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1:1 nach 100 Minuten

Das Verfolgerduell in der Gruppe 4 der 3. Liga zwischen Gastgeber Niederweningen und Bülach endete leistungsgerecht 1:1. Die Wehntaler glichen erst in der 96. Minute aus.

Viele packende Zweikämpfe gab es im Unterländer Derby Niederweningen (links Salomon Ernst) gegen Bülach (Valon Rami).
Viele packende Zweikämpfe gab es im Unterländer Derby Niederweningen (links Salomon Ernst) gegen Bülach (Valon Rami).
Balz Murer

Die Ausgangslage war klar. Vor dem Rückrundenauftakt hatte Niederweningen einen Punkt Rückstand auf Tabellenführer Neftenbach und Bülach deren fünf. Beide Unterländer Klubs sprechen zwar nicht offen davon, aufsteigen zu wollen, sie wollen es aber doch und deshalb spielten beide im Derby und Verfolgerduell auf Sieg.

Gastgeber Niederweningen begann sehr offensiv. Zu offensiv. In der 5. Minute liessen sie in ihrer Verteidigung Bülachs linken Flügel Denis Videcnik sträflich ungedeckt. Der ehemalige Zweitligastürmer nutzte seine Freiheiten, drang in den Strafraum ein und drosch den Ball an den Innenpfosten. Der mitgelaufene Valon Rami schoss den Abpraller zum 1:0 für das Team aus der Bezirkshauptstadt ins Netz.

Niederweningen griff weiter an und presste sehr hoch. Der rechte Aussenverteidiger Carlos Pérez machte in der 9. Minute beinahe seinen Fehler vom 0:1 wieder gut. Sein scharfer Kopfball landete aber knapp über dem Tor. Nach 17 Minuten mussten die Gastgeber ihrem hohen Tempo Tribut zollen. Ihr Druck liess merklich nach und es entwickelte sich auf dem holprigen Rasen ein Spiel mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld. Aber bis zur 65. Minute ohne weitere Torchance.

Niederweningen stand natürlich mehr unter Druck, weil es hinten lag. Die Mannschaft von Trainer Patrick Eschler war zwar bemüht, konnte die Bülacher Verteidigung aber nicht aushebeln. In der 58. Minute wurde Niederweningens Stürmer Marco Eschler im Strafraum unnötig penaltyreif gefoult. Aber der Schiedsrichter, dem die Partie zusehends entglitt, pfiff fälschlicherweise nicht. Bülach suchte danach mit Kontern mehrmals das 2:0.

Ereignisse überstürzen sich

In der 87. Minute zum Beispiel bediente der Bülacher Grégory Brändli mustergültig Arad Saqipi, der aber das halbleere Tor nicht traf. In der 91. Minute forderten die Niederweninger zum zweiten Mal einen Strafstoss. Auch diesmal wohl zu Recht. Wegen Schiedsrichterbeleidung wurde danach der Niederweninger Aussenverteidiger Salomon Ernst des Feldes verwiesen. Zur Überraschung aller Anwesenden gab der Schiedsrichter bereits in der 90. Minute bekannt, zehn Minuten nach zu spielen. In der 96. Minute waren alle 21 Spieler im Bülacher Strafraum versammelt, als plötzlich ein Penaltypfiff ertönte.

Diesmal gab der Unparteiische den Wehntalern einen Strafstoss. Der Niederweninger Goalie Manuel Rüedi, der mit nach vorne gestürmt war, dazu: «Ich wurde im Strafraum von hinten gehalten. Man kann, aber man muss da keinen Strafstoss pfeifen», meinte er. Der erst 19-jährige Cedric Spielmann übernahm die Verantwortung und verwandelte souverän zum 1:1. Kurz später war Schluss.

Die Niederweninger jubelten am Ende, obwohl sie die Partie eigentlich hätten gewinnen wollen. «Das Resultat ist am Schluss glücklich für uns. Aber es ist, wenn man das ganze Spiel betrachtet, nicht unverdient. Natürlich ist das späte Gegentor für Bülach bitter», analysierte Niederweningens Trainer Patrick Eschler. Sein Antipode Gian Luca Appassito sass Minuten nach dem Schlusspfiff noch mit Denis Videcnik und seinem Captain Giancarlo Pizzolotto, der trotz Leistenproblemen sich für die Mannschaft zur Verfügung gestellt hat, auf der Trainerbank. «Was soll ich sagen», fragte der Coach lapidar. «Ich hab noch nie ein Drittligaspiel gesehen, das 100 Minuten dauert. Auf uns bezogen kann ich meiner Mannschaft nur insofern einen Vorwurf machen, dass sie mit ihren Konterchancen fahrlässig umgegangen ist. Und zum Penalty: Das war ein Kompensationsentscheid.»

Die top 3

Roy Mahiphan (N)war sehr beweglich und kurbelte das Spiel seines Teams an, solange er bei Kräften war. Daniel Neves (B) organisierte, obwohl erst 20-jährig, das Spiel seines Team aus dem Mittelfeld heraus. Cedric Spielmann (N) wurde, weil er momentan die RS absolviert, erst in der 63. Minute eingewechselt. Er sorgte nochmals für neuen Schwung bei seinem Team. Er hatte allerdings Glück, dass der Schiedsrichter kurz nach seiner Einwechslung einen üblen Rempler von ihm von hinten übersah. Spielmann übernahm beim Penalty in der 96. Minute die Verantwortung und verwertete souverän.

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