Diese neuen Regeln gelten in der Super League ab sofort

Sie wird in der neuen Saison am meisten für Diskussionen sorgen: die Handspielregel. Geändert wurde aber noch viel mehr.

Fifa-Schiedsrichter Sandro Schärer erklärt, was sich auf diese Saison hin geändert hat. (Video: Anthony Ackermann, Adrian Panholzer, Fabian Sangines, Andrea Luca Späth)

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Eigentlich wollten sie ja alles viel einfacher machen, die Hüter über die weltweit gültigen Fussballregeln. Die Frage ist, ob es ihnen bei der neuen Handspielregel auch gelungen ist. An der WM der Frauen, die bereits nach neuen Regeln gespielt wurde, sah es nicht danach aus. Dort pfiffen die Schiedsrichterinnen zu Beginn so viele Hands­elfmeter, dass es schien, als könnten Stürmer künftig mit gezielten Schüssen an die Hände der Verteidiger billige Penaltys provozieren.

So weit soll es in der Schweiz nicht kommen, erklärt Sascha Amhof. Der Ausbildungschef der Schweizer Spitzenschiedsrichter sagt: «Wir können die Regeln zwar nicht bestimmen, aber wir können sie interpretieren.» Und so verspricht Amhof: «Wir werden wie bisher beim Handspiel zurückhaltend pfeifen. Es gilt: Im Zweifel für den Verteidiger.»

Trotzdem sind auch die Schweizer Schiedsrichter an die Regeln gebunden, die jetzt weltweit gelten. Und die neuen Vorgaben lassen nur einen Schluss zu: Verteidiger, die ihre Arme im eigenen Strafraum nicht eng am Körper halten, riskieren Penaltys.

Als Handspiel gilt bei einem verteidigenden Spieler eine Ballberührung mit Arm oder Hand, wenn ...
... Absicht vorliegt. ... er seinen Körper mit seiner Armhaltung unnatürlich vergrössert. ... sich Arm oder Hand über Schulterhöhe befinden. Es gilt in diesem Fall sogar dann als Handspiel, wenn dem Verteidiger der Ball aus nächster Nähe angeschossen wird. Oder wenn der Ball von einem gegnerischen Spieler überraschend an die hochgestreckte Hand oder den hochgereckten Arm prallt.

Als kein Handspiel gilt bei einem verteidigenden Spieler eine Ballberührung mit Arm oder Hand, wenn ...
... der Ball vom eigenen Körper an Hand oder Arm springt. Es ist in diesem Fall auch dann kein Hands, wenn der Arm über Schulterhöhe ist. ... die Arme eng am Körper sind. ... der Arm bei einer Fall- oder Rutschbewegung zwischen Körper und Boden ist.

Es scheint klar, dass diese Regeln zu mehr Handspenaltys führen dürften. Und dass sie gleichzeitig die Diskussionen um die Entscheidungen nicht beenden werden. Wer springt schon hoch, ohne dabei seine Arme in die Luft zu heben?

Schön, dass wenigstens die Regeln für Angreifer wirklich einfacher geworden sind. Neu werden alle Tore aberkannt, die mit der Hand oder dem Arm erzielt werden. Oder bei denen die Angreifer unmittelbar vor dem Tor den Ball mit der Hand berührt haben. Ganz egal, ob Absicht im Spiel war oder nicht.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Premieren-Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Erstellt: 18.07.2019, 11:50 Uhr

Andere neue Regeln

Kurzer Abstoss

Bei Abstössen muss der Ball nicht mehr den Strafraum verlassen, bevor ihn ein anderer Spieler berühren darf. Der Ball ist im Spiel, sobald er sich bewegt. Gegnerische Spieler müssen beim Abstoss ausserhalb des Strafraums stehen. Ist ein Stürmer während eines Abstosses im Strafraum, bleibt aber passiv, wird weitergespielt. Greift ein Stürmer ins Spiel ein, ohne den Strafraum zuvor verlassen zu haben, wird der Abstoss wiederholt.

Der Fuss auf der Linie

Bei einem Penalty muss ein Goalie zum Zeitpunkt des Torschusses nur noch einen Fuss auf der Torlinie haben. Hält der Goalie den Elfmeter, muss der VAR prüfen, ob ein Fuss auf der Linie war. Verschiesst der Stürmer, entfällt diese Prüfung.

Karten für Offizielle

Auch Trainer und Betreuer können neu Gelbe und Rote Karten erhalten. Kann der Übeltäter auf der Bank nicht identifiziert werden, sieht der Trainer die Karte. Sieht ein Trainer oder Betreuer in einer Saison viermal Gelb, wird er wie ein Spieler für ein Spiel gesperrt.

Sie sind keine Luft mehr

Schiedsrichter gelten nicht mehr als Luft. Trifft ein Ball den Spielleiter, und es wechselt deswegen der Ballbesitz, gibt es neu einen Schiedsrichterball. Dasselbe geschieht, wenn der Ball vom Schiedsrichter ins Tor prallt – oder wenn die angreifende Mannschaft wegen der Berührung durch den Schiedsrichter eine Torchance erhält.

Schiedsrichterball

Beim Schiedsrichterball erhält jenes Team den Ball, das zum Zeitpunkt des Spielunterbruchs im Ballbesitz war. Einzige Ausnahme: Gibt es einen Schiedsrichterball in einem Strafraum, erhält immer der Goalie der verteidigenden Mannschaft den Ball.

Abstand zur Mauer

Besteht bei einem Freistoss eine Mauer aus mindestens drei Spielern, müssen angreifende Spieler einen Abstand von mindestens einem Meter halten.

Auswechslungen

Neu müssen Spieler bei einer Auswechslung das Feld bei der nächstgelegenen ­Linie verlassen.

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