Kloten

Zu Hause enges Spitzenspiel gewonnen

Der EHC Kloten scheint auf gutem Weg, wieder eine richtige Heimmacht zu werden. Er schlug den HC Thurgau in einem umstrittenen Spiel 4:3, Ramon Knellwolf gelang der Siegtreffer.

Klotens Stürmer Dominic Forget (blauer Dress, Mitte) und Greg Halberstadt (rechts, Nummer 69) lauern vor dem von Nicola Aeberhard gehüteten Tor von Thurgau.

Klotens Stürmer Dominic Forget (blauer Dress, Mitte) und Greg Halberstadt (rechts, Nummer 69) lauern vor dem von Nicola Aeberhard gehüteten Tor von Thurgau. Bild: Urs Weisskopf

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Eric Faille hatte wieder einen seiner genialen Einfälle. Er düpierte seinen Gegenspieler und brachte die Scheibe unter Schlittschuhen hindurch Richtung Tor. Thurgaus Goalie Nicola Aeber-hard verlor die Übersicht, die Scheibe kam wieder unter dem Schoner hindurch. «Und ich habe sie dann irgendwie reingestochert. Aber vielleicht war sie auch schon vorher drin», sagte Ramon Knellwolf. Er auf jeden Fall wurde als Torschütze bezeichnet. Es war sein zweites Goal an diesem Abend, und sein 4:3 nach 54:31 Minuten hielt Bestand bis zur Schlusssirene.

Damit haben die Klotener zu Hause wieder mal einen Match gegen ein Topteam gewonnen. Und es scheint, als ob sie auf gutem Weg sind, endlich wieder eine Heimmacht zu werden. Nachdem sie sechsmal in Folge saisonübergreifend verloren hatten, gelang ihnen nun immerhin bereits der fünfte Sieg in Serie. Die zwei Verlängerungs- oder Penaltyschiessen-Erfolge gegen Biasca und Zug, das 7:0 gegen Sierre und das 1:0 gegen die GCK Lions waren zwar Siege in der Swiss Arena gewesen. Aber nun haben sie auch ein Topteam bezwungen.

Das war auch nötig, um nicht vom eingeschlagenen Weg abzukommen. Eine Niederlage hätte doch den einen oder andern Zweifler auf den Plan gerufen. Denn der Gegner hat zwar einen guten Lauf, er ist gut organisiert. Aber er heisst HC Thurgau. Und wenn eine Mannschaft aufsteigen will – wie Kloten –, dann muss man ein solches Team schlagen. Eigentlich müsste man es auch mehr dominieren, als das gestern der Fall war.

Failles Pässe, Knellwolfs Tore

Das zeigt auch auf, dass Kloten noch Raum zur Steigerung hat. Coach Per Hanberg hat vor allem gestört, «wie wir begonnen haben. Das erste Drittel war einfach schlecht.» Das hat er dem Team in der Pause auch deutlich mitgeteilt. «Es war eine gute Ansprache», sagte Ramon Knellwolf, der bereits fünf Tore erzielt hat. Was Hanberg vor allem bemängelte: «Wir arbeiteten nicht hart genug. Wenn wir Spiele gewinnen wollen, dann müssen wir über 60 Minuten hart arbeiten. Dann kann man gute Dinge bewirken.»

Seine Mannschaft begriff die Botschaft. Knellwolf glich auf Vorarbeit Failles den Rückstand zum 1:1 aus, Kellenberger enteilte mit einem magistralen Zuspiel Failles zum 2:1 in Unterzahl. Der Match, in dem Thurgau die ersten Vorteile gehabt hatte, schien zu kippen. Dann allerdings kassierte Kloten zwei Treffer nach Weitschüssen. Die Thurgauer waren eher noch besser als der EHC beim Blockieren von Schüssen, das half ihnen lange.

Doch Kloten, das im ersten Powerplay nicht einen einzigen Schuss aufs Tor gebracht hatte, erwachte im richtigen Moment im Überzahlspiel. Romano Lemm schoss das 3:3, der Match war wieder offen. Noch im letzten Winter hatte man fast wetten können, dass der Sieger nach 60 Minuten nicht Kloten heissen würde. Aber in diesem Winter ist einiges anders. Nicht Kloten beging einen entscheidenden Fehler, sondern Kloten erzwang die Entscheidung. Failles Zuspiel für das 4:3 war bereits der 22. Skorerpunkt des Kanadiers in seinem 13. Match. Hektisch wurde es in den letzten Minuten für Kloten dennoch. Auch weil die Schiedsrichter eingriffen. Nach einem angezeigten und gepfiffenen Offside verhängten sie noch zwei Strafminuten gegen Kellenberger wegen Behinderung. Der hatte seinen Gegner erst nach dem Pfiff gebremst. «Nicht nur wir, sondern auch die Schiedsrichter müssen besser werden», fordert Hanberg.

Der nächste Test für seinen EHC wartet am kommenden Dienstag bei Tabellennachbar Visp, das seine letzten sieben Spiele gewinnen konnte.

Erstellt: 18.10.2019, 23:33 Uhr

Telegramm

EHC Kloten - HC Thurgau 4:3 (0:1, 3:2, 1:0)

Swiss-Arena. – 4747 Zuschauer. – SR Potocan, Hürlimann; Betschart/Bichsel. – Tore: 17. Rundqvist (Merola) 0:1. 22. Knellwolf (Faille) 1:1. 25. Kellenberger (Faille/Ausschluss Grossniklaus!) 2:1. 31. Hobi (Seiler/Ausschluss Grossniklaus) 2:2. 33. Kellen Jones (Scheidegger) 2:3. 38. Lemm (Grossniklaus, Forget/Ausschluss Moser) 3:3. 55. Knellwolf (Faille) 4:3. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Kloten, 3-mal 2 gegen Thurgau. – Kloten: Nyffeler; Back, Kindschi; Ganz, Grossniklaus; Steiner, Stämpfli; Steve Kellenberger, Sutter, Obrist; Knellwolf, Faille, Lehmann; Sturny, Forget, Marchon; Lemm, Füglister, Staiger; Halberstadt, Krakauskas. – Thurgau: Aebersold; Seiler, Parati; Scheidegger, Wildhaber; Fechtig, Collenberg; Lars Kellenberger, Engeler; Kellen Jones, Connor Jones, Janik Loosli; Merola, Rundqvist, Hobi; Michael Loosli, Brändli, Niedermaier; Frei, Hollenstein, Moser. – Bemerkungen: Kloten ohne Figren, Wetli (rekonvaleszent), Brunner (verletzt), Kälin (der einen Profivertrag erhielt/ überzählig); Thurgau ohne Schwendener, Altorfer (verletzt). Time-out Thurgau 58:29.

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