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Alle vier Schweizer ausgeschieden

2:3-Niederlage bei Kärpät Oulu: Der ZSC ist in der Champions Hockey League ausgeschieden. Auch Bern, Zug und Lugano scheitern.

4:4 im Hinspiel, 3:2 im Rückspiel: Kärpät Oulu jubelte gegen den ZSC über die ganzen 120 Minuten zusammengezählt einmal mehr.
4:4 im Hinspiel, 3:2 im Rückspiel: Kärpät Oulu jubelte gegen den ZSC über die ganzen 120 Minuten zusammengezählt einmal mehr.
Keystone

Nach der Schlusssirene musste der ganze Frust raus, Captain Patrick Geering packte den nächstbesten Finnen am Kragen, die Fäuste flogen, weitere Spieler in schwarzen und weissen Jerseys kamen hinzu – Rudelbildung und Geschubse folgten. Doch all das nützte nichts mehr, die ZSC Lions hatten in Oulu 2:3 verloren, trotz 2:1-Führung nach 40 Minuten. Und nach dem 4:4 im Hinspiel in Zürich stand für den Schweizer Meister fest: Die Achtelfinals der Champions League waren Endstation.

Entscheidend war das Schlussdrittel, als dem finnischen Meister eine klare Leistungssteigerung gelang und er den ZSC mehrfach länger unter Druck setzen konnte.

Für die Gegentore brauchte es dennoch krasse individuelle Fehler: Vor dem 2:2 liess Fredrik Pettersson bei der Angriffsauslösung die Scheibe im eigenen Drittel liegen, beim alles entscheidenden 2:3 73 Sekunden vor Schluss gewährte Kevin Klein seinem Gegenspieler Radek Koblizek alle Freiheiten.

Starke 40 Minuten der Lions

Dabei hatte der ZSC zwei Drittel lang eine sehr gute Leistung gezeigt, vieles richtig gemacht. Es war zwar ein kurioses, so auf diese Weise sicher nicht gewolltes Tor, das eine sehr starke Phase der ZSC Lions einleitete. Jérôme Bachofner wurde offiziell als Torschütze notiert, weil er den Puck nach einem Weitschuss Pius Suters, der bereits von Chris Baltisberger (gewollt und gekonnt) abgelenkt wurde, mit seinem Hinterteil abfälschte und ins Netz kullern liess. Es war erst die zweite Minute im Mitteldrittel, es war die 2:1-Führung der Lions und der Beginn langer Druckphasen von Kärpät.

Aber eben: Die Lions machten keinerlei Anzeichen, die Orientierung zu verlieren gegen den finnischen Meister, der seit Oktober von zehn Heimspielen nur eines verloren hatte. Sie boten Kärpät mehr als nur Paroli, hatten auf jede Angriffsbemühung die passende Antwort parat, konnten sich aus jeder Umklammerung lösen, brachten die 2:1-Führung souverän und verdient in die zweite Drittelspause.

Blindenbachers Aussetzer

Die ZSC Lions begannen bereits stark, mussten zu Beginn nur eine kurze Druckphase Kärpäts über sich ergehen lassen. Auch dank Powerplays lösten sich die Zürcher immer mehr aus der Umklammerung. Es waren Powerplays, die zunächst bloss gut aussahen (Pfostenschuss Hollenstein in der 7. Minute), dann aber auch noch erfolgreich waren. In gewohnter Manier wuselte Chris Baltisberger im Slot den Puck zum 1:1 ins Tor, technisch war sein Abschluss genauso sehenswert wie Pettersson Flip-Pass bei der Vorlage.

Den 0:1-Rückstand hatte sich der ZSC nach acht Minuten ähnlich unnötig eingehandelt wie den 2:2-Ausgleich. Severin Blindenbacher verlor den Puck hinter dem eigenen Tor, Kärpät nützte das daraus entstandene Chaos in der ZSC-Defensive gekonnt aus.

Lange gut gespielt, aber drei Mal in wichtigen Momenten äusserst ärgerliche Fehler begangen - am Ende war das gegen ein Klasse-Team wie Kärpät Oulu in der Summe eben nicht gut genug.

