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Derbysieg für Bern, Rückschlag für Kloten

Der SCB gewinnt ein intensives Derby mit fünf Toren im Schlussdrittel. Kloten verliert in Ambri klar, Lausanne zeigt in Langnau eine tolle Moral.

Das Zähringer-Derby geht an den SCB: Die Berner schlagen Fribourg zu Hause 5:2.
Das Zähringer-Derby geht an den SCB: Die Berner schlagen Fribourg zu Hause 5:2.
Peter Schneider, Keystone
Im Schlussdrittel erzielen die Fribourger zwei Mal den Anschluss. Doch beide Male stellt Bern innert kürzester Zeit den Zwei-Tore-Abstand wieder her.
Im Schlussdrittel erzielen die Fribourger zwei Mal den Anschluss. Doch beide Male stellt Bern innert kürzester Zeit den Zwei-Tore-Abstand wieder her.
Peter Schneider, Keystone
Prägende Figur bei den Bielern ist Jacob Micflikier mit drei Toren.
Prägende Figur bei den Bielern ist Jacob Micflikier mit drei Toren.
Jean-Christophe Bott, Keystone
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Leader SC Bern reagierte auf die 1:3-Niederlage am Dienstag bei den ZSC Lions mit einem 5:2-Heimsieg im Spitzenspiel gegen Fribourg-Gottéron, das erstmals nach vier Siegen wieder verlor.

Die Berner unterstrichen beim achten Erfolg in Serie vor heimischem Publikum einmal mehr ihre Powerplay-Stärke. Sowohl das 1:0 (27.) als auch das 2:0 (33.) erzielten die Ausländer Mason Raymond und Mika Pyörälä in Überzahl. Überhaupt nahm Fribourg im Mitteldrittel zu viele Strafen (6). Auch deshalb war der SCB in den zweiten 20 Minuten deutlich überlegen und hätte noch höher führen müssen.

In den letzten neun Minuten boten die beiden Teams den 17'031 Zuschauern in der ausverkauften PostFinance-Arena ein Spektakel. Fribourg gelang durch Killian Mottet (52.) und Michal Birner (54.) zweimal der Anschlusstreffer, die Berner Reaktion liess jedoch beide male nicht lange auf sich warten. Das 3:1 von Eric-Ray Blum fiel nur 91 Sekunden nach dem 1:2, in der 57. Minute brachte Thomas Rüfenacht den Titelverteidiger mit seinem elften Saisontor erneut mit zwei Treffern in Führung. In der 59. Minute machte Mark Arcobello mit einem Schuss ins leere Gehäuse alles klar. Letzterer verzeichnete wie Simon Moser drei Punkte. Moser trug sich in der sechsten Partie hintereinander in die Skorerliste ein. Bern feierte bereits den siebenten Sieg in Folge gegen Fribourg.

Ambri - Kloten: Ambri gewinnt Kellerduell

Ambri-Piotta setzte sich im Kellerduell gegen Kloten 6:3 durch. Es war der erste Sieg für die Leventiner nach vier Niederlagen.

In der zweiten Hälfte des Mitteldrittels überschlugen sich die Ereignisse. Matt D'Agostini brachte Ambri in der 32. Minute 3:0 in Führung. Knapp vier Minuten später verkürzte Tim Bozon auf 1:3. Der Treffer wurde zunächst nicht gegeben, ehe die Schiedsrichter auf ihren Entscheid zurückkamen. Dennoch musste Bozon wegen Torhüterbehinderung auf die Strafbank. Im folgenden Powerplay erhöhte Cory Emmerton (38.) mit dem zweiten Überzahltor der Tessiner an diesem Abend auf 4:1, nachdem der Klotener Daniele Grassi eine Minute zuvor solo vor Benjamin Conz einen Shorthander verpasst hatte.

