Eishockey

Spiel und Blindenbacher verloren

Der HC Lugano schlägt mit dem 3:2-Sieg gegen die ZSC Lions zurück und gleicht die Viertelfinalserie zum 2:2 aus. Die Entscheidung fiel, nachdem Severin Blindenbacher wegen eines Schubsers gegen einen Linienrichter vorzeitig unter die Dusche gemusst hatte.

Die Entscheidung gegen die ZSC Lions: Patrik Zackrisson trifft zum 3:2 für Lugano.

Die Entscheidung gegen die ZSC Lions: Patrik Zackrisson trifft zum 3:2 für Lugano. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die alten Zeiten sind zurück. 13 Jahre haben die ZSC Lions und der HC Lugano im Playoff nicht mehr gegeneinander gespielt. Doch die aktuelle Viertelfinal- Serie erinnert an die unvergess­lichen Finalduelle aus den Jahren 2000 und 2001, als die Zürcher jeweils Meister wurden. Jetzt steht es in dieser hochklassigen und vor allem spannenden Serie 2:2 Unentschieden.

Lugano erweist sich als weit hartnäckiger und zäher, als vor dem Start vielleicht vermutet wurde. Und der ZSC beklagt viele verletzte oder gesperrte Leistungsträger. Selbst für ein Team, das in der Breite über das beste Kader der Liga verfügt, nagt der Substanzverlust langsam, aber ­sicher an der Qualität. In Lugano etwa musste Trainer Hans Wallson neben den verletzten Robert Nilsson und Mattias Sjögren auch auf den gesperrten Patrick Thoresen verzichten. Der ZSC hatte im 4. Spiel in der Resega nur noch zwei Ausländer zur Verfügung. Ein an sich vernünftiger Entscheid könnte sich negativ auswirken. Sportchef Edgar Salis hatte wegen fehlender attraktiver Angebote auf das Engagement eines zusätzlichen Ausländers verzichtet.

Für Gesprächsstoff in der Re­sega sorgte vor allem eine Szene. Beim Stand von 2:2 kam es in der 38. Minute zu einer verhängnisvollen Kollision zwischen ZSC-Abwehrchef Severin Blindenbacher und Linienrichter Roger Bürgi. Der fiel hin, und Blindenbacher musste mit fünf Minuten und einer Spieldauerdisziplinarstrafe vorzeitig unter die Dusche.

Was war genau passiert? Der ZSC-Verteidiger versuchte, einen Konter der Tessiner zu unterbinden. Dabei stand Bürgi ihm im Weg, Blindenbacher konnte nicht mehr ausweichen. Absicht kann man dem Verteidiger nicht unterstellen, und Bürgi stand auch an einem unglück­lichen Ort. Aber das Reglement sieht halt für einen solchen Zwischenfall ein hartes Strafenverdikt vor. Die fünf Minuten Überzahl nutzte dann Patrik Zackrisson zum 3:2. Das war letztlich die entscheidende Szene, dem ZSC gelang der Ausgleich danach nicht mehr. Und Blindenbacher drohen nun gar noch Spiel­sper­ren. Der gesunde Menschenverstand allerdings sagt, dass diese Strafe genug war.

Nur mehr Schüsse

Zuvor hatten die Stadtzürcher zwei Führungen der Tessiner egalisieren können. Sie dominierten wie immer in dieser Serie das erste Drittel, das 1:1 durch Fabrice­ Herzog war in Anbetracht der Überlegenheit eine unge­nügende Ausbeute. Auch über sechzig Minuten gesehen sprach vieles für die ZSC Lions; die Schussstatistik lautete am Ende 26:19 für den «Z». Aber Spiele werden halt nicht durch Schüsse, sondern durch Tore entschie­den. Und genau da hat der ZSC sein Defizit, die Chancenauswertung ist ungenügend.

Lugano, taktisch ohnehin gut eingestellt, bleibt im Abschluss effizienter. Dazu kommen eben die wichtigen Absenzen von Leistungsträgern. Trainer Hans Wallson sprach von einer starken Leis­tung, die sein Team in der Re­sega geboten habe. Dem kann man zustimmen, die Einstellung, der Einsatz und die Zweikampfhärte überzeugen. Der in der Qualifikationsphase oft gehörte Vorwurf der «Schönspielerei» trifft im Playoff nicht zu. Roman Wick, in Absenz von Nilsson und Thoresen jetzt wieder Top­skorer, bot im vierten Spiel seine bislang beste Leistung.

Trotzdem: Die Lage für die ZSC Lions kann man nach vier Spielen und einer ausgeglichenen Bilanz durchaus als ungemütlich einstufen; Aufwand und Ertrag stimmen bei den Resultaten nicht überein. Nach best of seven und best of five heisst es nun noch best of three. Die Chancen von Lu­gano auf eine Halbfinalqualifikation sind mittlerweile sicher höher als vor Beginn der Serie einzustufen.

Klar ist aber auch, dass die Tessiner mindestens einmal auswärts gewinnen müssen. Die nächste Möglichkeit bietet sich ihnen am Dienstag in Oerli­kon. Dabei scheinen die Chancen auf ein Break von Lugano in Anbetracht der Zürcher Personalsorgen nicht allzu schlecht zu sein.

Erstellt: 12.03.2017, 21:52 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Newsletter

Die Woche in der Region.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!