FC Basel: Welches Märchen hätten Sie denn lieber?

Der einstige Serienmeister schwadroniert sich durch die Krise. Hier zwei Versionen.

Vor kurzem waren sie noch zu Dritt: Marcel Koller und Bernhard Burgener. Nicht im Bild: Marco Streller, der den Abgang gewählt hat.

Vor kurzem waren sie noch zu Dritt: Marcel Koller und Bernhard Burgener. Nicht im Bild: Marco Streller, der den Abgang gewählt hat. Bild: Keystone

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Mögen Sie es lieber harmonisch oder etwas blutrünstig? Wenn Sie bis zum Ende dieser Spalte durchhalten, haben Sie die Wahl! Profifussball ist ja oft märchenhaft. Geht etwas schief, tritt einer ab, gibt es Streit oder fehlt der Erfolg, bringen die Clubs eine möglichst harmlose Erklärung in Umlauf. Und in den Medien streuen die Abgesägten via Gerüchte ihre Version. Beim FC Basel geht derzeit viel schief, es trat Sportdirektor Marco Streller ab, es gab Streit – und das mit dem Erfolg ist auch so eine Sache.

Am Dienstag war darum in Basel grosse Märchenstunde angesagt. Die Geschichte, die Präsident Bernhard Burgener erzählte, geht so: Es war einmal ein Basler Club, dessen Führung einstimmig einen alten Zürcher zum Trainer machte. Nach einem Jahr unterhielt sich der junge Sportchef in völliger Eigenregie und recht zwanglos mit einem anderen Trainer. Aus all dem machte der böse Wolf namens Medien völlig unerwartet ein Riesenzeug. Darauf trat der Sportchef aus freien Stücken zurück, der alte Zürcher holte ein paar private Dinge aus dem Büro, blieb aber Trainer, ein alter Basler wurde neuer Sportchef. Und wenn sie nicht gestorben sind, kommen sie sicher in einen europäischen Wettbewerb.

Märchen Nummer 2 geht so: Es war einmal ein Glas, das in die Brüche ging, weil ein junger Sportchef ganz fest auf den Tisch schlug, als er erfuhr, dass ausgerechnet ein alter Zürcher Trainer werden sollte. Dann schwieg der junge Baselbieter so beredt zum Schicksal des Trainers, dass dessen Basler Zukunft bereits Vergangenheit zu sein schien. Der Sportchef begann, heftig und recht öffentlich mit einem anderen Trainer zu flirten, einem mittelalterlichen Basler.

Der alte, weise Präsident schien seinen Segen zu einem neuen Rahmenvertrag zu geben. Ja, er hatte sogar selbst Kontakt mit dem fremden Trainer und drängte ihn, seinen Vertrag so zu kündigen, auf dass möglichst keine Ablöse fällig werde. Denn der alte Präsident hatte ein Problem mit der Schatzkammer. Dort hingen nur noch Spinnweben, obwohl das Königreich doch schon fast alle Kronjuwelen verscherbelt hatte.

Bei einem Treffen an der Tafelrunde sollte der alte Zürcher den Schierlingsbecher trinken. Aber er weigerte sich. Mithilfe seines Agenten überlebte er und entschied sich, sein Hab und Gut aus der Burg zu St. Jakob zu retten. In der folgenden Nacht aber begab sich ein alter Berater ins Gemach seines Präsidenten und flüsterte ihm so lange ins Ohr, bis der seine Meinung änderte. Der Berater war eben erst noch Handlanger des Sportchefs gewesen. Aber er hatte die Gesetze des Hofes so schnell begriffen, dass er inzwischen CEO war. Und so brachte er den alten Zürcher mit Fanfarenklängen zurück auf die Burg. Der junge Sportchef aber stieg auf sein Pferd, schüttelte die Faust gen Burgfried und ritt mit seiner Familie in die Ferien. Und wenn sie nicht gestorben sind, brauchen sie bald einen Investor, der ihnen die Löcher in der Kasse stopft.

Ihnen gefällt keine der Märchengeschichten? Keine Bange, bald beginnt die Saison. Dann steht die Wahrheit frei nach Kaiser Constantin wieder auf dem Totomat.

Erstellt: 23.06.2019, 09:06 Uhr

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