Kloten

Endlich wieder ein Sieg

Die Niederlagenserie in der Swiss League hat ein Ende gefunden: Kloten gewann in Biasca gegen die Ticino Rockets gleich 8:1.

Die richtige Kommunikation (links Klotens Julian Mettler mit Teamkollege Philippe Seydoux) war einer der Schlüssel zum klaren 8:1-Sieg in Biasca gegen die Ticino Rockets.

Die richtige Kommunikation (links Klotens Julian Mettler mit Teamkollege Philippe Seydoux) war einer der Schlüssel zum klaren 8:1-Sieg in Biasca gegen die Ticino Rockets. Bild: Archiv: Leo Wyden

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Biasca hat ein Bocciodromo, in Biasca findet man auch Tattoo-Studios sowie ganz viele Bars und Restaurants. Und in Biasca gibts – versteckt hinter der Mittelschule – auch eine Eishalle. Von aussen grau und unansehnlich, von innen schmuck, mit Holztribünen. Die Zuschauer allerdings blieben auch gestern Mangelware, die meisten machten sich fein für den Ausgang, aber nicht für das Eishockeyspiel.Die Klotener Fans, die einen Bus gefüllt hatten, machten denn auch mehr Lärm als die wenigen Tessiner Anhänger. Und der EHC Kloten durfte endlich einen Weg finden, um wieder mal nicht als Verlierer vom Eis zu gehen. Nach sieben Meisterschaftsniederlagen in Folge siegte er 8:1 (5:0, 3:1, 0:0). Es war der erste Erfolg im Oktober, der doch schon so bald zu Ende geht, und der erste seit dem 6:4 vom 29. September in Zug. Die neue erste Linie mit MacMurchy, Center-Routinier Fabian Sutter und Jeffrey Füglister wies den Zürchern mit sechs Toren den Weg.

MacMurchy, der im Cupmatch gegen Biel ausgefallen war, erzielte einen Hattrick und hatte seinen Stock bei weiteren drei Treffern im Spiel. So zum Beispiel beim frühen 1:0, das im zweiten Einsatz der ersten Formation fiel: Der Kanadier fing in der Zone des Gegners die Scheibe ab, er bediente Jeffrey Füglister, der sich entschlossen durchsetzte. Die Hereingabe kam direkt auf Fabian Sutters Stock, von dort rutschte der Puck über die Linie. Gespielt waren 182 Sekunden.

Das Team funktioniert

Die Klotener Topformation machte nachher im ersten Powerplay gleich weiter, MacMurchy traf mit einem satten Schuss zum 2:0. Damit und nach etwas mehr als sieben Minuten war der Arbeitsabend von Goalie Silas Matthys schon beendet. Er machte Connor Hughes Platz. Doch dem erging es nicht besser. Es folgte das nächste Powerplay und das nächste Tor, das MacMurchy aus nächster Nähe schiessen konnte. Danach gelang Lehmann zum Abschluss einer «Traumkombination» (deren letzte Pässe eher noch Zufall waren) ins leere Goal das 4:0. Füglister schoss acht Sekunden vor der ersten Pause den fünften Treffer.

Im zweiten Drittel machten die Klotener dort weiter, wo sie aufgehört hatten. MacMurchy traf auf Zuspiel Sutters, Krakauskas zeigte eine entschlossene Einzelleistung zum 7:0. Der letzte Treffer Klotens fiel so, wie es die Spieler vor dem Powerplay abgesprochen hatten: Querpass von MacMurchy auf Sutter, der in die nahe hohe Ecke traf.

Es war das 8:1, weil die Tessiner nach einem Time-out ihres Trainers Jan Cadieux für kurze sechs Minuten ein bisschen Unruhe ins Klotener Drittel brachten. Tino Kessler aber blieb ihr einziger Torschütze.

Klotens Trainer André Rötheli hatte den Gegner anders erwartet, als er gestern auftrat. Aber das konnte er ja nicht ändern. Wichtig war für ihn, «dass wir die negative Serie beendet, den vierten Sieg geholt haben». Und dahinter stand der Beweis, der vielleicht noch wichtiger als der Erfolg war. «Man hat gesehen, dass dieses Team funktioniert. Wäre das nicht der Fall, wäre nie ein solches Resultat zustande gekommen.»

Mit einem Sieg alleine ist natürlich noch lange nicht alles gut – nach diesem schwachen Oktober. Deshalb darf man durchaus auch die Leistung von gestern ein bisschen genauer analysieren und auf das hinweisen, was immer noch nicht gut war. Da war zum Beispiel Goalie Bernhard Starkbaum, der es selbst im ersten einseitigen Drittel (24:5 Schüsse!) schaffte, mit zwei, drei Ausflügen wieder Unruhe ins Spiel zu bringen.

Und da war natürlich der eine oder andere Fehler zu viel. Aber die kamen wenigstens erst, als der Match entschieden war. Nicht schon nach dem 1:0 oder 2:0. Wenn dann ein Spiel mal so klar entschieden ist, darf man ein bisschen nachlässig werden. Obwohl die Klotener nach den letzten Partien eigentlich noch immer keinen Grund dazu haben.

Jetzt Heimderby gegen GCK

Das bisschen mehr Selbstvertrauen, das sie sich geholt haben, dürfen sie gerne mitnehmen. Aber wenn sie morgen Sonntag um 15.45 Uhr gegen die GCK Lions antreten, müssen sie wieder so bereit sein, wie sie es gestern waren.

Eine Frage bleibt, doch die Antwort darauf muss nicht Kloten finden: Wie haben die Tessiner noch am Dienstag in Winterthur siegen können? Eine Antwort lautet, dass sie – aus ihrer Sicht – gestern das schwächste Spiel der Saison zeigten. Obwohl mit Luca Cereda der Trainer und mit Paolo Duca der Sportchef von Ambri auf der Tribüne sassen.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 26.10.2018, 23:42 Uhr

Ticino Rockets - EHC Kloten 1:8

(0:5, 1:3, 0:0 ). Biasca. – 243 Zuschauer. – SR: Mollard, Fausel; Ambrosetti/Haag. – Tore: 3. Sutter (Füglister, MacMurchy) 0:1. 8. MacMurchy (Kellenberger; Ausschluss Kparghai) 0:2. 12. MacMurchy (Füglister, Wetli; Ausschluss Portmann) 0:3. 15. Lehmann (Lemm, Back) 0:4. 20. Füglister (MacMurchy) 0:5. 26. MacMurchy (Sutter) 0:6, 28. Krakauskas 0:7. 29. Kessler (Rohrbach) 1:7. 36. Sutter (MacMurchy, Kellenberger; Ausschluss Barandun) 1:8. – Strafen: 5×2 plus 10 Minuten (Portmann) gegen Ticino Rockets, 3×2 gegen Kloten. – Ticino Rockets: Matthys (ab 8. Hughes); Moor, Fontana, Matewa, Pagnamenta; Ba­randun, Kparghai; Wieszinski; Kessler, Vedova, Haussend; Rohrbach, Smith, Portmann; Neuenschwander, Guidotti, Bionda; Fritsche, Demuth, Spinedi; Talana. – Kloten: Starkbaum; Kellenberger, Back; Ganz, Kindschi; Seydoux, Steiner, Weber, Waller; MacMurchy, Sutter, Füglister; Lehmann, Lemm, Marchon; Wetli, Monnet, Brunner; Knellwolf, Mettler, Krakauskas. – Bemerkungen: Kloten ohne Bircher, Obrist, Yannick Brunner (verletzt); Seydoux nach 1. Drittel geschont.

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