Kloten

Derby-Sieg und Derby-Atmosphäre

Der EHC Kloten hat dem 8:1 von Biasca ein 5:2 (2:2, 1:0, 2:0) über die GCK Lions folgen lassen. Es war erst der zweite Heimsieg.

Romano Lemm (Nummer 67), der Torschütze zum finalen 5:2, beschäftigt hier mit seinem Schuss gleich mehrere GCK-Lions-Spieler.

Romano Lemm (Nummer 67), der Torschütze zum finalen 5:2, beschäftigt hier mit seinem Schuss gleich mehrere GCK-Lions-Spieler. Bild: Paco Carrascosa

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Am Schluss war es wie noch in der letzten Saison, als der EHC Kloten in der National League das Derby gegen die ZSC Lions gewann. Die Zuschauer erhoben sich für die zwei letzten Spielminuten und applaudierten ihrer Mannschaft. 211 Zürcher Duelle haben die zwei Teams in der höchsten Spielklasse ausgetragen. Den Klotenern bleibt die schöne Erinnerung, dass sie (bei 13 Remis) mit 113 Siegen mehr geholt haben als die ZSC Lions (85).

Der Gegner gestern sah fast gleich aus wie die ZSC Lions, die Dresse der GCK Lions unterscheiden sich kaum von jenen des Schweizer Meisters. Doch der Match war lange zu flau und zu fade, als dass man von einem richtigen Derby hätte sprechen können – man war einfach eine Liga tiefer. Aber am Ende war es eben doch ein Derby-Sieg – und dank der Zuschauer bei Derby-Atmosphäre.

Kloten gewann den Match, weil sich die Mannschaft nach einem höchst nachlässigen und pomadigen ersten Drittel zu einer Leistung aufraffte, die gegen diese Mannschaft genügte. Dazu gehörte, dass die Fehler doch um einiges reduziert wurden. Nicholas Steiner hatte noch mit einem solchen nach nur 92 Sekunden die GCK-Führung ermöglicht.

Zwei Punkte für den Neuen

Und dass die Küsnachter nach 20 Minuten mit einem 2:2 in die Kabine gehen konnte, ist kein Kompliment für das Klotener Spiel in Unterzahl.

Ein überlegenes Mitteldrittel brachte nur einen Treffer (den ersten in der Meisterschaft für Thibaut Monnet) ein. Zum dritten Abschnitt seien sie «zu gutmütig» gestartet, empfand Coach André Rötheli. Was er damit meinte: GCK hatte die eine oder andere Ausgleichschance. Den Match entschied Fabian Sutter: Er kam von der Strafbank, erlief sich den Puck – und seinen Schuss liess Goalie Daniel Guntern passieren. Romano Lemms 5:2 war das zweite Powerplaytor (aus drei Überzahlspielen).

Seinen Stock mit im Spiel hatte bei diesem Treffer der neue Ausländer der Klotener. Jack Combs hatte bereits beim 3:2 den zweiten Assist geholt. Mit zwei Skorerpunkten führte er sich gut ins Team ein.

Combs war erst am Samstag in Kloten eingetroffen. Mit einem Flug von St. Louis über Chicago und Dublin war die Anreise beschwerlich gewesen, er fühlte sich ziemlich müde.

Der Amerikaner sagte zudem, dass es für ihn gewesen sei, wie sich im Sand vorwärts zu bewegen. Was nichts anderes heisst, als dass er noch einige Mühe hatte. Denn ihm fehlt die Praxis. Sein letztes Spiel absolvierte er im März noch für die Iserlohn Roosters. Diese wollten trotz seiner Tore nicht mit ihm verlängern, «ich glaube, der Coach wollte mich nicht mehr», sagt Combs.

Er hielt sich mit Krafttraining (fünf- bis sechsmal pro Woche) fit, dazu lief er Schlittschuh. «Aber gespielt habe ich eben nie. Ich wartete auf ein Angebot aus Deutschland. Es kam nicht, also habe ich mich für Kloten entschieden.» Dass das Wetter nicht so freundlich war, wird ihn kaum mehr stören. Er muss jetzt vor allem ein bisschen Schlaf nachholen und sich an die neue Umgebung gewöhnen.

Dem Publikum und seinen Mitspielern hat er gezeigt, dass er durchaus eine Verstärkung für dieses Team sein kann. Er ist stark mit der Scheibe, und vor allem kann er sich selber richtig einschätzen. Er wusste, dass er lange nicht wettkampfmässig unterwegs gewesen ist, also ging er keine Risiken ein.

Kindschis Busreisen

Der beste Ausländer auf dem Feld war erneut Ryan MacMurchy. Der Kanadier ist nicht nur Torschütze (wie zum 2:1), sondern er arbeitet enorm fürs Team. «Er könnte problemlos in der National League mitspielen», sagte GCK-Lions-Coach Leo Schumacher. Er hatte mit seiner Mannschaft mit einem 7:4-Sieg in Pruntrut über Ajoie aufhorchen lassen, «damals spielten wir diszipliniert und im System». Gestern aber habe sein Team zu viele Fehler begangen. «Und dafür mussten wir bezahlen.» Von den bisherigen Gegnern hat ihm vor allem Olten imponiert, «dieses Team spielt etwa ähnlich wie in der letzten Saison die SCRJ-Lakers». Kloten kann er nach gestern nicht zu den grossen Favoriten zählen.

Die Serie von sieben Niederlagen in Folge liegt noch nicht weit zurück. Sie hat erst am Freitag ein Ende genommen. Eine Woche nach dem Cupsieg über Biel gab es wenigstens den zweiten Heimerfolg in der Meisterschaft. Aus den drei verbleibenden Partien bis zur Pause wollen Rötheli und sein Team so viele Punkte wie möglich gewinnen, «wir haben ja noch einiges nachzuholen», sagt der Coach mit Blick auf die letzten Wochen.

Ein Wochenende mit vielen Buskilometern hat Simon Kindschi hinter sich. Der Verteidiger spielte am Freitag in Biasca, am Samstag mit Langnau in Genf und gestern wieder in Kloten. Bei drei Siegen nimmt man so etwas gerne in Kauf.

Erstellt: 28.10.2018, 22:12 Uhr

Kloten - GCK Lions 5:2

(2:2, 1:0, 2:0). – 4143 Zuschauer.

SR: Koch, Fabre; Pitton/Micheli.
Tore: 2. Seiler 0:1. 6. Marchon (Sutter; Strafe angezeigt) 1:1. 8. MacMur­chy (Kellenberger; Ausschluss Suter) 2:1. 19. Chiquet (Ausschluss MacMur­chy) 2:2. 23. Monnet (Steiner, Combs) 3:2. 52. Sutter 4:2. 55. Lemm (Back, Combs; Ausschluss Suter) 5:2.
Strafen: 4×2 gegen Kloten, 3×2 gegen GCK Lions.
Kloten: Seifert; Ganz, Kindschi; Back, Kellenberger, Seydoux, Steiner; Harlacher, Weber; MacMur­chy, Sutter, Füglister; Combs, Lemm, Marchon; Lehmann, Monnet, Brunner; Wetli, Mettler, Krakauskas.
GCK Lions: Guntern; Sidler, Büsser; Geiger, Peter; Andersson, Braun; Hayes, Back­man, Chiquet; Mathew, Suter, Brüschweiler; Puide, Ulmann, Riedi; Meier, Seiler, Cohen.
Bemerkungen: Kloten ohne Obrist, Yannick Brunner (verletz), Bircher (krank), Knellwolf und Starkbaum (überzählig); GCK ohne Burger, Berni (verletzt), Oana, Hardmeier (überzählig).

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