Kloten

Die Swiss League ist kein Platz für Träumer

Der EHC Kloten tut sich auch in der zweithöchsten Liga sehr schwer. Woran liegt das?

In Kloten gibt es derzeit viel zu staunen und zu reden. Der National-League-Absteiger hat auch in der Swiss League zu kämpfen. (Bild: Leo Wyden)

In Kloten gibt es derzeit viel zu staunen und zu reden. Der National-League-Absteiger hat auch in der Swiss League zu kämpfen. (Bild: Leo Wyden)

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Wenn der EHC Winterthur fünf Partien in Folge in der Swiss League verliert, dann ist das ein Aufreger, der sich in lokalen Grenzen hält. Wenn der EHC Kloten eine solche Serie hinlegt, dann fragt sich nicht nur die Eishockey-Schweiz, was schiefläuft. Dann wundern sich auch ehemalige Spieler und Trainer in Schweden oder Finnland. Das Ziel ist: So schnell wie möglich wieder aufsteigen, einen Platz unter den Top 3 oder Top 4 in der Qualifikation belegen – und jetzt das: nach drei lockeren Siegen zum Start der Absturz mit fünf Niederlagen in Folge. Wie vor einem Jahr eine Liga höher ist der Strich zwischen Rang 8 und 9 zur Messlatte geworden.

Was ist schiefgelaufen in Kloten? Langenthal, La Chaux-de-Fonds, Thurgau, Winterthur und Visp durften nacheinander je drei Punkte aus den Begegnungen mit dem EHC holen. Zu diesen Ereignissen gibt es Zahlen, die das Klotener Scheitern erklären. 8 Unterzahl-Tore (von total 10 aus 8 Partien) kassierte das Team in den fünf Spielen. Die Erfolgsquote im Boxplay liegt bei wackligen 69,70 Prozent. Das ist Platz 10 der Liga. Der Wert im Powerplay beträgt 19,35 Prozent (Rang 7), addiert ergeben diese Prozentzahlen 89,05. Eine absolute Topquote in Überzahl/Unterzahl liegt bei 120. Olten kommt auf exzellente 118.

«Das ist alles andere als das, was wir uns vorgestellt haben»Sportchef Felix Hollenstein

Goalie Bernhard Starkbaum hat nur 88,67 Prozent aller Schüsse abgewehrt, damit liegt er in der Liga nur auf Rang 11. Die einzige Statistik, in der Kloten unter den ersten vier Teams klassiert ist, betrifft die Anzahl Tore bei numerischem Gleichstand. Die 17 Goals reichen zu Platz 4.

«Das ist alles andere als das, was wir uns vorgestellt haben», sagt Sportchef Felix Hollenstein. «Nach einer guten Vorbereitung und einem guten Start haben sich einige wohl überschätzt, sie fühlten sich zu sicher.»

Zu viele in dieser Mannschaft übten die Rolle des Trittbrettfahrers im Schatten einer ersten Linie aus, welche die Tore schoss, so lange ihre Kraft reichte. Wir kommen aus der National League, wir haben alles unter Kontrolle – diese Einstellung legten zu viele an den Tag. Alle Warnungen schlugen sie in den Wind. Wir gewinnen ja sowieso und irgendwie. Als sie dann aber gefordert waren, ihren Teil zum Erfolg beizusteuern, kam... nichts. Das ist wenig. Namen wie Monnet, Sutter oder Brunner wecken Erwartungen. Doch auch diese Spieler waren nicht in der Lage, dem Team zu helfen. Die Defensive mit Verteidigern, die in der National League spielten, weiss eigentlich, was sie zu tun hat. Auch in Unterzahl. Aber sie tat es nicht.

In Kloten steht die Basis, mehr aber noch nicht.

Seit dem Sonntag und dem 1:4 gegen Winterthur scheint die Mannschaft immerhin einiges begriffen zu haben. «Wir machen einen Lernprozess durch, der jetzt halt ein sehr unangenehmer ist», erklärt Hollenstein. «Aber da kommen wir gestärkt heraus.»

Vor der Saison war klar: In Kloten steht die Basis, mehr aber noch nicht. Nicht alle Spieler empfanden das so, mit ihrem Schlendrian bremsten sie das Team aus. Doch die Swiss League ist kein Platz für Träumer. Die sportliche Führung versucht, das Aufwachen zu beschleunigen und Hilfestellung zu leisten: «Wir werden in nächster Zeit das eine oder andere unternehmen», verspricht Hollenstein.

Handlungsbedarf besteht vor allem im offensiven Bereich. Könnte ein zweiter ausländischer Stürmer Teil einer Lösung sein? Wenn jeder mehr Verantwortung übernimmt, heisst die Antwort Ja.

Erstellt: 17.10.2018, 21:42 Uhr

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