Triste Schweizer Bilanz

Die ZSC Lions machten den Anfang, am Ende des Abends war das CHL-Debakel aus Schweizer Sicht komplett: Auch Lugano, Bern und Zug schieden aus. Ebenfalls sehr ärgerlich war das Out der Tessiner. Beim 4:5 bei Frölunda Götheborg lag Lugano gar zweimal in Führung (3:1, 4:3), musste am Ende aber ebenfalls als Verlierer vom Eis. Im Hinspiel hatten sich die beiden Teams 1:1 getrennt. Ryan Lasch, der 2016/17 eine Saison für den SC Bern gespielt hatte, war mit zwei Toren und zwei Assists der Matchwinner für Frölunda. Der Amerikaner erzielte knapp drei Minuten vor dem Ende auch den Siegtreffer für den Champions-League-Sieger von 2016 und 2017.

Eher erwartet wurde das Ausscheiden des SC Bern, der das Hinspiel in Malmö wegen zweier späten Tore 1:4 verloren hatte. Im Rückspiel in Bern verlor der SCB 0:1. Er kassierte das Tor in der zweitletzten Minute, als Goalie Leonardo Genoni einem Feldspieler Platz gemacht hatte.

Am unerwartetsten hingegen kam das Out des EV Zug. Der EVZ hatte das Hinspiel auswärts bei Red Bull München 3:2 gewonnen und brauchte im Heimspiel damit «bloss »ein Remis zum Weiterkommen. Es kam aber anders: Zug brachte kein Tor zustande, das 0:2 Frank Mauers fünf Minuten vor Schluss besiegelte das Ausscheiden der Innerschweizer.

Kärpät Oulu - ZSC Lions 3:2 (1:1, 0:1, 2:0)

3441 Zuschauer. - SR Öhlund/Björk (SWE), Neva/Sormunen (FIN).–Tore: 11. Kivihalme (Kristof, Heshka) 1:0. 14. Chris Baltisberger (Pettersson, Suter/Ausschlüsse Ohtamaa, Hakanpää; Bodenmann) 1:1. 22. Bachofner (Suter) 1:2. 44. Koblizek (Lasu) 2:2. 59. Koblizek (Lasu, Kukkonen) 3:2.–Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Kärpät Oulu, 2mal 2 Minuten gegen ZSC Lions.Kärpät Oulu: Vehviläinen; Heshka, Ohtamaa; Hakanpää, Kivihalme; Niemelä, Kukkonen; Mäkelä; Koblizek, Lasu, Leskinen; Heponiemi, Kupari, Pyörälä; Ikonen, Kristof, Lindsten; Karvinen, Humaloja, Sailio; Anttila.ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Noreau, Geering; Blindenbacher, Marti; Karrer; Bodenmann, Shore, Hollenstein; Pettersson, Suter, Backman; Chris Baltisberger, Prassl, Bachofner; Hayes, Schäppi, Miranda; Hinterkircher.Bemerkungen: ZSC Lions ohne Cervenka, Nilsson, Sutter, Wick (alle verletzt) und Herzog (abwesend aus familiären Gründen). Timeout ZSC Lions (59:51). ZSC Lions ab 58:55 ohne Torhüter.

Bern - Malmö 0:1 (0:0, 0:0, 0:1)

13'573 Zuschauer. - SR Piechaczek/Kopitz (GER), Castelli/Fuchs (SUI).–Tor: 59. Warg (Ekberg) 0:1 (ins leere Tor).–Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Malmö.Bern: Genoni; Burren, Almquist; Krueger, Blum; Andersson, Beat Gerber; Kamerzin; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Mursak, Ebbett, Boychuk; Bieber, Haas, Scherwey; Berger, Heim, Grassi; Sciaroni.Malmö: Alsenfelt; Warg, Ekberg; Olsson, Lundgren; Lerby, Torp; Johansson; Rosdahl, Händemark, Bryggmann; Emil Sylvegard, Komarek, Persson; Hardt, Hetta, Storm; Olofsson, Forsberg, Janolhs; Marcus Sylvergard.Bemerkungen: Bern ohne Marti und Untersander (beide verletzt). Pfostenschuss Janolhs (16.). Timeout Bern (58:03). Bern von 56:50 bis 58:18 ohne Torhüter.

