Auch die haben viel Talent vorzuweisen. Aber nicht alle können es zeigen. «Wir kommen nicht dazu, das spielerische Plus auszunützen, die Berner sind nur aufs Zerstören aus», sagt Stürmer Chris Baltisberger, der meint, dass eigentlich alles gut sei, «es fehlen nur die Tore». 2,33 schossen die Lions bisher im Schnitt, in der Qualifikation waren sie um mehr als einen Treffer (3,46) besser gewesen.

Nach dem 3:4 nach Verlängerung hat Sportchef Edgar Salis Gespräche geführt, mit Spielern und am gestrigen Morgen auch mit Trainer Marc Crawford. «Irgendetwas fehlt», sagt Salis zur Leistung der Mannschaft. In der Qualifikation, so denkt er, hätte sein Team bei einer 2:0-Führung gegen den SCB «den Sack zugemacht».

Am Dienstag aber fiel nach dem ersten Gegentreffer (fast) alles in sich zusammen. Und man stehe sich manchmal auch selber im Weg. Dass Auston Mat­thews und Robert Nilsson in den Playoffs mehr spielen als andere, ist keine Neuigkeit, das Duo war ja schon in der Qualifikation in den heiklen Momenten mehr unterwegs als andere, deren Form als nicht gerade optimal zu bezeichnen ist. Dass Matthews müde wirkt, hat wohl weniger mit der physischen Überbelastung als mit dem psychischen Ballast zu tun.

Der 18-jährige Jüngling weiss, dass von ihm viel erwartet wird. In der Qualifikation war das locker wegzustecken, jetzt ists ein bisschen komplizierter. An der Junioren-WM blieb Matthews in den Medaillenspielen ohne Sko­rerpunkt. In den Playoffs hat er immerhin schon drei, damit ist er die Nummer 1. Roman Wick steht noch bei 0.

Die Lions waren bisher gegen Bern nicht die schlechtere Mannschaft, aber sie fanden immer wieder einen Weg, um noch zu verlieren. Zuerst im Penaltyschiessen, danach (mit dem aberkannten Goal) wegen einer ungenügenden Offensivleistung, am Dienstag, weil sie ein 2:0 nicht zu mehr nützen konnten und auch, weil ihr Goalie Lukas Flüeler patzte.

Der Weg in die Niederlage

Immer wieder einen Weg in die Niederlage gefunden haben auch die Kloten Flyers. Sehr oft in der Qualifikation. Gegen Davos präsentierten sie sich auswärts zweimal mit wenig Ener­gie­, mit wenig Lust und damit ohne taugliches Konzept. Im ersten Heimspiel das 3:3 nur sechs Sekunden nach dem 3:2 zu kassieren, war typisch für dieses Team, dem einfach das ­defensive und taktische Gerüst fehlt, an dem es sich festhalten kann und auch will.

Am Dienstag in Davos nahm sich Coach Sean Simpson bei einem Spielunterbruch demonstrativ reichlich Zeit, am Videowürfel die aktuellen Spielstände der andern Partien zu studieren. Gewinnen die Flyers auch heute nicht, wäre das die achte Playoff-Niederlage in Folge. Den letzten Sieg errangen sie 2014 im Halbfinal gegen Fribourg.

Erstellt: 10.03.2016, 09:15 Uhr

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