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Der Lichtblick aus dem Süden

Stürmer Daniele Grassi gilt im EHC Kloten in dieser ansonsten so enttäuschenden Saison als Aufsteiger. Der 24-jährige Tessiner aus dem Verzascatal hat für die Flughafenstädter elf Tore erzielt.

Klotens Stürmer Daniele Grassi behält den Puck hier im Duell mit dem Berner Topskorer Mark Arcobello unter Kontrolle.
Klotens Stürmer Daniele Grassi behält den Puck hier im Duell mit dem Berner Topskorer Mark Arcobello unter Kontrolle.
Keystone

Als Daniele Grassi im November 2015 einen Zweijahresvertrag mit den damaligen Kloten Flyers unterschrieben hatte, waren die Voraussetzungen ganz anders als heute. Die kanadischen Investoren der Avenir Sports Entertainment (ASE) wollten mit Millionensubventionen ein Spitzenteam aufbauen. Grassi hatte sich für Kloten entschieden, weil er hier weitaus bessere Perspektiven sah als mit seinem bisherigen Klub Ambri-Piotta.In der Leventina hatte der Stürmer seit seinem Einstand in der NLA im Jahre 2010 nur einmal die Playoff-Qualifikation gefeiert. 2014 war nach nur vier Spielen und vier Niederlagen in der Viertelfinal-Serie gegen ­Fribourg-Gottéron die Playoff-Euphorie jedoch bald beendet.

Doch auch in Kloten zogen für Grassi bald dunkle Wolken auf: Die ASE kündigte im März 2016 ihr Engagement auf, die Existenz des Vereins war wieder einmal gefährdet. «Weil ich noch im Tessin gelebt habe, konnte ich damals die Entwicklung in Kloten nur aus der Distanz verfolgen. Aber natürlich war dies für mich äusserst beunruhigend», erzählt Grassi, der seit Juniorenzeiten nur für Ambri-Piotta gespielt hatte, im Rückblick auf die Zeit der Unsicherheit.

Dann kam zwar der neue Investor Hans-Ulrich Lehmann als Retter, aber er verordnete dem Verein einen rigorosen Sparkurs. Was nun prompt zur Folge hatte, dass Kloten am vergangenen Wochenende die Playoff-Qualifikation definitiv und vorzeitig verpasst hat.

Klotens drittbester Schweizer Stürmer

Daniele Grassi, der ja eigentlich in Kloten sportlich einen Schritt nach vorne machen wollte, zeigt sich natürlich enttäuscht. Auch wenn sich das Verpassen der Playoffs schon seit Wochen an­gekündigt hatte. Mit dem EHC konnte der im Verzascatal aufgewachsene Stürmer zwar den Cup gewinnen. «Das war für mich ein tolles Erlebnis, aber derzeit trauere ich den verpassten Playoffs nach», meint der Tessiner. Die Saison brachte auch für ihn persönlich ein Auf und Ab.

Nach starkem Beginn verletzte er sich an der Schulter und fiel wochenlang aus. Seit dem Comeback läuft es jedoch wieder sehr gut, Grassi schiesst Tore am Laufmeter. Elf sind es bereits, von den Schweizern im Klotener Kader erzielten einzig Denis Hollenstein (23) und Vincent Praplan (14) mehr Treffer. Beide haben aber 13 Partien mehr als Grassi ausgetragen.

Erstaunlich gut sind auch die Deutschkenntnisse Grassis, obwohl er zuvor nie ausserhalb des Tessins gelebt hatte. «Ich konnte schon etwas Deutsch, als ich nach Kloten gekommen bin. Und habe hier dann sprachlich Fortschritte gemacht», erklärt er.

Ex-Klub in der Krise

Jetzt geht es Daniele Grassi und seinen Klotener Mitspielern als letztes Saisonziel nur noch darum, den Ligaerhalt so schnell wie möglich zu sichern und die Playouts zu vermeiden. Mit neun Punkten Sicherheitsabstand auf Fribourg-Gottéron und den 11. Rang stehen die Chancen dafür nicht allzu schlecht. Weit besser auf jeden Fall als für seinen kriselnden Ex-Verein Ambri-Piotta, dem Klotener Gegner heute Freitag in der Swiss-Arena.

Das Duell gegen die Nordtessiner ist für Grassi fast schon Routine: «Das war noch anders, als ich mit Kloten erstmals in der Valascia gespielt habe. Da habe ich viele Leute in der vertrauten Halle gekannt und musste mich trotzdem auf die Partie konzentrieren.» Sicher ist: Heute Freitag spielt Kloten gegen Ambri-Piotta sein letztes Heimspiel in der ­laufenden Qualifikation. Morgen Samstag folgt zum Abschluss die Partie bei Genf-Servette. Danach beginnt die Abstiegsrunde mit den SCL Tigers, Fribourg-Got­téron und Ambri-Piotta als Gegnern.

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