Kloten

Chef schickt die Klotener auf die Baustelle

Das lange Warten auf den Besitzerwechsel verzögert den dringenden Neubeginn.

Auch EHC-Kloten-Captain Steve Kellenberger wird im Sommer zwei bis drei Tage lang für soziale Institutionen oder auf einer Baustelle arbeiten gehen.

Auch EHC-Kloten-Captain Steve Kellenberger wird im Sommer zwei bis drei Tage lang für soziale Institutionen oder auf einer Baustelle arbeiten gehen. Bild: Leo Wyden

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Sie müssen noch immer extrem geschockt sein beim EHC Kloten. «Felix Hollenstein, Waltteri Immonen und Beat Equilino übernehmen per sofort» – diese Nachricht vom 2. März war am 15. dieses Monats die aktuellste «News» auf der Website Klotens. Dabei ist seit dem 3. März und dem Out im Viertelfinal gegen Langenthal Saisonende. Und das für einen Club, der auch weiter die schnellstmögliche Rückkehr in die National League sein Ziel nennt. Das jüngste Versagen schmerzt an jedem Playoff-Abend, an dem zum Beispiel der kleine HC Thurgau gute Leistungen zeigt, noch etwas mehr. Der HCT spielt als Siebter der Qualifikation im Halbfinal – und ist dort alles andere denn Statist.

Beim Abstieg 2018 hatte Kloten am Tag nach der Vollzugsmeldung über die Zukunft orientiert. Beim Misserfolg ein knappes Jahr später blieb das bisher aus. Was den Eindruck vermittelt, dass der Club wegen des bevorstehenden Besitzerwechsels «gelähmt» sei. Bis Ende April soll dieser Wechsel, mit langem Vorlauf und zuletzt vom Verwaltungsrat als «bestmögliche Lösung» angekündigt, endlich stattgefunden haben. Das Verschieben des Datums war und ist nicht hilfreich, denn die Qualität der neuen Besitzer wird wegweisend sein.

Trainingsstart Anfang April

Und es gilt ja auch, den angerichteten Schaden so schnell wie möglich zu beheben, den drohenden Rückgang beim Ticketverkauf und beim Interesse der Sponsoren einzudämmen. Klotens CEO Pascal Signer hatte zum Beispiel zwei der Fans, die während der Saison «für phänomenalen Support» gesorgt hatten, in seinem Büro. Signer versteht, dass nach dem frühen Out negative Emotionen hochkamen, «wir spielten unter den Erwartungen».

Er versucht, mit dem Club aus der «schweren Niederlage» Lehren zu ziehen. Das früheste Saisonende in der Geschichte Klotens seit Einführung des Playoff bewirkt, dass die Spieler dann, wenn andere sich so langsam dem Höhepunkt annähern, mit dem Training für die Spielzeit 2019/20 beginnen: Anfang April geht es bereits los. Die längere Vorbereitungszeit könnte man ja für kommende Taten zum eigenen Vorteil nutzen. Signer sagt, dass die Spieler auch wieder fühlen müssen, wie privilegiert sie sind mit ihrem Job. Es fällt der Begriff «Demut». Im Sommer soll mit zwei bis drei Tagen hartem Einsatz für soziale Institutionen oder auf einer Baustelle wieder allen bewusst werden, was Arbeiten heisst: «Wir wollen wortwörtlich Dreck fressen.»

In Sachen neuer Trainer haben erste Gespräche bereits stattgefunden, weitere werden folgen. «Er muss intern ein guter Kommunikator sein und die Jungen weiterbringen. Dazu wollen wir in gewissen Bereichen rund um das Team professioneller werden», sagt Signer. «Der Minimalanspruch in Kloten ist das Erreichen des Finals in der Swiss League. Dessen muss sich jeder bewusst sein, der hier unterschreibt.»

Eine Unterschrift als Spieler in Kloten bedeutet allerdings nicht nur, dass man im Sommer einige Tage auf einer Baustelle arbeiten wird. Man unterschreibt in einem Club, bei dem sich wegen der vergangenen Saison und einem damit verbundenen «verlorenen Jahr» selber die eine oder andere unerwartete Baustelle aufgetan hat.

Erstellt: 15.03.2019, 22:45 Uhr

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