Als die Gäste nach dem 2:4 (42.), für das erneut Bozon verantwortlich zeichnete, wieder etwas Hoffnung schöpften, machte Diego Kostner diese nur 22 Sekunden später mit dem 5:2 wieder zu Nichte. Die Basis zum Sieg von Ambri legte im ersten Drittel Verteidiger Nick Plastino mit den Toren zum 1:0 (6.) und 2:0 (18.). Der neu verpflichtete Italo-Kanadier war damit gegen Kloten gleich oft erfolgreich wie in den ersten 22 Meisterschaftsspielen für die Tessiner.

Es war für beide Teams ein wegweisendes Spiel. Während sich Ambri um zwei Positionen auf den 9. Platz verbesserte, verpassten es die Zürcher Unterländer, näher an die vor ihnen klassierten Mannschaften heranzurücken. Die Klotener liegen nach der dritte Niederlage in Serie unter Trainer Kevin Schläpfer nun acht Punkte hinter dem Vorletzten SCL Tigers. Auswärts haben sie bloss eines von elf Saisonspielen gewonnen. Gegen Ambri ging bereits das erste Duell in dieser Spielzeit mit 1:5 deutlich verloren.

SCL Tigers - Lausanne: Lausanne vom 0:3 zum 5:3

Der Lausanne Hockey Club, und nicht die SCL Tigers, fanden im Duell der Tabellennachbarn unterhalb des Strichs aus der Krise. Lausanne gewann in Langnau nach einem 0:3-Rückstand mit 5:3.

Die vorentscheidende Szene ereignete sich in der 46. Minute. Lausannes Offensivverteidiger Jonas Junland verkürzte auf 2:3. Millimeter entschieden bei diesem Goal darüber, ob dem Anschlusstreffer ein Offside vorausgegangen war. Die Fernsehbilder vermochten die Szene nicht aufzuklären. Deshalb blieb der ursprüngliche Entscheid der Linienrichter («kein Offside!») stehen. Kurz vorher hatte Langnau durch Antti Erkinjuntti bloss den Pfosten getroffen.

Nach dem zweiten Gegentreffer brachen die Langnauer ein. Nichts mehr gelang! Nicklas Danielsson glich nach 52 Minuten zum 3:3 aus. Nur 101 Sekunden später brachte Yannick Herren Lausanne erstmals in Führung. Die Tigers erspielten sich keine Ausgleichschance mehr. Am Ende komplettierte Danielsson mit einem Schuss ins leere Tor den persönlichen Hattrick.

Die SCL Tigers gaben ein Spiel aus der Hand, in dem sie bis zur 33. Minute und der ersten Zweiminutenstrafe beim Stand von 3:0 (gegen Alexej Dostoinow) wie die sicheren Sieger ausgesehen hatten. Captain Pascal Berger und Junior Stefan Rüegsegger (erstes NLA-Tor) hatten Langnau im ersten Abschnitt innerhalb von 17 Sekunden 2:0 in Führung gebracht. Beide Spieler kehrten diese Woche nach Verletzungspausen aufs Eis zurück. Und zum dritten Mal in diesem Herbst erzielte Langnau zwei Goals innerhalb von 17 oder weniger Sekunden.

Am Ende verloren die Langnau aber zum dritten Mal in diesem Herbst ein Heimspiel, welches sie nie und nimmer hätten verlieren dürfen. Schon gegen die ZSC Lions (3:4 nach 3:0) und Kloten (2:3 nach 2:0) hatte Langnau in der Ilfishalle Führungen verspielt.

Biel - Lugano: Biel dank Micflikier und Hiller

Der Kanadier Jacob Micflikier mit drei Toren und Jonas Hiller mit 28 Paraden führten Biel zum überraschenden 4:2-Heimerfolg über Lugano, das zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden verlor.

Der EHC Biel verdiente sich den Sieg mit einer aufopfernden, kämpferischen Leistung. Vieles sprach am Samstag im Seeland für Lugano. Die Tessiner glichen die Partie mit dem ersten Angriff nach der ersten Pause zum 1:1 aus und dominierten danach bis zur Schlusssirene mit 22:11 Schüssen das Geschehen. Dennoch setzte sich am Ende Biel durch.

