Neerach

Schlegel nützt seine Chance perfekt

Wegen Lukas Flüelers Verletzungsproblemen ist der Neeracher Niklas Schlegel derzeit die Nummer 1 im Tor der ZSC Lions. Der 21-jährige Goalie zeigt dabei starke Leistungen und gilt als grosses Talent mit Zukunftspotenzial.

Ein Unterländer im Tor der Stadtzürcher: Niklas Schlegel hütet das Gehäuse der ZSC Lions wie hier im Derby gegen Klotens Patrick Obrist.

Ein Unterländer im Tor der Stadtzürcher: Niklas Schlegel hütet das Gehäuse der ZSC Lions wie hier im Derby gegen Klotens Patrick Obrist. Bild: Keystone

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So hatte sich Niklas Schlegel diese Saison nicht vorgestellt. Er gilt zwar als eines der grössten Torhütertalente im Schweizer Eishockey und kam schon in der vergangenen Saison zu sechs Einsätzen mit den ZSC Lions in der National League A. Aber dass er in der laufenden Qualifikation zur Nummer 1 im Tor des Leaders avanciert, das hatte niemand erwartet.

Zwar beruht Schlegels Glück zum Teil auf Lukas Flüelers Pech. Der ZSC-Meistergoalie von 2014 verletzte sich schon nach sechs Spielen der laufenden Saison an den Adduktoren. Nach einer Operation wird Flüeler nun weitere sechs Wochen ausfallen, Schlegel bleibt vorerst der Stammtorhüter. Doch der Neeracher hat seine unerwartete Chance auch nahezu perfekt genutzt: Er kommt auf eine starke Fangquote von 92,82 Prozent und steht damit sogar leicht besser da als Flüeler (92,42). Von Nervosität ist keine Spur, wenn Niklas Schlegel auf dem Eis steht. Im Gegenteil: Schlegel wirkt dabei wie ein Routinier. Er selbst bezeichnet die Schnelligkeit, die Beinarbeit und die Ruhe als seine Stärken.

Sohn eines Goalietrainers

Die ersten sechs Jahre seines Lebens verbrachte Niklas Schlegel in Bachenbülach, dann zog er mit den Eltern nach Neerach. Dort lebt er mit seinem Vater und den beiden jüngeren Schwestern auch heute noch. «Mir gefällt es in Neerach ausgezeichnet. Dort bin ich zur Schule gegangen und habe viele Kollegen», erzählt der Torhüter erfreut.

Auch seine Schwestern sind sehr sportlich. Jessica, die jüngere, spielt für die ZSC-Frauen als Stürmerin und kehrte eben von der U18-Juniorinnen-Weltmeisterschaft aus Kanada zurück. Mit ihrem Treffer zum 1:0 beim entscheidenden 2:0-Sieg gegen Frankreich trug sie einen wichtigen Teil zum Klassenerhalt der Schweizerinnen bei. Allison, Niklas Schlegels ältere Schwester, spielt Unihockey bei den Hot Chilis Rümlang-Regensdorf.

Der Weg zum Eishockeytorhüter war für Niklas Schlegel vorgezeichnet. Sein Vater Tom stand einst in der 1. Liga im Tor von Küsnacht und Schaffhausen. Heute ist er Goalietrainer bei der Professional Goalie School in der Nähe des Klotener Bahnhofs. «Als Kind eifert man halt dem Vater nach», erklärt Niklas Schlegel. Der Vater, der ihm heutzutage wenn immer möglich im Stadion zusieht, war denn auch der Grund, weshalb er als Zwölfjähriger vom EHC Bülach zur Organisation der ZSC Lions wechselte. Tom Schlegel ar­bei­te­te damals als Goalietrainer bei den Lions. Dank des Vaters hat Niklas Schlegel neben der schweizerischen auch die kanadische Staatsbürgerschaft und ist Fan der Toronto Maple Leafs. Sein Vorbild im Tor ist allerdings Montreals Carey Price.

Trotz anderen Angeboten hat der KV-Absolvent seinen Vertrag bei den ZSC Lions kürzlich bis ins Jahr 2017 verlängert. Die Gründe seien die guten Bedingungen in diesem Verein und die Tatsache, dass es hier die Chance gebe, bei den GCK Lions auch in der NLB zu spielen. Dort habe er in der Vergangenheit viel profitieren können, meint Schlegel. Es sei kein Zufall, dass die Organisation der ZSC Lions so viele talentierte Torhüter hervorbringe: «Wir können von ausgezeichneten Trainern profitieren. Die Ausbildung der jungen Spieler ist bei den Lions sehr professionell.» Wobei dies nicht nur für die Torhüter gelte, die Organisation produziere ja generell viele Talente, fügt Schlegel an.

Den ersten Titel im Visier

Niklas Schlegel war Junioren-Nationalspieler und nahm einmal an einer U18-Weltmeisterschaft in Tschechien teil. Am 3. Februar hat er die grosse Chance, im Cupfinal gegen Lausanne seinen ersten Titel im Profi-Eishockey zu gewinnen. In diesem Wettbewerb spielte er in der ersten Runde noch mit den GCK Lions gegen Ambri. Kurios verlief der Cup für ihn im Vorjahr. Schlegel stand mit GCK zunächst ausgerechnet gegen die ZSC Lions im Tor und schied natürlich aus. Später kam er auch mit dem ZSC zu Cup-Einsätzen. Zuerst steht nun aber am Freitag das Spitzenspiel in der Meisterschaft beim EV Zug an. Es wird bereits die 32. Saisonpartie des Neerachers für die Lions in der NLA sein. ()

Erstellt: 20.01.2016, 13:41 Uhr

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