Eishockey

Aus der schlimmsten Krise vorwärts

Mit den zwei 5:3-Siegen über Thurgau undWinterthur bescherte sich der EHC Kloten einen ordentlichen Abgang in die Nationalteampause.

Wieder schlagkräftiger zeigt sich Kloten auch in Winterthur:  Ramon Knellwolf zieht ab, Winterthurs Mike Küng versucht zu blocken.

Wieder schlagkräftiger zeigt sich Kloten auch in Winterthur: Ramon Knellwolf zieht ab, Winterthurs Mike Küng versucht zu blocken. Bild: Madeleine Schoder

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15 Spiele und 21 Punkte, pro Match 1,40 Zähler und Platz 6 in der Tabelle: Das ist nicht das, was man vom EHC Kloten und was der Club selber vor dem Start zur ersten Saison in der Swiss League erwartet hat. Es ist in etwa das Minimum, das nun Hoffnungen für eine Steigerung nach oben offen lässt. Die Bilanz von 7 Siegen und 8 Niederlagen trüben insbesondere die zwei Ausrutscher gegen Thurgau und Winterthur. Es gab auf der einen Seite diese paar Niederlagen zu viel, auf der andern einige Siege zu wenig. Mit 27 Punkten wäre man nahe am Ziel, das einen Platz unter den Top 4 und so in etwa zwei Zähler pro Match vorsieht.Die neu zusammengestellte Mannschaft ist durch so manches Tal, so manche Tiefen gegangen. In der Serie von sieben Niederlagen fand sie immer wieder einen neuen Weg, doch noch als Verlierer vom Eis zu gehen. Das Team hat diese schlimmste Krise, die längste Negativserie der letzten 30 Jahre, überstanden. Es ist nicht auseinandergefallen, sondern hat sich gefunden. Noch nicht zu 100 Prozent. «Wir sind auf dem Weg, das Vertrauen aufzubauen», sagt Trainer André Rötheli. Die Partien gegen Thurgau und Winterthur zeigten allen, «dass wir auch enge Situationen zu unsern Gunsten lösen können». Der nächste Schritt nach der Pause: das auch gegen Teams der vorderen Tabellenhälfte zeigen. Mit Patrick Obrist kehrt dann auch ein wichiger Center zurück.

Steigerung in Überzahl

Die Zahlen zu Klotens Steigerung: Das Team steigerte sich im Überzahlspiel immerhin zur Nummer 3 der Liga, das Boxplay sieht auch nicht mehr ganz so schlimm aus, Platz 8 ist besser als noch Mitte Oktober. Und Kloten hat immerhin am drittmeisten Treffer geschossen (aber zu viele kassiert). Das Team offeriert dem Gegner immer noch zu naiv und nachlässig Torchancen – und nützt die eigenen zu wenig konsequent aus. Mit Ausnahme des 8:1 in Biasca konnte kein einziger Sieg ruhig und kontrolliert eingefahren werden.

Einige Spieler, die an Klotens Krise mitschuldig waren, führten mit einer persönlichen Steigerung die Equipe aus dem Tief heraus. Es fanden Spieler zu Form, die beim Start noch unsichtbar waren. Fabian Sutter, in der Vorbereitung lange verletzt, steigerte sich zum Schweizer Leader auf und neben dem Eis und zum zweitbesten Skorer. Thibaut Monnet, im September noch ein Schatten seines guten Namens aus der Vergangenheit, hat in den letzten vier Partien stets getroffen. Romano Lemm ist inzwischen ein verlässlicher Wert. Und das ist in einer Mannschaft, in der noch immer zu viele zu wenig konstant und nicht genug konsequent sind, enorm wichtig.

Die Entschlossenheit und Klarlinigkeit in der Defensive sind die nächsten Punkte, die verbessert werden müssen. Zu hektisch oder nachlässig treten Verteidiger auf, die immerhin schon mehrere NLA-Saisons hinter sich haben (Steiner, Harlacher, Weber).

Die guten Transfers

Ryan MacMurchy zeigt seinen Wert fürs Team in jeder Partie – auch wenn er verletzungsbedingt fehlt. Es war ein Glück, dass der Kanadier nach der Blessur in La Chaux-de-Fonds die zwei letzten Partien spielte, obwohl er nicht ganz fit war. Er ist ein Kämpfer, ein Skorer und ein Vorbereiter. Er hat gemerkt, dass es dem Team mehr hilft, wenn er sein Temperament kontrolliert.

Vor der Saison war klar gewesen, dass die Basis im Team steht, mehr nicht. Die eine oder andere Anpassung/Ergänzung würde nötig sein, um Kloten zu einem wirklichen Herausforderer der Swiss-League-Spitze zu machen. Zwei Transfers hat SportchefFelix Hollenstein getätigt.

Dass er in der Krise entschied, mit Jack Combs einen zusätzlichen Stürmer aus dem Ausland zu holen, war ein ebenso guter Entscheid wie die Übernahme von Verteidiger Simon Kindschi mit einer B-Lizenz. Und Hollenstein hat die Augen weiterhin offen für Verstärkungen, die im Budgetrahmen liegen. Er und der Trainer haben bemerkt, dass sie offensiv durchaus noch etwas mehr Durchschlagskraft vertragen können. Denn nicht alle der Neulinge konnten bisher überzeugen. Adrian Brunner war bisher die grösste Enttäuschung unter den Stürmern.

Die Wende in der Goaliefrage

Kloten startete mit einem Ausländer auf der Goalieposition. Die Variante mit Bernhard Starkbaum ging drei Partien lang gut, dann bewegte sich die österreichers Formkurve bös nach unten. Statistisch ist er der schlechteste Stammgoalie der Liga. Seine Verfassung stand am Ursprung der Verpflichtung von Combs. Die letzten vier Partien kam stets Andrin Seifert zum Einsatz. Der junge Mann beging zwar in Winterthur einen Fehler, aber er gab mit seinen Paraden dem Team in jedem Match die Chance, zu gewinnen. Dass die Goaliefrage diese Richtung nehmen würde, hatte niemand erwartet; wie Seifert seine Chance gepackt hat, war eine positive Überraschung.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 04.11.2018, 21:17 Uhr

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