Bassersdorf

Basi-Ladies schlagen den Angstgegner erneut

In der zweithöchsten Schweizer Frauenliga, der SWHL B, ziert Bassersdorf die Ranglistenspitze. Dies dank des 3:2-Heimsieges gegen den langjährigen Angstgegner Brandis.

Gebannt verfolgt Nadja Hochuli ihren Hocheckschuss in der 18. Minute. Eine Sekunde später zappelte der Puck im Netz und es hiess 2:0 für die Bassersdorferinnen.

Gebannt verfolgt Nadja Hochuli ihren Hocheckschuss in der 18. Minute. Eine Sekunde später zappelte der Puck im Netz und es hiess 2:0 für die Bassersdorferinnen. Bild: Urs Brunner

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Ein rundum gelungenes Wochenende haben die Basi-Ladies bereits eine Woche vor dem ersten Advent erleben dürfen. Einerseits bezwangen sie den Tabellendritten Brandis Juniors Ladies und zum anderen patzte das als Tabellenführer angetretene Langenthal in Sursee, sodass die Unterländerinnen die Tabellenführung übernehmen konnten.Der Erfolg gegen Brandis wog nach der Schlusssirene mehr als die Tabellenführung. «Die Basi-Ladies mussten gegen Brandis jahrelang oft untendurch», klärte Bassersdorfs Trainer Emanuel Kutil auf. Die Tabellenführung schmeckte den Siegerinnen ebenso ein wenig. «Wir wollen in dieser Saison den B-Meistertitel gewinnen», verkündete Teamleiterin und Spielerin Vanessa Ceccarini bereits Anfang September. Zum jüngsten 3:2-Erfolg gegen Brandis meinte die 30-Jährige: «Obwohl die Saison noch jung ist, haben wir schon beide Qualifikationsspiele gegen Brandis ausgetragen. Und beide gewonnen. Das motiviert uns enorm!»

Die Auseinandersetzung zwischen den Bassersdorferinnen und Brandis, das im bernischen Hasle-Rüegsau im Emmental beheimatet ist, bietet gleich mehrere Gründe für einen Klassiker. Seit Jahren spielen die beiden Equipen um den Meistertitel im der zweithöchsten Frauenliga (B). Die beiden Teams praktizieren zudem ein unterschiedliches Spielsystem. Die körperlich im Durchschnitt etwas kleineren Bassersdorferinnen führen technisch eine sehr feine Klinge, während sich die etwas grösseren und robusteren Bernerinnen gerne mit Körpereinsatz einen Vorteil verschaffen.

Technisch die feinere Klinge

Die jüngste Begegnung zwischen den beiden Widersachern war einmal mehr interessant. Im ersten Drittel waren die Gastgeberinnen vorerst tonangebend und gingen in der 7. Minute durch ­Flavia Tschumi in Führung. Danach wogte die Partie hin und her. Beide Equipen kamen gefährlich vors gegnerische Tor. Nadja Hochuli, die früher drei Saisons in der SWHL A, der höchsten Schweizer Frauenliga, beim ZSC gespielt hatte, erhöhte in der 18. Minute auf 2:0.

Im Mitteldrittel waren die Bernerinnen klar besser und glichen verdient zum 2:2 aus. «Wir haben plötzlich aufgehört, Eishockey zu spielen», kritisierte Bassersdorfs Trainer Emanuel Kutil seine Spielerinnen. «Vielleicht haben wir uns nach dem 2:0-Vorsprung zu sicher gefühlt», äusserte Vanessa Ceccarini zum zweiten Abschnitt. Nach der zweiten Pause übernahmen die Unterländerinnen wieder das Spieldiktat. Bis zur 46. Minute. Danach war es wieder ausgeglichen. In der 49. Minute schloss Nadja Hochuli einen Konter zum 3:2-Führungstreffer ab. Erneut gab Captain Rahel Walder den entscheidenden Pass. Es blieb beim 3:2.

«Cool und bodenständig»

Gross war die Freude nach der Schlusssirene im Lager der Sie­gerinnen. Trotz der Tabellen­führung will aber niemand im Bassersdorfer Lager aufsteigen. Neben Hochuli hat vom Team nur noch Simone Eberhard bereits in der höchsten Liga, die momentan sechs Equipen umfasst, gespielt. «Momentan trainieren die Bassi-Ladies zweimal in der Woche. Wir haben jetzt schon Mühe, für die Trainings und Spiele in Kloten oder Wallisellen Eis zu bekommen. In der SWHL A müssten wir häufiger trainieren. Das wäre mit unserer Infrastruktur wohl gar nicht möglich», erörterte Armin Gnehm, der Technische Kommissär des EHC Bassersdorf. Der ­erfahrene Eishockeyfachmann wies noch auf ein weiteres Problem bei einer allfälligen Promotion hin. «In der SWHL A bräuchten wir Ausländerinnen, um bestehen zu können. Ausländerinnen würden Geld kosten. Und das haben wir nicht.»

Erfreulich: Die Bassersdorfe­rinnen sind mit dem glücklich, was sie haben. Was ist der Grund für den aktuellen Höhenflug? «Unser Kader hat momentan wohl die richtige Grösse», meint Vanessa Ceccarini. Und auch das Menschliche scheint zu stimmen. Sonst würde Rebecca Bisig nicht meilenweit reisen, um bei den Basi-Ladies spielen zu können. Die 18-Jährige wohnt in Einsiedeln, arbeitet in Pfäffikon/SZ und reist mit dem öffentlichen Verkehr ins Unterland. «Die Mannschaft ist cool und bodenständig», meint die Sportartikelverkäuferin. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 26.11.2018, 21:06 Uhr

Frauen. SWHL B

Bassersdorf Ladies - Brandis J. Ladies 3:2 (2:0, 0:2, 1:0). Swiss-Arena, Kloten. – 42 Zuschauer. – SR Fuchs/Szeligowski. – Tore: 7. Tschumi (Heuberger) 1:0. 18. Hochuli (Walder) 2:0. 31. Schär (Stucki) 2:1. 35. Zürcher (Ausschluss Melicherikova!) 2:2. 49. Hochuli (Walder) 3:2. – Strafen: 1x2 gegen Bassersdorf, 3x2 gegen Brandis. – Bassersdorf: Imhof; Beer, Riedi; Heuberger, Meyer; Bisig; Tschumi, Hochuli, Walder; Merz, Ceccarini, Frautschi; Kneubühl, Eberhard, Bleesz. – Bemerkung: Brandis von 59:26 bis Spielende ohne Goalie. Kreuzlingen-Konstanz - HC Féminin Lausanne 2:0. Fribourg Ladies HC - GCK Lions Frauen 7:1. Sursee - Langenthal Verein 3:2 n.P. Zunzgen-Sissach - Wil Ladies 3:2. Bassersdorf Ladies - Brandis Juniors Ladies 3:2. – Rangliste: 1. Bassersdorf 10/27. 2. Langenthal 11/26. 3. Brandis 12/25. 4. Kreuzlingen-Konstanz 11/19. 5. GCK Lions 11/17. 6. Sursee 11/17. 7. Wil 10/15. 8. Fribourg 12/15. 9. Zunzgen-Sissach 12/4. 10. Lausanne 12/3.

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