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Eine Rückkehr in den tristen Alltag

Nach den Festspielen bei Arno Del Curtos erstem Heimauftritt als ZSC-Trainer gibt es einen Dämpfer in Freiburg. Beim 2:7 agieren die Löwen fehlerhaft und inkonsequent.

Die Defensive der ZSC Lions ist ein Sorgenkind. (Bild: Keystone/Adrien Perritaz)
Die Defensive der ZSC Lions ist ein Sorgenkind. (Bild: Keystone/Adrien Perritaz)

Es war erst kurz die Hälfte des Spiels vorbei, als Lukas Flüeler genug zu haben schien. Im Eiltempo schritt der ZSC-Goalie Richtung Bank, er überliess Niklas Schlegel seinen Platz. Soll der doch auch erleben, wie das so ist. ­Natürlich trügte der Schein, es dürfte Headcoach Arno Del Curto gewesen sein, der ein Zeichen setzen wollte. Irgendwas tun. 1:5 nach 31 Minuten bei Fribourg-Gottéron. Was war da passiert?

Zahlen lügen nicht, doch selten widerspiegelte die Schuss­statistik so wenig die Wahrheit wie am Dienstag in Freiburg. Als die Lions kurz vor der zweiten Sirene auf 2:5 verkürzten und mit ein wenig Hoffnung in die Pause ­gehen konnten, lautete das Verhältnis der Schüsse aufs Tor 35:18 ­zugunsten des ZSC. Alleine das Mitteldrittel hatte er 20:9 «gewonnen». Es war dennoch kein Unrecht, dass Gottéron führte.

Es war das Drittel des Chaos beim ZSC, dieser zweite Abschnitt. Es waren vor allem diese ersten zehn Minuten, in denen das Heimteam zum Toreschiessen gebeten wurde. Natürlich war Gottéron effizient. Aber es waren eben Tore, bei denen sich Freiburger gegen Zürcher durchsetzten und auch von der Orientierungslosigkeit des Gegners profitierten. Boshaft durfte gefragt werden: Wussten die Lions, was sie da machen in ihrer eigenen Zone?

Herzogs früher Feierabend

Diese kleine Hoffnung, aufgeflackert dank Pius Suters Treffer, sie erlosch schon bald. Ein streng gepfiffener Restausschluss gegen Fabrice Herzog brachte für den ZSC gleich zu Beginn des Schlussdrittels eine fünf Minuten lange Unterzahl. Diese überstanden die Lions zwar, danach schwanden Glaube und Hoffnung. Es folgten zwei weitere Gegentore und nur noch zwei Zürcher Schüsse auf Fribourg-Goalie Reto Berra.

Schon der Anfang war harzig. Es stellte sich früh die Frage: Wars das bereits mit dem Del-Curto-Effekt? Stand nach Arno-Cam in Langnau und Arno-Mania im Hallenstadion nun in Freiburg bereits die Rückkehr zum mühsamen Alltag bevor? Im erst ­dritten Spiel seit Serge Aubins Entlassung? Schon wieder diese Lethargie? 0:2 lagen die Lions zurück, keine 10 Minuten waren gespielt. Die Zürcher wirkten in den entscheidenden Momenten unkonzentriert: Severin Blindenbacher kassierte die Strafe nach fahrigem Puckverlust, das Zürcher Boxplay brachte die Scheibe trotz Besitz ebenderen nicht aus der Zone – 0:1. Dann amtete Kevin Klein eher als Begleitschutz denn Gegenspieler Matthias Rossis – 0:2.

Das war inkonsequent, das war schlecht, das gefiel auch Del Curto nicht. Er nahm sein erstes Timeout als ZSC-Lions-Trainer, früher zu den Glanzzeiten in ­Davos bewirkte er damit wahre Wunder. Auch hier geschah ­Gutes. Maxim Noreau schoss im Powerplay keine drei Minuten später das 1:2 und leitete die beste Phase des ZSC ein. Tempo, schnelles Umschaltspiel, endlich auch der nötige Effort – all das war nun vorhanden. Und die ­vielen Schüsse gab es auch.

Der Blick auf die Schussgrafik zeigte indes schonungslos das Manko auf: Die Anzahl stimmte, nicht aber der Ort, von wo aus die Pucks abgefeuert wurden. Berra wurde mehrheitlich mit Weitschüssen eingedeckt, Abschlüsse aus dem Slot waren Ausnahmen. Das ärgerte Del Curto am meisten: «Dieses Klein-klein-Spiel ohne Zug aufs Tor. Das war schade, das müssen wir ändern.» Am Dienstag änderte sich nichts. Es kam das Mitteldrittel. Es kam das Chaos und der Untergang.

Drei stossen zum Kader

Bereits vor dem Spiel hatten die ZSC Lions eine geplante Verjüngung für nächste Saison bekannt gegeben. Die GCK-Stürmer Yannick Brüschweiler und Justin Sigrist sowie Lausannes Angreifer Axel Simic werden nächste Saison fix zum ZSC-Kader stossen. Alle sind 19-jährig, die Lions-Spieler vertraten die Schweiz an der letzten U-20-WM.

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