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Klotener Ersatzgoaliefrau Brändli: «Meine Zeit in der Nati kommt»

In der Meisterschaft steht die 20-jährige Andrea Brändli bei den Schaffhauser Männern zwischen den Pfosten. Nun wurde die Klotenerin als Ersatztorhüterin für das Frauen- Nationalteam an die Olympischen Winterspiele aufgeboten, wo die Schweizerinnen im 5. Rang das Turnier abschlossen.

Obwohl die 20-jährige Klotenerin Andrea Brändli bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang für das Schweizer Eishockey-Frauen-Nationalteam nicht zum Einsatz kam, gefiel es der Unterländerin dort ausgezeichnet.
Obwohl die 20-jährige Klotenerin Andrea Brändli bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang für das Schweizer Eishockey-Frauen-Nationalteam nicht zum Einsatz kam, gefiel es der Unterländerin dort ausgezeichnet.
Christoph Merki

Die Schweizer Eishockeyfrauen wollten unbedingt Gold gewinnen. Dieser Traum verpuffte nach der Niederlage im Viertelfinal gegen Russland. Woran hat es gemangelt?

Die Partie gegen Russland war ein sehr schwieriges Spiel, beide Mannschaften hatten gute Aktionen. Bei uns hat im Endeffekt halt einfach das ­nötige Tor- oder Wettkampfglück gefehlt. Das war schon sehr enttäuschend direkt nach dem Spiel. Mit unserer Mannschaft hätten wir das Ziel, mit einer Medaille nach Hause zu fahren, durchaus erreichen können. Aber schon am nächsten Tag war die Niedergeschlagenheit überwunden. Geholfen hat da sicherlich auch der Sieg über Korea.

Konnte Nationaltrainerin Daniela Diaz das Team so schnell wieder auf die Bahn bringen?

Grundsätzlich muss jede selbst zuerst persönlich mit einer solchen Niederlage umzugehen ­wissen. Sicherlich haben die Worte der Trainerin auch dazu beigetragen, dass wir uns schon am nächsten Tag wieder voll auf das Platzierungsspiel konzentrieren konnten. Aber auch innerhalb des Teams haben wir uns gegenseitig unterstützt und aufgemuntert.

Der gesunde Teamspirit scheint der Joker der Schweizerinnen zu sein?

Die Mannschaft ist tatsächlich immer so, wie wir hier in Südkorea aufgetreten sind, einfach eine gute Truppe. Wir lachen viel und die Stimmung ist immer super, Streitereien sind sehr selten. Für uns bedeutet Eishockey Leidenschaft, das leben wir voll aus und haben daher auch immer Spass auf und neben dem Eis.

Sie wurden zwar aufgeboten und in der Partie gegen Korea waren Sie immerhin die Nummer 2. Sie haben aber während des ganzen Turniers keine Minute gespielt. Ist dies nicht frustrierend?

Janine Alder und ich haben von Anfang an gewusst, dass es für uns sehr wenig bis gar keine Einsatzzeit geben wird. Daher haben wir uns schon vor dem Turnier mit der Rolle abfinden können und Florence Schelling unterstützt, wo wir konnten. Wir stehen auch voll hinter ihr. Dies ist halt das Los eines Torhüters, damit muss man umgehen können und das haben wir auch gut geschafft, glaube ich. Auch wenn ich dieses Mal keinen Einsatz gehabt habe, meine Zeit in der Nationalmannschaft kommt sicher irgendwann. Ich bin ja erst 20 Jahre alt.

Dennoch waren die Olympischen Spiele ein persönliches Erlebnis?

Diese Zeit hier in Südkorea war einfach wow. Es war ein grossartiges Erlebnis, das ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Man kann andere Sportarten und Sportler kennen lernen. Diese Begegnungen und Eindrücke prägen einen auch für das weitere Leben. Auch wenn ich nicht gespielt habe, war es für mich eine mega coole Zeit.

An welche Begegnungen denken Sie dabei?

Wir haben einige Zeit mit dem Silbermedaillengewinner Martin Rios verbracht. Es ist schön, dass dabei sogar eine Freundschaft entstanden ist. Er hat uns sodann sogar zum Medaillen-Dinner im House of Switzerland eingeladen. Wir haben uns auch alle gefreut, dass er und Jenny Perret die Medaille gewonnen haben. Ich selbst habe sonst vor allem Athleten vom Eisschnelllauf und vom Eiskunstlauf kennen lernen dürfen.

Können Sie auch Erfahrungen für Ihre Einsätze beim EHC Schaffhausen mitnehmen?

Ja sicher. Das Männer- und das Frauenhockey sind zwar total verschiedene Spiele, jedoch denke ich, dass ich vor allem im mentalen Bereich etwas mitnehmen kann. Auch was die Motivationsförderung und den Rummel rund um ein Turnier anbelangt, konnte ich grosse Erfahrungen sammeln.

Träumen Sie schon von Olympia in Peking in vier Jahren?

Sobald ich zu Hause bin, werde ich sicherlich ein, zwei Tage herunterfahren und nichts machen, was mit Hockey im Zusammenhang steht. Zudem ist die Saison ja noch nicht beendet. Aber ja, das jetzige Team hat ein riesiges Potenzial, nicht nur spielerisch, sondern auch menschlich. Für mich war es eine Ehre, hier dabei gewesen zu sein. Daher werde ich alles daran setzen, um auch in vier Jahren wieder dabei sein zu können.

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