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Am Ende gings doch reibungslos

Der eine Sieg, das 6:2 über Ambri-Piotta genügte – in der Kombination mit dem Sieg Langnaus – für den vorzeitigen Ligaerhalt in Kloten.

Drew Shore spielte am Samstag zum letzten Mal für den EHC Kloten. Seine nächste Destination heisst Vancouver.
Drew Shore spielte am Samstag zum letzten Mal für den EHC Kloten. Seine nächste Destination heisst Vancouver.
Keystone

Die Saison geht in Kloten doch noch ohne Zittern aus. Im dritten Spiel der Klassierungsrunde trafen erstmals die Stürmer. Bieber, Lemm (2), Grassi (2) und Cunti erzielten die Goals zum 6:2 über Ambri und zum sicheren Liga­erhalt. Der Jubel hielt sich in Grenzen.

Denn Ende gut, alles gut – das wäre im Falle des EHC Kloten dann doch ein bisschen übertrieben. Man ärgerte sich vor allem über Verpasstes. Ein paar Zahlen illustrieren das eindrücklich: Der Start war absolut fantastisch für eine «Sparmannschaft». Aus den ersten 26 Runden resultierten 41 Punkte, das war klarer Playoff-Kurs. Aus der zweiten Saison­hälfte aber, den verbleibenden24 Durchgängen, holte Kloten nur noch die Hälfte Zähler, mit exakt 21 nicht einmal mehr einen pro Match. Es gab die lange Durststrecke von 19 Partien mit 2 Siegen, die nur erträglich wurde, weil zwischendurch ab und an ein Erfolgserlebnis im Cup die Bilanz aufhellte.

Die Gründe für diesen fast epochalen Einbruch werden die Verantwortlichen noch genau zu erforschen haben. Ende Oktober, so hatte eine Formulierung gelautet, werde man sehen, wo man stehe. Ende Oktober stand Kloten gut. Das wurde konstatiert und mit Wohlwollen wahrgenommen. Und fast gleichzeitig ging fast alles, was die Klotener Erfolgsbasis gewesen war, ver­loren: der unbedingte Kampf,der Wille, das Engagement. Die Mannschaft schätzte sich nicht richtig ein und hatte zu oft das Gefühl, mit spielerischen Mitteln alleine zum Erfolg zu kommen.

Das brachte sie fast nicht mehr weg. Die Verletzungen der Defensivleute und das zu schmale Kader taten ihr Übriges. Der Abgang von Tommi Santala hinterliess eine Lücke, die grösser war, als so mancher erwartet hatte. Kloten blieb die schmerzliche Erkenntnis, dass ein Topausländer, der in dieser Liga prägend sein soll, halt einfach etwas kostet. Eine Playoff-Qualifikation ist guter Lohn für eine solche Investition. Im Vergleich mit den ausländischen Leadern in andern Klubs waren die Lohnvorstellungen des Finnen nicht über, sondern deutlich unter dem Durchschnitt. Dass die Flügel Hollenstein und Praplan ohne Santala kaum mehr in Erscheinung treten konnten, zeigt die grosse Bedeutung des Routiniers auf.

Mehr Zuschauer

Luca Cunti konnte diese Lücke nicht annähernd stopfen. Der Zürcher Center, der nach Lugano weiterreist, trat viel zu zerbrechlich auf, als dass er eine Hilfe ­hätte sein können.

Sportchef Pascal Müller ar­beitete erstmals in alleiniger ­Verantwortung, Pekka Tirkkonen war erstmals im Ausland Trainer – vielleicht hätte ein erfahrener Berater von aussen hie und da wichtige Hinweise geben können.

Lehren aus dieser Saison müssen alle ziehen. Die Spieler, die Trainer, der Sportchef, der Besitzer. Keiner kann sagen, dass er ­alles optimal gelöst hat.

Immerhin gewann Kloten im Jahr 1 nach dem kanadischen Ärger wieder gut 500 Zuschauer mehr pro Spiel, vieles wurde angepackt. Eine Basis wäre gelegt, um nächste Saison ­– gepaart mit den Erfahrungen von 2016/17 – nächste kleine Schritte nach vorne zu tun. Die Junioren stiessen in die Halbfinals vor, ums Projekt Young Flyers allerdings ist ein bisschen Ruhe eingekehrt.

Wohl ohne Gerber

Im personellen Bereich verliert Kloten weitere Substanz. Es ist davon auszugehen, dass Routinier Martin Gerber seine Karriere im Tor definitiv beendet. Lukas Frick geht nach Lausanne, über die Destinationen der Ausländer ist – ausser bei Drew Shore (vgl. Kasten) – noch nichts bekannt.

Es wäre, nur schon als Zeichen für die Zukunft und jene Leute, die Saisonkarten und Sponsoringpakete kaufen sollten, wünschenswert, wenn man mal den einen oder andern Namen der Neuen kennen würde. Oder wenn zum Beispiel eine Verlängerung mit Bobby Sanguinetti verkündet werden könnte. Oder vorzeitige Verlängerungen mit Stammspielern, deren Verträge bald auslaufen (zum Beispiel Vincent Praplan).

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