Viel Herz und ein kräftiger Endspurt der Lions

Der ZSC besiegt den HCD zum Saisonstart dank eines 4:0 im Schlussabschnitt 6:3. Dabei war ihr Elan grösser als ihre Präzision.

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Rikard Grönborg sah bei seiner Meisterschaftspremiere an der ZSC-Bande wohl so viele Fehler wie in einem ganzen WM-Turnier mit Schweden. Doch er sah von seiner neuen Mannschaft auch viel Herz. Und so stürmten die Zürcher mit einem 4:0 im Schlussdrittel zu ihrem ersten Saisonsieg. Am Schluss war das Gros der 10 000 im Hallenstadion hoch vergnügt, und dass die Zürcher im Finish sogar noch mit Vehemenz das 7:3 erzielen wollten, unterstrich, dass sie auf Wiedergutmachung aus sind.

Man könnte ihren kräftigen Endspurt auch so deuten: Das lange Sommertraining scheint sich bereits auszuzahlen. Das ist natürlich Unsinn. Pius Suter musste ob dieser These schmunzeln. Der 23-Jährige war der Matchwinner mit den Toren zum 4:3 (45.) und 5:3 (57.). Bei seinem ersten Treffer verwertete er ein Zuspiel von Roe, beim zweiten überlistete er Aeschlimann mit einem halben «Buebetrickli».

Suter als Matchwinner

Suter hatte sich letzte Saison äusserst schwergetan, jetzt ist ihm schon einmal ein perfekter Start gelungen. Vielleicht auch, weil er diesmal die ganze Vorbereitung mitmachte und nicht in einem NHL-Camp weilte. «Ich profitierte viel von diesen Camps für die Zukunft», sagte er. «Aber es war nun schon von Vorteil, dass ich immer hier war und auch keinen Jetlag hatte zum Saisonstart.» Jedenfalls harmonierte er gut mit Roe, der sich drei Assists gutschreiben liess.

Der Abend hätte auch anders ausgehen können, hätte Flüeler sein Team nicht im Spiel gehalten und einen Zweitore-Rückstand verhindert. Manchen Fehler seiner Vorderleute korrigierte der Stammgoalie, immer wieder musste er sich gegen in Überzahl heranstürmende Bündner beweisen. So hatten die ZSC Lions zwar in den ersten zwei Dritteln auch schon mehr Spielanteile, aber mit ihren schnellen Gegenstössen waren die Gäste immer wieder gefährlich. Sodass es nach 40 Minuten galt, ein 2:3 noch zu drehen.

Ein Bullytor der etwas anderen Art: Lindgren erzielt die 3:2-Führung für Davos. (Video: Mysports/Twitter)

Das gelang den ZSC Lions auf eindrückliche Weise: Zuerst glich Noreau mit seinem zweiten Weitschusstor auf 3:3 (44.) aus, dann kam der grosse Auftritt Suters, ehe Bodenmann noch ins verlassene HCD-Tor traf. So hatten die Zürcher zum Auftakt drei Doppeltorschützen: Noreau, Suter und Bodenmann. Letzterer sprach von einer «grossen Charakterleistung» des Teams.

«Stimmung wie an der WM»

Am Einsatzwillen scheint es in der Tat keinem zu mangeln. Doch noch ist der Elan grösser als die Präzision. Vor allem, wenn der HCD schnell umschaltete, waren die Zürcher verwundbar. Aber eben, am Schluss interessierte das keinen mehr. Und Grönborg schwärmte von der Atmosphäre im Hallenstadion, die ihren ersten Höhepunkt beim Shorthander Bodenmanns (31.) zum 2:1 erreichte und sich im Schluss­abschnitt dann zusehends steigerte. «Die Stimmung stand der an einer WM in nichts nach», sagte Grönborg.

Man sei unter dem neuen Coach erpicht darauf, mehr Druck zu erzeugen, hartnäckiger Forechecking zu betreiben.

Er erinnerte daran, dass sein Team den Bündnern in der Vorbereitung noch unterlegen gewesen war. Beim 3:6 hatte beim HCD nicht einmal ein Ausländer mitgespielt. Doch offenbar hat Grönborg aus jener Partie die richtigen Schlüsse gezogen. Was auffiel: Wie aktiv die Zürcher im Boxplay spielten und so manchen Puckgewinn und eben auch einen Shorthander erzwangen.

Man sei unter dem neuen Coach erpicht darauf, mehr Druck zu erzeugen, hartnäckiger Forechecking zu betreiben, sagte Suter. Und mehr Spieler vors gegnerische Tor zu bringen. Das sei gegen den HCD schon einmal ganz gut gelungen. «Aber es war nur ein Spiel von 50», hielt Suter auch fest. Das nächste folgt sogleich, heute in der Zuger Bossard-Arena beim Titelfavoriten.


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Erstellt: 13.09.2019, 23:28 Uhr

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