Eishockey

Das Maximum aus dem Auftakt geholt

Der EHC Kloten hat in seinen ersten Partien in der Swiss League Winterthur 3:1 und Thurgau 5:2 geschlagen. 4749 Zuschauer kamen zur Heimpremiere.

Überzeugende Leistung: Der EHC Kloten gewinnt nach dem 3:1 in Winterthur auch das zweite Spiel gegen den HC Thurgau mit 5:2.

Überzeugende Leistung: Der EHC Kloten gewinnt nach dem 3:1 in Winterthur auch das zweite Spiel gegen den HC Thurgau mit 5:2. Bild: Keystone

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Hühnerhaut habe er bekommen, als er am Morgen ins Stadion gefahren sei, sagte Trainer André Rötheli. Über der Tiefgarage hing am Samstag unübersehbar die Aufschrift: «Wer das Trikot dörf träge, machts mit Härz», und es war natürlich ein Klotener Logo auf dem Dress. Fast die gesamte Ostseite des Stadions wurde eingenommen von einer riesigen Fahne mit Klotener Eishockey-Sujets. 4749 Zuschauer wurden gegen den HC Thurgau gemeldet. Das waren mehr, als in dem einen oder andern National-League-Match in der vergangenen Saison.

Der EHC Kloten hat zum Auftakt der Swiss League nicht immer überzeugt, aber er hat die zwei ersten Partien gewonnen. Nimmt man den Cupmatch vom Mittwoch in Widnau gegen den SC Rheintal hinzu, waren das in drei Wettberbsspielen innerhalb von vier Tagen drei Siege. 13:0 im Cup, 3:1 in Winterthur und 5:2 über den HC Thurgau.

Der Vergleich mag ein bisschen hinken, weil Kloten ja jetzt eine Liga tiefer spielt, es sei dennoch erwähnt: Letztmals 6 Punkte nach den ersten zwei Meisterschaftspartien auf dem Konto hatte Kloten im Herbst 2010. Damals gab es sogar vier Dreier in Folge, gegen Genf, Biel, Bern und Langnau.

Solche Statistiken wie vor acht Jahren sind für Kloten, das kann man nach den ersten 120 Minuten in der neuen Umgebung festhalten, in der Swiss League kein Ding der Unmöglichkeit. Wenn die Mannschaft das spielt, was sie kann, ist sie für manchen Gegner zu gut. Der EHC Kloten hat aber auch gezeigt, wie inkonstant er noch sein kann, wie ungut er mit der Führung umgeht. «Es gibt noch zu viel schwarz oder weiss», beschreibt das Coach Rötheli.

Anders gesagt: Kloten zeigte in den ersten zwei Spielen sehr gute Phasen, aber auch sehr schlechte. Es müsste nicht nur nach Ansicht des Trainers mehr «zwischendrin» geben. Das erste Drittel gegen Thurgau war ungenügend, die gut zehn MInuten, die für vier Tore benötigt wurden, begeisterten die Anhänger. Mit der Führung aber ging Kloten wieder nicht sehr souverän um.

«Es gibt noch zu viel schwarz oder weiss.»André Rötheli

«Das Team muss selber reagieren und korrigieren», sagt Rötheli. Da alles sei ein Prozess, ein Zeichen von Reife, «das kann man nicht schon in den ersten Spielen erwarten.» Gespürt aber hat er, dass das Team funktioniert. Ein Manko war, dass sein Team wie schon in Winterthur es verpasste, den Match so in die Hände zu nehmen, dass der Gegner nicht mehr an seine Chance glaubte. «Wir können die andere Mannschaft ja nicht 60 Minuten lang unter Druck setzen, aber wenn wir dann mal unter Druck geraten, sollte das schon ein bisschen sanfter aussehen», meinte der Coach.

Nicht so, wie in den letzten Minuten gegen Thurgau, als die Ostschweizer zu oft zu sehr vielen guten Chancen kamen. Mit der Effizienz der Klotener hätten sie diesen Match vielleicht noch spannend machen können.

MacMurchy und Linie 1

Acht Tore erzielte Kloten am Wochenende, vier davon im Powerplay - was im Vergleich zum letzten Jahr der Mannschaft schon mal ein gutes Zeugnis ausstellt. Der 35-jährige Kanadier Ryan MacMurchy hat sich bis jetzt - wie Goalie Bernhard Starkbaum - als die gewünschte Ausländer-Verstärkung gezeigt. MacMurchy erzielte drei der acht Treffer, holte im Match gegen Thurgau vier Skorerpunkte. Starkbaum weist nach zwei Partien eine Abwehrquote von über 96 Prozent auf, das Team hat erst einen Treffer in Unterzahl zugelassen.

Die erste Linie mit Center Patrick Obrist (2) sowie den Flügeln MacMurchy (3)/Marc Marchon (1) besorgte bisher sechs der acht Goals, Julian Mettler und Jeffrey Füglister kamen auf je ein Tor. Die Formationen ab Linie 2 sind noch daran, sich besser zu finden. Das gilt auch für die “Routiniers» im Sturm, Fabian Sutter und Thibaut Monnet.

Der erfolgreiche Klotener Torschuss in der Swiss Arena wird noch immer mit «Den glider in» gefeiert, fünfmal donnerte das “Hineingleiten des Pucks ins Tor» am Samstag aus den Lautsprechern. Und war den Zuschauern weniger fremd als das Lied «Vorwärts Chloote», das zur neuen Erkennungsmelodie werden soll. «Stehplätz Schluefweg» haben den Song produziert und eingespielt.

Nach einer Woche Pause spielt Kloten erst am Samstag wieder - dann in der Bossard Arena gegen die Academy des EV Zug. Danach folgt die nächste Pause, bis es dann mal so losgeht, dass man von einem «Rhythmus» sprechen kann.

Erstellt: 23.09.2018, 10:39 Uhr

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