Frölunda Göteborg - Lugano 5:4 (1:1, 1:2, 3:1)

2469 Zuschauer. - SR Hribik/Sir (CZE), Pihlblad/Nyqvist (SWE).–Tore: 1. (0:50) Sigalet (Fagemo, Lasch) 1:0. 12. Bertaggia (Chorney, Romanenghi) 1:1. 32. (31:17) Bertaggia (Romanenghi) 1:2. 33. (32:25) Lajunen (Jörg, Walker) 1:3. 35. Lasch (Rakhshani, Genoway/Ausschlüsse Klasen, Fazzini) 2:3. 46. Stalberg (Lindström, Sigalet) 3:3. 49. Sannitz (Hofmann, Klasen/Ausschluss Ekbom) 3:4. 53. Fagemo (Lasch, Genoway) 4:4. 58. Lasch (Rakhshani, Genoway/Ausschluss Klasen) 5:4.–Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Frölunda Göteborg, 5mal 2 Minuten gegen Lugano.Frölunda Göteborg: Gustafsson; Sigalet, Lindström; Genoway, Grönlund; Ekbom, Westerlund; Nörstebö; Lasch, Lundqvist, Fagemo; Ponthus Westerholm, Pathrik Westerholm, Rakhshani; Stalberg, Carlsson, Hjalmarsson; Friberg, Mustonen, Rosseli-Olsen; Söderlund.Lugano: Merzlikins; Chiesa, Chorney; Loeffel, Vauclair; Ulmer, Wellinger; Jecker; Bürgler, Morini, Klasen; Haapala, Sannitz, Hofmann; Reuille, Romanenghi, Bertaggia; Walker, Lajunen, Jörg; Fazzini.Bemerkungen: Lugano ohne Ronchetti, Cunti, Lapierre und Sartori (alle verletzt). Timeouts Frölunda Göteborg (33.) und Lugano (58:43). Lugano ab 58:43 ohne Torhüter.

Zug - München 0:2 (0:0, 0:1, 0:1)

4946 Zuschauer. - SR Smetana/Nikolic (AUT/AUT), Wüst/Altmann.–Tore: 22. Shugg (Joslin, Mitchell/Ausschluss Roe) 0:1. 55. Mauer (Voakes) 0:2.–Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Zug, 4mal 2 Minuten gegen München.Zug: Stephan; Schlumpf, Stadler; Alatalo, Thiry; Zryd, Zgraggen; Oejdemark; Martschini, McIntyre, Suri; Lammer, Senteler, Simion; Klingberg, Roe, Everberg; Leuenberger, Zehnder, Schnyder; Albrecht.München: Aus den Birken; Abeltshauser, Bodnarchuk; Joslin, Seidenberg; Aulie, Boyle; Button; Mauer, Voakes, Kastner; Shugg, Stajan, Mayenschein; Daubner, Mitchell, Ehliz; Lobach, Tobias Eder, Andreas Eder.Bemerkungen: Zug ohne Morant und Diaz (beide verletzt). - 57:57 Timeout Zug, anschliessend ohne Torhüter.

Champions Hockey League. Achtelfinals. Alle Rückspiele

FRÖLUNDA GÖTEBORG (SWE) - Lugano 5:4 (1:1, 1:2, 3:1); Hinspiel 1:1. KÄRPÄT OULU (FIN) - ZSC Lions 3:2 (1:1, 0:1, 2:0); 4:4. PILSEN (CZE) - Bolzano (ITA) 6:2 (1:0, 4:2, 1:0); 6:1. SKELLEFTEA (SWE) - Hamar (NOR) 3:2 (1:2, 2:0, 0:0); 4:4. Tappara Tampere (FIN) - KOMETA BRNO (CZE) 5:5 (2:0, 1:2, 2:3); 1:5. SALZBURG - Rouen (FRA) 5:1 (2:0, 1:1, 2:0); 3:3. Bern - MALMÖ (SWE) 0:1 (0:0, 0:0, 0:1); 1:4. Zug - MÜNCHEN 0:2 (0:0, 0:1, 0:1); 3:2.

Die Viertelfinals (4./5. und 11. Dezember): München - Malmö, Kärpät Oulu - Salzburg, Kometa Brno - Frölunda Göteborg, Skelleftea - Pilsen.

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