Jacob Micflikier kam zu seinem ersten Hattrick auf Schweizer Eis. In der 33. Minute gelang ihm bei 4-gegen-4-Feldspieler das 2:1. Nach 50 Minuten fälschte er in Überzahl einen Weitschuss von Marco Dufner unhaltbar ab. Und 100 Sekunden vor Schluss stellte er mit einem Schuss ins leere Tor zum 4:2 den Sieg sicher.

Und hinten «hexte» Jonas Hiller. Vier Tage nach dem «Ausraster» beim 1:4 gegen Zug, als er während des laufenden Spiels den Goaliestock zertrümmerte, und einen Tag nach der verordneten Zwangspause anlässlich des Auswärtsspiels in Davos (2:3) zeigte Hiller eine brillante Leistung. Am Ende stand Biel und Hiller auch das Glück zur Seite. Maxim Lapierres Schuss in der 59. Minute hätte Hiller nicht parieren können, hinter dem Goalie rettete aber der Pfosten. Im Gegenstoss gelang Micflikier das siegsichernde vierte Tor.

Bern - Fribourg-Gottéron 5:2 (0:0, 2:0, 3:2) 17'031 Zuschauer (ausverkauft). - SR Massy/Stricker, Obwegeser/Wüst. Tore: 27. Raymond (Blum, Haas/Ausschluss Slater) 1:0. 33. Pyörälä (Moser, Ebbett/Ausschluss Meunier) 2:0. 52. (51:16) Mottet (Kienzle, Stalder) 2:1. 53. (52:47) Blum (Untersander, Arcobello) 3:1. 54. (53:10) Birner (Abplanalp, Slater) 3:2. 57. Rüfenacht (Moser, Arcobello) 4:2. 59. Arcobello (Moser, Rüfenacht) 5:2 (ins leere Tor). Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten (Rüfenacht) gegen Bern, 7mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron. PostFinance-Topskorer: Ebbett; Birner. Bern: Genoni; Untersander, Blum; Andersson, Gerber; Kamerzin, Krueger; Burren; Bodenmann, Ebbett, Pyörälä; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Raymond, Haas, Scherwey; Berger, Hischier, Randegger. Fribourg-Gottéron: Waeber; Kienzle, Stalder; Holös, Abplanalp; Glauser, Chavaillaz; Mottet, Slater, Birner; Rossi, Bykow, Cervenka; Fritsche, Meunier, Vauclair; Neuenschwander, Schmutz, Chiquet. Bemerkungen: Bern ohne Noreau. Fribourg-Gottéron ohne Rathgeb, Sprunger, Schilt, Marchon (alle verletzt), Rivera (gesperrt) und Brust (überzähliger Ausländer). - Pfostenschüsse: 26. Andersson, 36. Untersander. - Timeout Fribourg (35.). - Fribourg von 58:23 bis 58:56 ohne Goalie.

Ambri-Piotta - Kloten 6:3 (2:0, 2:1, 2:2) 5532 Zuschauer. - SR Eichmann/Hebeisen, Gnemmi/Gurtner. Tore: 6. Plastino (Emmerton/Ausschluss Sallinen) 1:0. 18. Plastino (Zwerger) 2:0. 32. D'Agostini (Berthon, Emmerton) 3:0. 36. Bozon 3:1. 38. Emmerton (D'Agostini, Plastino/Ausschluss Bozon) 4:1. 42. (41:57) Bozon (Schlagenhauf) 4:2. 43. (42:19) Kostner (Bianchi) 5:2. 56. Berthon (D'Agostini, Jelovac) 6:2. 59. Grassi (Ausschluss Gautschi) 6:3. Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 5mal 2 Minuten gegen Kloten. Ambri-Piotta: Conz; Plastino, Zgraggen; Ngoy, Jelovac; Fora, Collenberg; Gautschi; Trisconi, Kostner, Bianchi; D'Agostini, Emmerton, Berthon; Zwerger, Müller, Kubalik; Lhotak, Goi, Incir; Mazzolini. Kloten: Saikkonen; Egli, von Gunten; Harlacher, Back; Weber, Ramholt; Bircher; Praplan, Santala, Hollenstein; Grassi, Sallinen, Bieber; Bader, Trachsler, Schlagenhauf; Obrist, Kellenberger, Bozon; Leone. Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Taffe (überzähliger Ausländer), Stucki und Pinana. Kloten ohne Bäckman, Stoop, Lemm (alle verletzt) und Boltshauser (krank). - 6. Lattenschuss Trisconi. - 40. Saikkonen hält Penalty von Kubalik.

