Eishockey

Er ist vom Eishockey-Virus infiziert

Der EHC Bülach bereitet auch in der Mysports League, der dritthöchsten Schweizer Spielklasse, Freude. Dies ist mitunter ein Verdienst von Bülachs Sportchef Ricardo Schödler.

Geselligkeit und gute Laune sind wichtige Faktoren im Leben von EHC-Bülach-Sportchef Ricardo Schödler (rechts). Dies beginnt in seiner Familie. Auf dem Bild sind sein Bruder Patrick, der eben mit Bülach Eishockey-Senioren-A-Schweizer-Meister geworden ist, seine Frau Sarah sowie sein Neffe Nelio und seine Nichte und Gottemeitli Malea zu sehen.

Geselligkeit und gute Laune sind wichtige Faktoren im Leben von EHC-Bülach-Sportchef Ricardo Schödler (rechts). Dies beginnt in seiner Familie. Auf dem Bild sind sein Bruder Patrick, der eben mit Bülach Eishockey-Senioren-A-Schweizer-Meister geworden ist, seine Frau Sarah sowie sein Neffe Nelio und seine Nichte und Gottemeitli Malea zu sehen. Bild: Sibylle Meier

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Seit nunmehr 70 Jahren gibt es den EHC Bülach. Wenige Saisons spielte er in der NLB, der heu­tigen Swiss League. Meist aber kämpften die Eisbären in der1. Liga um Punkte. Beute in Form von Punkten zu machen war für die Bülacher nie einfach. Die benachbarten Grossklubs EHC Kloten und ZSC Lions standen im Scheinwerferlicht, und die ­nahe gelegenen Winterthur sowie Dübendorf verfügten meist über das höhere Budget.

Auf die aktuelle Saison 2017/18 hin wurde die Mysports League gegründet. Die Liga mit zwölf Teams­ setzte sich aus den stärksten­ Equipen aus der ganzen Schweiz der drei Erstligagruppen zusammen. Der EHC Bülach mischte in den vergangenen Monaten in diesem erlauchten Kreis munter mit. Am Schluss der Qualifikation belegten die Unterländer Rang 7, der zur Playoff-Viertelfinals-Teilnahme berechtigt.

Dort treffen die Eisbären ab ­heute Samstag auf den Qualifi­kationszweiten Dübendorf. Am kommenden Dienstag um 19.30 Uhr trägt Bülach in der Best-of-five-Serie sein erstes Heimspiel gegen die Glattaler aus. Die Unter­länder hoffen, am übernächsten Sonntag um 17.45 Uhr bei einer vierten Partie nochmals Gastgeber zu sein. Die Bülacher haben sich die Playoff-Qualifi­kation redlich verdient. Auf den3. Rang fehlten der Mannschaft von Trainer Markus Studer nach 32 Spielen lediglich sechs Punkte.

Als 13-Jähriger an NHL-Spiel

Dass Bülach auch in der ­My­sports League eindrücklich auftritt, nachdem es in der vergan­genen Saison gegen 1.-Liga-Ostgruppen-Meister Frauenfeld einen fantastischen Halbfinal gespielt hat, ist mitunter ein Verdienst von Sportchef Ricardo Schödler. Seit Sommer 2015 tätigt der 29-jährige Eishockeyfachmann, der beim Schweizer Eishockeyverband für die Aktivitäten sämtlicher Nationalteams zuständig ist, in Bülach die Transfers. Schödlers Vorteil: Er hat selber­ Eishockey gespielt und kennt fast alle – und fast alle kennen ihn. Bei den Reisen mit den verschiedenen Junioren-Nationalteams betreut der Unter­länder auch Superstars, so zum Beispiel Nico Hischier 2016/17 an der U-20-WM in Montreal und Toronto.

