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Der späte Coup im Klotener «Zirkus»

Der EHC Kloten tut sich gegen die EVZ Academy mit einer sehr schwachen Leistung sehr schwer. Dennoch gibt es einen 6:5-Sieg.

Erlösung in der Schlussminute: 56 Sekunden vor dem Spielende jubelt Patrick Obrist (rechts) als Erster über Jussi Jokinens Siegtreffer. Bild: Christian Merz
Erlösung in der Schlussminute: 56 Sekunden vor dem Spielende jubelt Patrick Obrist (rechts) als Erster über Jussi Jokinens Siegtreffer. Bild: Christian Merz

Nein, drei Punkte hätte diese Leistung eigentlich nicht verdient. Hätte Kloten einen oder mehr Zähler abgeben müssen, hätte sich niemand beklagen können. So dürftig war die Vorstellung. Dass der Abend nicht mit einer Blamage endete, verdankten die Klotener ihrem hohen ­Besuch aus Nordamerika, Jussi Jokinen.

Schon mehrere Abpraller hatte Zugs Goalie Hollenstein zugelassen, doch nie war ein Gegner am richtigen Ort gestanden. Bis Jokinen kam. Er kämpfte sich vors Tor – was seinen Mitspielern zuvor oft schon zu viel der Arbeit gewesen war – und war genau richtig positioniert, um nach einem Schuss Harlachers den Puck ins Netz zu schlenzen. Zu spielen waren da noch 56 Sekunden.

So, wie der Match vorher gelaufen war, konnte man keinesfalls schon sicher sein, dass dieses sechste Tor zum Sieg reichen würde. Aber ­wenigstens in der letzten Minute liess die Klotener Defensive nichts mehr anbrennen.

Schlechter Start Klotens

Kloten startete ganz schlecht, lag nach viereinhalb Minuten 0:2 zurück, erzielte danach innerhalb von sechs Minuten vier Tore. Und war der Meinung, nun sei die Sache ja sicher gelaufen. Das wäre sie auch, wenn der Favorit weiter wie ein Favorit gespielt hätte. Aber man liess sich richtiggehend zum Junioren-Eishockey verführen.

Die Zuschauer fühlten sich in die Zeiten im Oktober zurückversetzt, in jene Phase der sieben Niederlagen in Folge mit den Tiefpunkten gegen Winterthur und Thurgau. Als «Zirkus» bezeichnete Thibaut Monnet den Match oder die Vorstellung der eigenen Mannschaft. Damit kam er der Wahrheit sehr nahe. Vier Siege in Folge und die Aussicht auf einen Farmteam-Gegner hatten genügt, damit der Schlendrian wieder Einzug halten durfte.

Bereit für mehr?

Das Spiel gestern hat denn auch eine grosse Frage aufgeworfen: Ist dieses Team von der Einstellung her überhaupt fähig, eine Spitzenmannschaft zu sein? Es hat die erstbeste Gelegenheit genützt, sich bequem zurückzulehnen. Dabei haben alle noch viel Arbeit vor sich. Wer sich solche Ausrutscher und offensichtliche Aussetzer leistet, der kann am Ende einer Saison nicht erwarten, wirklich besser geworden zu sein.

Am Samstag heisst der Gegner auswärts Langenthal. Und das ist ein Spitzenteam. Diese Partie wird zum Gradmesser, nicht jene 8:0-«Mätschli» gegen die Ticino Rockets oder Siege über andere Farmteams. Die müssen von einer guten Mannschaft gewonnen werden. Drei Punkte holen, den Job erledigen. Ohne Wenn und Aber. Punkt. Jokinen reist schon bald wieder ab.

«Den Stecker gezogen»

«Nach den vier Toren innerhalb von sechs Minuten haben sie den Stecker gezogen», ärgerte sich Trainer André Rötheli. Diese vier Goals hatten das Spiel scheinbar in Klotens Hände gebracht. Aber halt nur scheinbar. Kaum war der Vorsprung erspielt, hörte man auf, die Beine zu bewegen, wenigstens im eigenen Drittel mit entschlossenem Auftreten für Ordnung und Gradlinigkeit zu sorgen.

Zuerst waren es die vierte und dritte Formation, die sich vom Betrieb ausklinkte, danach verfiel auch noch die erste Linie in diesen bemühenden Trott. So holte Zug zum 4:4 auf, so glich Zug im letzten Drittel im Powerplay noch zum 5:5 aus.

Fehlerlos und ohne Arroganz spielten im Prinzip nur zwei: Torhüter Andrin Seifert und Jussi Jokinen. Der Mann mit 1005 NHL-Partien arbeitete sich auch durch diesen Match – und holte mit seinem zweiten Tor den zehnten Skorerpunkt im dritten Spiel.

Der andere Steiner

Jack Combs, der vorher zweimal hatte zuschauen müssen, erzielte in seinem erst fünften Match seine Treffer Nummer 5 und 6. Er ersetzte gestern Ryan MacMurchy, der für einmal überzählig war.

Und mit Oliver Steiner kam der jüngere Bruder von Nicholas Steiner zu seinem ersten Match. Der Stürmer schoss das Tor zum 2:2. Doch das ging im «Zirkus», den das Team folgen liess, beinahe unter.

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