Eishockey

Eine weitere Chance weggegeben

Kloten begann gegen Bern schlecht, hatte dann aber Chancen auf drei und zumindest auf einen Punkt – und liess die Berner nach 59:48 das 3:2-Siegestor erzielen.

Da ist es um Kloten geschehen: Berns Stürmer Andrew Ebbett dreht nach seinem Siegtreffer zum 3:2 zwölf Sekunden vor der Schlusssirene im Hintergrund jubelnd ab, Klotens Goalie Martin Gerber und Verteidiger René Back sind geschlagen, Ebbetts Berner Sturmkollege Martin Plüss freut sich.

Da ist es um Kloten geschehen: Berns Stürmer Andrew Ebbett dreht nach seinem Siegtreffer zum 3:2 zwölf Sekunden vor der Schlusssirene im Hintergrund jubelnd ab, Klotens Goalie Martin Gerber und Verteidiger René Back sind geschlagen, Ebbetts Berner Sturmkollege Martin Plüss freut sich. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der EHC Kloten im September oder Oktober hätte diese letzten 30 Sekunden locker herunter­gespielt. Wenn er denn überhaupt so weit hätte gehen müssen. Denn so, wie der SC Bern gestern ab der 20. Minute spielte, wäre der Meister im Herbst nicht mit drei Punkten nach Hause gefah­ren.Aber es spielte auch gestern nicht der EHC Kloten der guten Tage, sondern eine Mannschaft, die zurzeit keine Möglichkeit auslässt, dem Gegner doch noch einen Gefallen zu tun.

Noch nach 59:30 hatten die Klotener die letzte gute Chance, das 3:2 für sich zu erzielen. Sie scheiterten, aber sie hatten immerhin Zeit, ein Bully zu spielen und nochmals zu wechseln. Es waren die Ausländer Shore und Sheppard auf dem Eis, routi­nierte Verteidiger. Auch als Bern die Scheibe in die Klotener Zone trug, schien es noch nicht gefährlich, Kloten hatte den Puck unter Kontrolle. Und dann wollte ihn einer locker hoch aus der Zone spielen – und es misslang. Martin Plüss fing die Scheibe ab, ein Querpass zu Andrew Ebbett, der alleine stand – und der Puck war zum 3:2 für Bern im Tor.

Klotens Coach Pekka Tirkkonen versuchte es noch mit einer Offside-Challenge, aber er wusste selber, dass die Chancen höchst gering bis unwahrscheinlich waren. Der Treffer zählte. Und dar­um stand am Ende die 12. Niederlage der Klotener in den letzten 13 Spielen. Wieder kein Punkt, statt wenigstens einen Zähler.

«… -dumm» war zu hören (über den ersten Teil des Ausdrucks breiten wir den Mantel des Schweigens), als das Team geschlagen in die Garderobe schritt. Dass Bern schon am Wochen­ende erst mit einem Treffer in der zweitletzten Sekunde gegen Biel gewonnen hatte, war da nur eine Randnotiz.

Trainer Pekka Tirkkonen versuchte, nicht allzu negativ zu sein. «Wir haben diese Schlacht verloren, aber noch nicht den Krieg.» Mit «Krieg» meint er den Kampf um einen Playoff-Platz. «Noch immer haben wir es in unseren Händen.» Aber er und die Mannschaft waren frustriert und mussten frustriert sein. Ein weiteres Mal gaben sie eine Chance weg, wenigstens zu punkten. Solche Dinge, wie sie Kloten zurzeit unterlaufen, passieren Teams mit Selbstvertrauen nicht.

Nach den Geschehnissen des ersten Drittels war es eigentlich schon fast ein Wunder, dass Kloten überhaupt noch in den Match fand. «Wir fuhren ihnen die ganze Zeit hinterher», sah auch Tirkkonen. Dass Bern im ersten Powerplay nur gerade elf Sekunden brauchte, um in Führung zu gehen, passte zur aktuellen Klotener Verfassung.

Das schwache Powerplay

Da das Drittel aber nur 0:1 ausging, hatte Kloten noch Chancen, etwas zu holen. Die Cunti-Linie erzielte das 1:1 (Praplan), auf das 1:2 von Gian-Andrea Randegger fand Robin Leone noch eine Antwort (51.). «Je länger das Spiel dauerte, desto besser wurden wir», befand Tirkkonen.

Das zeigte sich nach dem Ausgleich mit einer Chance Sheppards und einer Möglichkeit Praplans und zwei, drei weiteren ­guten Szenen. Aber nicht dann, als es besonders wichtig gewesen wäre: im Powerplay. Total elf Minu­ten mit einem Mann mehr war Kloten auf dem Eis, der Ertrag blieb null. Einmal konnte der EHC fünf Minuten in Überzahl agieren – ein einziger guter Torschuss war das Ergebnis. Nicht viel anders sah es in den vier Minu­ten im Schlussdrittel aus.

Die komplizierten Ver­suche, den Puck in die Zone zu spielen, ihn dort Richtung Tor zu bringen, löste Unmut unter den Besuchern aus. 4464 waren es gestern noch. Wenn die Resultate nicht stimmen, bleiben auch die Zuschauer aus.

Geradezu erschütternd ist, wie gewisse Spieler sich nicht gegen den Niedergang stemmen. Wie sie immer noch halbherzig die Scheibe ein bisschen bewegen. Statt sie in heiklen Situationen aus der Zone zu schlagen. Wäre nicht ­Goalie Martin Gerber gewesen, der das sichere 1:2 im Mitteldrittel mit einer Kopfabwehr verhin­derte, der Match wäre früher verloren gewesen. Wie sich fast alle vom SC Bern im ersten Drittel in Sachen Zweikampfhärte vor­führen liessen, war eklatant.

Nur wenn alle in diesem Bereich zulegen, bleibt noch eine Chance nach oben. Sonst werden die nächsten Matches vor allem zu einem Kampf gegen den letzten Tabellenplatz. Trotz der Spieler, die am Wochenende zurückkehren sollten.

Erstellt: 18.01.2017, 10:48 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.