Kloten

Jussi Jokinen: «Ein Prozent Chance» für eine Rückkehr

Heute Dienstag bestreitet Jussi Jokinen in Olten bereits seinen letzten Match mit dem EHC Kloten. Der 35-jährige Finne beeindruckte bei seiner Stippvisite alle.

Die Augen auf die Mitspieler gerichtet – Starspieler Jussi Jokinen war in Kloten auch ein Teamplayer.

Die Augen auf die Mitspieler gerichtet – Starspieler Jussi Jokinen war in Kloten auch ein Teamplayer. Bild: Urs Brunner

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Auch das war typisch für JussiJokinen. Als am Sonntag der HC Ajoie in der letzten Minute versuchte, den Ausgleich doch noch zu erzielen, hechtete der Finne in den letzten Querpass. Er verhinderte so den letzten Torschuss. Mit 1005 NHL-Partien im Gepäck war Jokinen nach Klotengekommen. Morgen Mittwoch fliegt er zurück nach Florida – um sieben Spiele in der Swiss League und einen Cupmatch reicher an Erfahrung.«Ich habe hier das bekommen, was ich suchte», sagt Jokinen. «Gute Trainings, viel Spielpraxis.» Und er fühlt, dass er der Mannschaft und den einzelnen Spielern habe helfen können. «Vor allem im mentalen Bereich. Nicht nur die älteren schossen Tore, wir haben auch wichtige Goals von jungen Leuten wie Knellwolf oder Krakauskas bekommen. Alle sind fähig, zu skoren.»

Auch im Juniorentraining

Jokinen stellte keine Ansprüche, er spielte zusammen mit Patrick Obrist und Adrian Wetli, der extrem von der Präsenz des Ausnahmespielers profitierte. Er leistete Doppeleinsätze, er spielte in Unterzahl und in Überzahl, gewann wichtige Bullys. Und er stellte sich auch zur Verfügung, um den Junioren im Training gewisse Dinge zu zeigen. «Ich erinnere mich daran, wie grossartig das für mich war, als ich in Finnland ein junger Spieler war und die NHL-Grössen mit uns trainierten.»

«Natürlich ist auch ihm im Spiel nicht immer alles gelungen, aber er fiel nie unter ein gewisses Level», sagt Trainer André Rötheli. «Wenn einer unserer Spieler besser werden will, hatte er einen Monat Zeit, von einem Mann zu lernen, der so viel NHL-Partien absolviert hat.» Wie wichtig eben die kleinen Dinge sind. Das betont auch Jokinen immer wieder. «Da sind diese kleinen Dinge, die musst du einfach tun.» Halt die Scheibe rausschlagen, wenn es nicht anders geht. Im Lesen des Spiels war Jokinen klar die Nummer 1 in Kloten. Er hat immer das getan, was die Situation erforderte.

Neue Powerplay-Varianten

Und er hauchte dem Powerplay neues Leben und neue Varianten ein. Das Überzahlspiel Klotens ist nun das beste der Swiss League. «Und auch unser Boxplay wurde stabiler», denkt Jokinen. «Stabil» ist das, was am besten zum Finnen passt. Wenn er weg ist, wird man sehen, ob jemand fähig ist, in seine Lücke zu springen. Die Ausländer Combs und MacMurchy sind ganz andere Spielertypen.

Jokinen begann mit sechs Skorerpunkten beim 8:0 über die Ticino Rockets, legte drei nach beim Sieg über Thurgau, schoss den entscheidenden Treffer gegen die EVZ Academy – und ärgerte sich, dass man gegen Langenthal so früh zwei Gegentore zugelassen hatte und nachher wie kopflose Hühner herumgefahren sei.

Am meisten gewurmt hat ihn allerdings, «dass wir im Cup gegen Zug doch noch verloren haben». Aber da habe man gesehen, dass Kloten nicht so weit weg sei von einem Team der höchsten Liga. «40 Minuten waren wir exzellent», da habe er gespürt, was in dieser Mannschaft wirklich stecke.

Wie es mit Jokinen und dem Eishockey weitergeht, ist noch offen, «mein Agent hat einige Gespräche geführt», sagt der Flügel. Gibt es denn auch eine Möglichkeit, dass er noch einmal in Kloten landet? «Ich habe in meinen Leben gelernt, dass man nie etwas ausschliessen soll. Ein Prozent Chance für eine Rückkehr gibt es.» Das ist immerhin ein Prozent mehr als bei seiner Ankunft in Kloten vor vier Wochen, als er das kategorisch verneinte.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 03.12.2018, 17:40 Uhr

Der EHC Kloten tritt heute Dienstag um 19.45 Uhr in Olten an

André Röthelis Rückkehr. Es braucht schon einiges, um André Rötheli aus der Ruhe zu bringen. Eine Rückkehr nach Olten in die Halle, in der er einst gespielt hat, dort, wo er vor seinem Wechsel nach Kloten auch Assistenztrainer war, ist für ihn kein grosser Aufreger. Er hofft einfach, dass seine Mannschaft wie zuletzt in Visp und gegen Ajoie den nächsten Gegner aus den Top 5 fordern kann. Olten überraschte am Sonntag vor einer Woche mit einer 2:3-Niederlage in Zug gegen die Academy, nachdem das Team vorher fünf Partien in Folge gewonnen hatte. Zwischen dem Zug-Match und dem heutigen Spiel hatten die Oltner mehr als eine Woche Pause. Bei Kloten sieht die personelle Situation so ziemlich gleich aus wie am Sonntag: Ryan MacMurchy ist neben Jussi Jokinen der zweite Ausländer, Edson Harlacher sitzt seine dritte (und letzte) Sperre ab. In Kloten hatte Olten dank eines starken Mitteldrittels 5:2 gewonnen. jch

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