Kloten

Wieder einmal müssen sie hinterherlaufen

Auch in der Ligaqualifikation gegen die SCRJ Lakers müssen die Klotener einen Rückstand wettmachen.

Angeschlagen, aber noch nicht geschlagen: Die Klotener Stoop, Hollenstein, Kellenberger, Back und Schlagenhauf (von links).

Angeschlagen, aber noch nicht geschlagen: Die Klotener Stoop, Hollenstein, Kellenberger, Back und Schlagenhauf (von links). Bild: Keystone

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«1:4 im ersten Spiel, 0:4 im zweiten – was wollt ihr noch gegen die?» Klotens Trainer André Rötheli sagt das, was seiner Meinung nach viele andere Leute denken. Doch: «Es tönt in dieser Situation vielleicht blöd: Aber ich behaupte, wir können diese Serie noch kehren.»

Es ist einerseits natürlich die Zeit der Durchhalteparolen für all jene, die in einer Serie zurückliegen. Denn es steht schon 0:2 im Kampf um den Klassenerhalt gegen die SCRJ Lakers. Aber so, wie keiner der Mannschaft, die 2:0 führt, jetzt sagt, dass es schon entschieden sei, verkündet auch keiner des Teams, das noch immer auf den ersten Sieg wartet: Die Sache ist gegessen.

Denn zu viele Serien mit diesem Stand sind noch gedreht worden. Eine Wende ist möglich. «Wir müssen noch konsequenter werden», fordert Klotens Coach. «Die, die hier sind, müssen daran glauben.» Der HC Lugano lag gegen Biel 0:2 in den Spielen sowie 0:3 in der dritten Partie zurück – und kämpft derzeit im Final gegen die ZSC Lions. Die Tessiner zeigten erst vor kurzem, was möglich ist.

Doch die Klotener haben ein grosses Problem. Es ist nicht das erste Mal, dass sie einem Rückstand hinterherlaufen. Sie tun das schon die gesamte Saison. Der Eindruck, dass sie bisher stets zu spät kamen, täuscht nicht.

Präsident Hans-Ulrich Lehmann bremste die Mannschaft schon vor Beginn der Saison 2017/18. Elf Clubs gingen mit mindestens vier Ausländern in die Meisterschaft, Kloten hatte – trotz der schlechten Erfahrungen aus dem Vorjahr – mit einem Handicap anzutreten. Die Qualität im Kader war gering, dennoch wurden nur drei Ausländer zu-gestanden. Durch einen abgelenkten Puck im Training folgte der nächste Rückschlag. Tommi Santala fiel mit Kieferbruch aus. Vincent Praplan fehlte wegen eines NHL-Abstechers bei Saisonstart. Kloten lief mit nur zwei Ausländern der Konkurrenz von Beginn weg hinterher.

Andere haben zugegriffen

Und mit dem Aufholen wurde es nichts. Weil auch in andern Bereichen Entscheide getroffen wurden, welche die Differenz zur Konkurrenz nicht kleiner, sondern grösser werden liessen. Andernorts war bekannt, dass Kevin Schläpfers Trainerfähigkeiten nicht über alle Zweifel erhaben sind. Klotens Präsident Lehmann aber verpflichtete ihn dennoch als grossen Retter – und ohne Beratung aus dem sport- lichen Bereich. Im Fall Schläpfer lief der Club später zudem dem richtigen Zeitpunkt der Entlassung hinterher. Im Playout gegen Ambri wäre, bei einem früheren Trainerwechsel, die Rettung wohl um einiges einfacher gewesen.

Hinterhergelaufen ist der Club auch bei der Verpflichtung des vierten Ausländers. Bewilligt worden war der Mitte Oktober mit der Vertragsunterschrift von Schläpfer. Spencer Abbott aber konnte erst nach Weihnachten eingesetzt werden. 5 Tore in den verbleibenden 13 Partien der Qualifikation waren kein Wert, der belegt, dass sich das Warten gelohnt hat. Auch wenn der Markt im Herbst nicht gerade das Beste vom Besten präsentierte: Es waren dann, als Kloten einen weiteren Aus- länder benötigt hätte, Spieler zu haben. Andere Vereine haben zugegriffen.

So bleibt im Club, bei dem in dieser Saison unter dem Spardruck der sportliche Bereich beinahe ganz zur Nebensache verkam, für Spiel 3 vom Dienstag einmal mehr fast nur Hoffnung. Dass die Spieler, die so lange hinterherlaufen mussten, den Gegner im letzten Moment doch noch einholen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 16.04.2018, 10:44 Uhr

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