Auch Sportjournalisten waren involviert

In Brüssel hat die Staatsanwaltschaft weitere Details zum Betrugsskandal im belgischen Fussball bekannt gegeben.

Einer der vielen Verdächtigen im belgischen Fussball-Skandal: Schiedsrichter Sebastien Delferière.

Einer der vielen Verdächtigen im belgischen Fussball-Skandal: Schiedsrichter Sebastien Delferière. Bild: Jasper Jacobs

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57 Razzien wegen Betrugsverdacht, die Mehrheit durchgeführt in Belgien (44), aber auch in Frankreich, Luxemburg, ­Zypern, Montenegro, Serbien und Mazedonien. Der Mittwoch war ein dunkler Tag für den Fussball, insbesondere jenem in Belgien. Heute Donnerstag hat die Staatsanwaltschaft nun weitere Details präsentiert. Unklar ist nach wie vor, ob der Skandal auch ausländische Ligen betrifft.

Das Ausmass in Belgien, so viel lässt sich nach den neusten Erkenntnissen der Brüsseler Bundesstaatsanwaltschaft erahnen, weitet sich indes aus. Namhaften Gesichtern der Branche werden Spielmanipulationen, Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. 29 Personen hat die Polizei festgenommen, wie die Ermittler nun mitteilten. Gegen fünf Menschen wurde Anklage erhoben.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem die beiden Spielerberater Dejan Veljkovic und Arnaud Bayat, aber auch die Schiedsrichter Bart Vertenten und Sebastien Delferière. Wie die Staatsanwaltschaft bekannt gab, hätte letzten März der Abstieg des KV Mechelen in die zweithöchste Liga mit diversen Manipulationen verhindert werden sollen, am Ende allerdings ohne Erfolg. Der Hintergrund: Spielerberater Veljkovic hat diverse geschäftliche Verbindungen zu Mechelen, die Relegation war also nicht in seinem Sinne ...

Involviert war Schiedsrichter Vertenten, der in der zweitletzten Runde ein Spiel von Eupen, dem Hauptrivalen Mechelens gegen den Abstieg, arbitrierte und die 0:2-Niederlage Eupens gegen Antwerp auch wegen eines umstrittenen Elfmeters zustande kam. Involviert sollen aber auch sowohl Vertreter von Mechelen selbst (der Finanzdirektor des Klubs ist laut Medienberichten ebenfalls unter den Verhafteten), als auch von Waasland-Beveren sein. Mechelen spielte in der letzten Runde gegen Waasland-Beveren, konnte aber trotz 2:0-Sieg die Relegation nicht verhindern – wegen eines einzigen fehlenden Tores im Direktvergleich mit Eupen. Der FC Eupen gewann sein letztes Spiel 4:0 ...

Involviert waren aber laut Staatsanwaltschaft sogar zwei Sportjournalisten. Um jeglichen Verdacht von Vertenen zu lenken, sollen sie kontaktiert worden sein, um die Noten des Referees in den Zeitungen besonders wohlwollend ausfallen zu lassen... Weiter ist die Rede von unerlaubten Verträgen zwischen Spielerberater und Schiedsrichter, die im Falle der Fälle Vertenen «bestimmte Vergünstigungen» beschert hätten.

Wie ebenfalls neu bekannt wurde, sind von der Polizei bei den diversen Razzien mittlerweile Waren im Wert von rund 8 Millionen Euro beschlagnahmt worden - darunter auch diverse Luxusuhren oder zumindest ihre leeren Behälter. Bei den Uhren kommt vor allem Spielerberater Bayat ins Spiel - Uhren, die als «Business-Geschenke» deklariert wurden und für die mehrfach Betrug bei der Rückbeantragung von Mehrwertsteuern begangen worden sein soll. (Red/sda)

Erstellt: 11.10.2018, 18:04 Uhr

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