Als Junior hat Schödler in der berühmten Klotener Nachwuchsabteilung seine Eishockeyschuhe geschnürt. Seine Mit­spie­ler waren unter anderen ­Reto ­Suri, Roman Schlagenhauf, ­Steve Kellenberger, Simon Bodenmann, ­Denis Hollenstein, ­Lukas Flüeler, ­Robert ­Mayer und ­Yves Müller. Der selbstkritische Schödler berichtet aus dieser Zeit: «Weil ich nie zu den Besten gehört habe, stand ich auch immer wieder mal mit einer B-Lizenz für Bülach auf dem Eis.» Als Aktiver ging er zu Bassersdorf in die 2. Liga. Sein Bruder Patrick spielte da, und mit Lukas und Andreas Studer folgten bald Kollegen von ihm. «War das eine schöne Zeit», blickt er zurück. Bald wurde der kommu­ni­ka­ti­ons­freu­dige Rümlanger in Bas­sers­dorf Sportchef und Assistant Coach. Im Februar 2015 folgte die Anfrage des damaligen Erstligisten Bülach.

Das Eishockeyvirus in Ricardo Schödler hat auch eine Reise 2001 nach New York entfacht. Sein Götti hatte ihn als damals 13-Jährigen eingeladen. Die beiden besuchten die NHL-Partie zwischen den New York Rangers und den New Jersey Devils. «Das war so eindrücklich, dass seit diesem Spiel viele weitere NHL-Partien live im Stadion für mich dazu­gekommen sind», berichtet Ricardo Schödler. Er fühlte sich als Eishockeyspieler und in der Sportszene wohl. Deshalb studierte er nach der kaufmännischen Ausbildung Marketing und Sportmanagement.

Entwicklung der Spieler

Neben seinem Fachwissen zeichnen den Bülacher Sportchef auch seine Geselligkeit, seine Lebensfreude und seine Gradlinigkeit aus. Der 29-Jährige geht mit offenen Augen durchs Leben. Wenig entgeht ihm, und er geht auf die Menschen zu. Zu seinen Freunden gehört Klotens Eishockeystar Denis Hollenstein. «In der ganzen Eishockeyszene und auch ausserhalb gibt es viele tolle Persönlichkeiten», erörtert er.

Das ist vielleicht der Grund, weshalb es in Bülach trotz bescheidenem Budget auf dem Eis und im Vorstand so gut läuft. Trainer Markus Studer sagt über seinen Sportchef: «Ricardo weiss, welchen Typ Spieler wir brauchen. Und weil er eigentlich alle Spieler kennt, konnten wir Topleute holen.»

Auch Vereinspräsidentin Corinne Thomet ist voll des Lobes über ihren Sportchef, der auch den Bülacher Junioren Elite B vor­steht: «Die Zusammenarbeit mit Ricardo Schödler erlebe ich als effizient, konstruktiv und zielorientiert. Die Entwicklung der Spieler und die der Mannschaften stehen für ihn stets im Vordergrund. Sein grosses persön­liches Engagement, verbunden mit seiner hohen Fachkompetenz, zeichnet ihn als gewinnbringenden Sportchef für den EHC Bülach aus.»

Die Fähigkeit, gut zu kommunizieren, hat Schödler in die ­Wiege gelegt bekommen. «Mit meiner Mutter spreche ich ­gerne über Gott, die Welt und über ­Mode», klärt er auf. Auch mit seinem­ Vater tauscht er sich oft aus. «Mein Vater fuhr mit mir in den letzten beiden Jahren an fast jedes Bülach-Spiel. Wir diskutieren sachlich, offen und manchmal auch kontrovers. Ich profitiere von ihm», führt er weiter aus.

Viele positive Einflüsse

Gerne ist er ebenso mit seinen beiden Geschwistern und seiner Nichte, seinem Gottemeitli ­Malea, sowie seinem Neffen ­Nelio zusammen. «Ich liebe es, Zeit mit ihnen zu verbringen», sagt er dazu. Auch seine Freunde trifft er gerne. Und zu seiner Frau, die er vor einem Jahr geheiratet hat und die er seit 2010 kennt, meint er: «Meine Frau ist der beste Mensch, den es gibt.»

Erstellt: 16.02.2018, 16:49 Uhr

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