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Glattaler Eishockey-Playoff-Derby verspricht interessanten Mix

In den Achtelfinals der 2. Liga kommt es ab Samstag zum Duell zwischen Bassersdorf und Wallisellen. Und Dielsdorf-Niederhasli tritt als Aussenseiter in Küsnacht an.

Wallisellens Trainer Don McLaren trifft am Samstag erstmals nach seinem Wechsel auf die vergangene Saison hin auf sein ehemaliges Team Bassersdorf - und das im Playoff-Achtelfinal.
Wallisellens Trainer Don McLaren trifft am Samstag erstmals nach seinem Wechsel auf die vergangene Saison hin auf sein ehemaliges Team Bassersdorf - und das im Playoff-Achtelfinal.
Leo Wyden

Als «Wunschgegner» möchte im Vorfeld keiner der Unterländer Clubverantwortlichen seinen jeweiligen Achtelfinal-Widersacher einstufen. Mit den Worten der Profis sprechen alle davon, dass es aus sportlicher Sicht jeden Gegner ernst zu nehmen und zu besiegen gelte. Dennoch äussern sich alle glücklich darüber, in der ersten Playoff-Runde auf Kontrahenten aus dem eigenen Kanton zu treffen. Der Grund: Während der schönsten Wochen des Jahres tragen auch die Zweitligisten im Gegensatz zum Grossteil der Qualifikationsrunde ihre Partien während der Woche aus, an Dienstag- und Donnerstagabenden. «Wir sind in erster Linie froh, dass wir mit unseren vielen berufstätigen Spielern jetzt nicht an einem Wochentag in St. Moritz antreten müssen», sagt Bassersdorfs Sportchef Willy Staiger etwa. «Gut, dass es nicht Bellinzona geworden ist», sagt Wallisellens Co-Trainer Florian Setzer.

Auch in Bezug auf die sportliche Ausgangslage im Glattaler Playoff-Derby scheinen sich beide einig zu sein. «Wenn wir alles richtig machen, sollten wir gegen Wallisellen weiterkommen», schätzt Staiger und mahnt: «Das müssen wir aber auch tun.» Setzer seinerseits lobt den Gegner: «Bassersdorf ist eine eingespielte Mannschaft mit vielen erfahrenen Spielern. Ausserdem haben sie viel mehr verschiedene Spieler, die regelmässig Tore schiessen, und sind sehr breit aufgestellt.» Das mache Bassersdorf schwierig auszurechnen. Erschwerend hinzu kommen Personalsorgen vorab in der Walliseller Verteidigung, die Setzer als «echte Herausforderung» ansieht.» Auch deswegen kommt Setzer zum Schluss: «Die Favoritenrolle liegt eindeutig beim Gegner.»

Bild: Leo Wyden
Bild: Leo Wyden

Doch just mit der noch ungewohnten Favoritenrolle habe sich der Playoff-Finalist der vergangenen Saison heuer in einigen Qualifikationspartien schwergetan, konstatiert Bassersdorfs Sportchef Willy Staiger. «Das war unsere grosse Herausforderung: zu zeigen, dass der überraschende Erfolg im letzten Jahr keine Eintagsfliege ist», führt er aus, «am Anfang ist uns das sehr gut gelungen, zwischendurch nicht immer. Aber zuletzt hat die Formkurve wieder klar nach oben gezeigt.»

Auftakt in Dielsdorf

Wozu die Bassersdorfer fähig sind, wenn es drauf ankommt, zeigten sie etwa beim überzeugenden 5:0-Auswärtssieg in Schaffhausen – im vorweggenommenen Final um den 4. Platz und das damit verbundene Heimrecht im Achtelfinal. Wobei die Sache mit dem Heimrecht im Fall des EHC Bassersdorf, der über kein eigenes Eisfeld verfügt, ohnehin relativ ist.

Das zeigt sich im Blick auf den Spielplan der Best-of-5-Serie. Weil die Klotener Swiss-Arena, in welcher der Zweitligist das Gros seiner Heimspiele bestreitet, heute Samstag wegen der Swiss-League-Partie des heimischen EHC gegen die Biasca Ticino Rockets belegt ist, müssen die Bassersdorfer in die Dielsdorfer Erlen ausweichen. Für die möglichen Spiele 4 und 5 haben beide Teams gar das Heimrecht abgetauscht. Sprich: Kommt es am Dienstag, 4. Februar, zur «Belle», tritt Wallisellen auf dem Freiluftfeld des heimischen Sportzentrums an. Dass die Achtelfinal-Serie so lange geht, erwartet zum Voraus freilich niemand. Dafür rechnet Bassersdorfs Willy Staiger in den einzelnen Partien mit «einem guten Mix: Beide Teams spielen kein Rumpel-Hockey, aber auch nicht nur filigran.»

Bild: Leo Wyden
Bild: Leo Wyden

Aufsässiger EVDN darf hoffen

Noch klarer als beim Duell des Qualifikations-Vierten der 2. Liga, Gruppe 1, (Bassersdorf) gegen Wallisellen, den Fünftplatzierten der Gruppe 2, scheint die Ausgangslage für den EV Dielsdorf-Niederhasli (EVDN). Die Unterländer treten als Siebter der Gruppe 2 beim zweitbesten Team der Gruppe 1 an: Küsnacht. EVDN-Trainer Michael Ungricht rechnet sich dennoch Chancen aus. «Wir haben gerade gegen die Top-Teams aus unserer Gruppe unser bestes Hockey abgerufen», erklärt er, «zuletzt erst haben wir Weinfelden und Illnau-Effretikon phasenweise unser Spiel aufgezwungen.» Mit etwas mehr Effizienz vor dem gegnerischen Tor und Konsequenz beim Beschützen des eigenen Gehäuses könne es gegen Gegner dieser Stärke durchaus auch zum Sieg reichen.

Den Playoff-Gegner vom Zürichsee schätzt er als schnell und robust ein und fügt an: «Das kommt uns entgegen.» Die Küsnachter spielten mit einem ähnlichen System wie sein Team und seien der klare Favorit. «Aber sie haben gegen die schwächeren Teams aus ihrer Gruppe oft nur knapp gewonnen oder auch mal verloren», führt Ungricht aus. «Das heisst: Wenn wir es schaffen, robust dagegenzuhalten, aufsässig und ungemütlich zu spielen, können wir Küsnacht aus dem Konzept bringen.» Seinen Optimismus nährt zusätzlich der Schwung und Einsatz, den er bei seinen Spielern auch im Training sieht, sowie die gute personelle Situation. «Wir können annähernd aus dem Vollen schöpfen», sagt Ungricht.

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