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EHC Bülach nach rasantem Auftritt im Eiltempo in Playoff-Halbfinals

Bülach gewann mit 4:2 auch die dritte Partie der Erstliga-Playoff-Viertel­finals gegen Arosa und quali­fizierte sich damit für die Halbfinals.

Dauerdruck – der EHC Bülach, hier mit dem stark aufspielenden Alexander Kobert (links mit der Nummer 26) und dem zweifachen Torschützen Aurelio Lemm (Nummer 23), setzte Arosa mit dem ehemaligen Bülacher Goalie Dario Caduff immer wieder unter Druck.
Dauerdruck – der EHC Bülach, hier mit dem stark aufspielenden Alexander Kobert (links mit der Nummer 26) und dem zweifachen Torschützen Aurelio Lemm (Nummer 23), setzte Arosa mit dem ehemaligen Bülacher Goalie Dario Caduff immer wieder unter Druck.
Francisco Carrascosa

Die Begegnung zwischen den beiden spielstarken Teams war hochklassig.

Nach dem 3:1 am vergangenen Dienstag und dem 5:3-Auswärtserfolg in Arosa am Donnerstag vor über 1000 Zuschauern liess Bülach vorgestern Samstag in der Best-of-five-Serie mit 4:2 den dritten Sieg folgen, was die Playoff-Halbfinalqualifikation bedeutet. Gegner der Unterländer in der ersten Halbfinalpartie am kommenden Samstag wird Chur, Frauenfeld, Wetzikon oder Seewen sein.

In der dritten Begegnung zwischen Bülach und Arosa sahen die 257 Zuschauer vorgestern Samstag sofort, dass die Bülacher nicht gewillt waren, für ein viertes Spiel am Dienstag nochmals die 371 Kurven zwischen Chur und Arosa rauf- und danach nach der Partie die 371 Kurven wieder runterzufahren. Demgegenüber strebten die Aroser eine vierte Playoff-Viertelfinalbegegnung an. Weil erneut über 1000 Zuschauer gekommen wären, hätte dies der Aroser Klubkasse sehr gutgetan.

Deshalb wollten beide Teams den Sieg. Dank eines Schusses aus dem Handgelenk gingen die Gastgeber in der 12. Minute durch Raphael Huber in Führung. Erneut ein ansatzloser Schuss führte in der 29. Minute durch Aurelio Lemm zum 2:0. Kurz danach hätten die Eisbären gar auf 3:0 er­höhen können. In der 35. und 36. Minute jedoch schafften die Bündner innerhalb von 32 Sekunden den Ausgleich. «Wir haben uns nach unserem Zweitorevorsprung zu sicher gefühlt und verloren deshalb kurz die nötige Konzentration», sagte Verteidiger Yannick Waller zu den Gegentoren.

Das letzte Drittel begann für die Gastgeber dann wieder wunschgemäss. Der 28-jährige Aurelio Lemm, 2008 Schweizer Meister mit dem ZSC Lions, erzielte nach 21 Sekunden sein zweites Tor und seinen dritten Scorerpunkt in diesem Spiel. Danach wogte die Partie hin und her. In den Schlussminuten nahm Arosa seinen Goalie, den ehe­maligen Bülacher Dario Caduff, vom Eis. Die beweglichen Bündner kamen noch zu zwei riesigen Goalchancen, die der einmal mehr brillante Goalie Brenno Zucchetti jedoch vereitelte. Verständlich, dass die Bülacher Fans nach der Schlusssirene «Zuccho, Zuccho», skandierten und dadurch vom Schlussmann eine ­zusätzliche Welle geboten erhielten. 59 Sekunden vor Schluss ­erzielte Nico Andersen in leere ­Aroser Tor das 4:2 – die Entscheidung war gefallen.

Jeder kämpft für jeden

Einer der Leistungsträger bei der starken Bülacher Teamleistung gegen Arosa war Alexander Kobert. Der 29-Jährige musste wegen Krankheit aufs zweite Spiel in Arosa verzichten. «Ich konnte dem Team in Arosa nicht helfen, deshalb wollte ich den Kollegen nun mit einem Sondereffort etwas zurückgeben.» Kobert gab zu, dass in den intensiven Playoff-Duellen die Beine während des Spiels schwer und sich Krampferscheinungen bemerkbar machen würden. Der Stürmer war deshalb sichtlich erleichtert, dass Bülach ein viertes Spiel gegen Arosa vermeiden konnte. «Ich werde jetzt am Sonntag nochmals viel schlafen und viel Tee trinken, sodass ich am kommenden Samstag wieder volle Leistung abrufen kann.»

Verteidiger Tim Ronner sieht den Grund für die gute Playoff-Viertelfinalserie gegen Arosa in der richtigen Reaktion des Teams nach der kurzen Krise während der Qualifikationsphase. «Als es uns einmal nicht gut lief, sind wir alle zusammengesessen und haben offen über die Probleme geredet», berichtet er. Das habe den Teamgeist nochmals verstärkt, fügte der 21-Jährige an.

Apropos Teamgeist: Ramon Schaufelberger zum Beispiel, lange Zeit der Topscorer des Teams, stellte sich auch gegen Arosa voll in den Dienst der Mannschaft. Der 30-Jährige kämpfte aufopferungsvoll, auch in den defensiven Zonen, um jede Scheibe. Starke Leistungen seit Wochen zeigen ebenso die Verteidiger Sandro Wilhelm und Yannick Waller. Nicht nur wegen seiner Körpergrösse von knapp 1,92 m wird der 20-jährige Waller bei ­höherklassigen Klubs auffallen. Strebt der ehemalige Klotener Elite-A-Junior noch einen Karrieresprung an? «Sag niemals nie, aber es gefällt mir sehr gut in Bülach», sagt der Youngster.

Ruhe nach den Toren

59 Sekunden vor Spielschluss erzielte Nico Andersen in leere Aroser Tor das 4:2 – die Entscheidung für Bülach war gefallen. Zu diesem Treffer gab Remo Ottiger den Pass. Am vergangenen Donnerstag noch hatte Ottiger in Arosa gleich dreimal getroffen. «Mir ist schon klar, dass ich jetzt nicht in jedem Spiel meinen Exploit von Arosa werde wiederholen können. Ich bin schon mit einem Tor pro Match zufrieden», sagte der 20-Jährige. Was für den ehemaligen NLB-Spieler (Winterthur) bei seinen Toren für Bülach am vergangenen Donnerstag in Arosa speziell war: «Ich traf, und plötzlich wars in der Halle ganz ruhig, obwohl über 1000 Zuschauer anwesend waren.»

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