SCL Tigers - Lausanne 5:3 (2:0, 1:1, 0:4) 5645 Zuschauer. - SR DiPietro/Koch, Fluri/Fuchs. Tore: 16. (15:48) Berger (Erni) 1:0. 17. (16:05) Rüegsegger 2:0. 28. Gagnon (Erkinjuntti, Elo/Ausschluss Ryser) 3:0. 33. Danielsson (Junland/Ausschluss Dostoinow) 3:1. 46. Junland (Froidevaux) 3:2. 53. Danielsson (Vermin) 3:3. 54. Herren (Junland, Genazzi) 3:4. 60. (59:36) Danielsson (Conz) 3:5 (ins leere Tor). Strafen: 3mal 2 plus 10 Minuten (Dostoinow) gegen SCL Tigers, 1mal 5 Minuten (Ryser) plus Spieldauer (Ryser) gegen Lausanne. PostFinance-Topskorer: Erkinjuntti; Jeffrey. SCL Tigers: Punnenovs; Zryd, Koistinen; Blaser, Erni; Randegger, Huguenin; Lardi; Elo, Gagnon, Erkinjuntti; Kuonen, Gustafsson, Neukom; Dostoinow, Albrecht, Nüssli; Gerber, Berger, Rüegsegger. Lausanne: Huet; Schelling, Junland; Fischer, Genazzi; Trutmann, Frick; Borlat; Vermin, Jeffrey, Danielsson; Zangger, Froidevaux, Pesonen; Ryser, Miéville, Herren; Conz, In-Albon, Kneubuehler; Bougro. Bemerkungen: SCL Tigers ohne Berger, Peter, Seydoux, Stettler (alle verletzt) und Himelfarb (überzähliger Ausländer), Lausanne ohne Gobbi, Nodari und Walsky (alle verletzt). Neukom verletzt ausgeschieden (23.). - Timeout SCL Tigers (46./Coach's Challenge); Lausanne (16./Coach's Challenge). - Pfostenschuss Erkinjuntti (43.).

Biel - Lugano 4:2 (1:0, 1:1, 2:1) 5325 Zuschauer. - SR Müller/Wehrli, Altmann/Kaderli. Tore: 9. Pouliot (Forster) 1:0. 21. (20:22) Hofmann (Lapierre) 1:1. 33. Micflikier (Steiner/Ausschlüsse Reuille; Earl) 2:1. 48. Walker (Romanenghi) 2:2. 51. Micflikier (Dufner, Fuchs/Ausschluss Bürgler) 3:2. 59. Micflikier (Schmutz) 4:2 (ins leere Tor). Strafen: 3mal 2 plus 5 Minuten (Earl) plus Spieldauer (Earl) gegen Biel, 4mal 2 Minuten gegen Lugano. PostFinance-Topskorer: Earl; Klasen. Biel: Hiller; Lofquist, Fey; Dufner, Forster; Maurer, Steiner; Jecker, Kreis; Pouliot, Earl, Nussbaumer; Schmutz, Fuchs, Micflikier; Pedretti, Neuenschwander, Lüthi; Petrig, Sutter, Wetzel. Lugano: Merzlikins: Sanguinetti, Furrer; Ulmer, Vauclair; Chiesa, Wellinger; Riva; Fazzini, Lajunen, Klasen; Bürgler, Lapierre, Hofmann; Bertaggia, Cunti, Sannitz; Walker, Romanenghi, Morini; Reuille. Bemerkungen: Biel ohne Diem, Joggi, Tschantré (alle verletzt) und Rajala (überzähliger Ausländer), Lugano ohne Brunner und Ronchetti (beide verletzt). - Stangenschüsse: Lofquist (20./40.); Lapierre (59.). - Timeout Biel (59.).

SDA

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