Das Zeichen der Fans

Die Kurve der Grasshoppers nutzt eine Chance und spricht sich gegen Rassismus aus.

Nein zu Rassismus: Die speziellen GC-Trikots gegen Schaffhausen.

Nein zu Rassismus: Die speziellen GC-Trikots gegen Schaffhausen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Transparente in der Kurve waren gut lesbar. «Ob jung oder alt / Schwarz oder wiss / Arm oder rich / GC Züri, mir liebed dich.» Den letzten Freitag nutzten die GC-Fans, um ihre Botschaft deutlich zu machen, und die Botschaft für das Spiel gegen den FC Schaffhausen hiess: Nein zu Rassismus. «No to racism» stand darum auf der Brust der Spielerleibchen.

Die Kurve verstand das als Antwort auf die Berichte im Frühjahr, sie sei rechtsradikal unterwandert. «GC und die Neonazis» stand am 16. März in dieser Zeitung, weil eine Woche zuvor die Kurve eines toten Chemnitzer Nazi-Hooligans gedacht hatte. Das war genau an dem Tag, als abends ein GC-Mob unter der Anführung eines Nazi-Hooligans den Spielabbruch in Sitten erzwang. Und derselbe Hooligan sorgte zwei Monate später für die Schande von Luzern, als der Abstieg von GC mit einem zweiten Spielabbruch besiegelt wurde.

Gute Gespräche

«Schon damals sagten wir, darauf müssen wir reagieren», erklärt heute András Gurovits. Er ist als einziger Verwaltungsrat von GC übrig geblieben und ernsthaft darum bemüht, den Kontakt der Clubführung zu den Fans endlich wieder zu verbessern. Dreimal hat er sich mit ihnen schon getroffen, er redet von guten Gesprächen, und das letzte Mal teilte er der Fan-Delegation mit: «Wir haben auch für das Spiel gegen Schaffhausen keinen Leibchensponsor. Wir geben euch die Brust.» Drei Tage später kamen sie mit ihrer Idee, sich gegen Rassismus zu stellen. Ihr Sprachrohr, der Sektor IV, schrieb dazu: Rassismus und faschistisches Verhalten würden in der Kurve nicht toleriert.

Gurovits ist angetan von der Aktion vom Freitag, es freut ihn, dass 3960 Zuschauer zum Spiel kamen. Eine Baustelle bleibt aber: dass ist der Mitte Juni ausgerufene Boykott der organisierten Fans gegen den Kauf von Saisonkarten, solange noch immer die Personen da seien, die für die «desolate» Lage verantwortlich seien. Der Widerstand ebbe ab, sagt Gurovits, langsam wachse das Bewusstsein, dass es Grossaktionär Stephan Anliker weiterhin brauche. Anliker steht, wie Peter Stüber, diese Saison für 3,25 Millionen Franken gerade.

Erstellt: 12.08.2019, 12:00 Uhr

Artikel zum Thema

Ein Geschenk für die Grasshoppers

Der Absteiger überzeugt erneut nicht und gewinnt in Wil trotzdem 1:0. Mehr...

Erste Saisonniederlage für GC

Eine Notbremse führt zum 0:1 gegen Schaffhausen und möglicherweise zum Verlust der Tabellenführung. Mehr...

Mit Glück, Kampf und Kopf

GC arbeitet sich zu einem 2:1 in Aarau – Basic und Ben Khalifa treffen in einem wilden Spiel. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare