Bassersdorf

FC Bassersdorf: Endlich wieder der verdiente Lohn

In der Gruppe 6 der 2. Liga interregional schlug Bassersdorf zu Hause Amriswil 4:1. Der Sieg ist zu hoch ausgefallen. Der Erfolg ist aber verdient, weil die Unterländer eine perfekte Teamleistung abgeliefert haben.

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Die Spannung war spürbar. Bassersdorf führte in der zweiten Halbzeit gegen Amriswil 2:1. Die Mannschaft von Trainer Gianni Lavigna hatte gute Konterchancen, auf 3:1 zu erhöhen. Die meist grossgewachsenen Thurgauer dagegen reihten nach der Pause Angriff um Angriff aufs Bassersdorfer Gehäuse. Mit Pässen von der Seite sorgten sie mehrmals für Gefahr. Die Gäste stellten in der zweiten Halbzeit von einem 4-4-2-System auf ein 3-5-2 um, um die Offensive zu stärken. Die Massnahme griff. Im ersten Umgang hatten die Ostschweizer eine starke erste Viertelstunde und dabei die Führung erzielt. Danach mussten sie sich aber von den technisch besseren, extrem willigen und homogenen Bassersdorfern dominieren lassen. Bassersdorfs Trainer Gianni Lavigna zum Umstand, dass sein Team mittlerweile im fünften Spiele in Serie in Rückstand geriet. «Wir wissen nicht, weshalb wir am Anfang nicht ganz parat sind. Aber wir arbeiten an diesem Problem.» Dafür freute sich der Coach an einer anderen Tatsache. «Es ist toll, wie die Spieler auf den Rückstand reagiert haben.»

«Klar, man soll immer Ziele haben.» Bassersdorfs dreifacher Torschütze Leo Teixeira  auf die Frage, ob er im Fussball noch mehr erreichen will als die 2. Liga interregional

Die Unterländer liessen zwischen der 15. Minute und dem Pausenpfiff die Gäste kaum aus ihrer Platzhälfte kommen. Mit ihrem Pressing störten die Bassersdorfer früh und verleiteten die Amriswiler zu Fehlern. Eindrücklich, wie alle elf Akteure beinahe um ihr Leben rannten, trotz hohem Tempo den Ball meist unter Kontrolle hatten und nach einem Ballverlust das Leder wieder zurückeroberten. Diesmal wurde das Team für seinen grossen Aufwand belohnt – das war in den vergangenen Wochen nicht immer so. Leo Teixeira gelang in der 26. Minute der Ausgleich aus kurzer Distanz, nachdem Gino Zambelli einen Freistoss getreten hatte und Amriswils Goalie Mirzo Mirseloski den Ball abprallen liess. Sechs Minuten später konnte sich der 20-jährige Teixeira, der als D-Junior bereits beim FC Bassersdorf gespielt hatte, erneut als Torschütze feiern lassen. Der erst 19-jährige Stürmer Nikola Dordevic hatte die Vorlage gegeben. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff verpasste Leo Teixeira eine hohe Flanke nur um Zentimeter.

Severino Zambelli verletzt

Nach der Pause meldeten sich die Amriswiler mit einem neuen Spielsystem und viel Engagement zurück. Mussten sie auch, wollten sie einen Punkt gewinnen. Die Bassersdorfer wehrten sich indes sehr solidarisch. Beide Teams kamen in der spannenden zweiten Halbzeit zu Torchancen. Der nächste Treffer war erneut Leo Teixeira vorbehalten. In der 86. Minute schloss der Jung-Finanzberater, der seit sechs Jahren in Bülach wohnt und der bereits als 16-Jähriger bei United Zürich in der 1. Liga Promotion gespielt hat, einen Konter eiskalt zum 3:1 ab. Bereits gegen seinen früheren Klub United Zürich hatte Teixeira in dieser Saison drei Goals erzielt. Mittlerweile ist er in der aktuellen Spielzeit bei neun Toren angelangt. Will der Bassersdorfer Stürmer der Stunde im Fussball noch mehr erreichen als die 2. Liga interregional? «Klar», sagte er mit einem breiten Grinsen im Gesicht nach dem Schlusspfiff, «man soll immer Ziele haben.» Für das Bassersdorfer 4:1-Siegestor zeichnete sich der eingewechselte Fabio Carvalho in der Nachspielzeit verantwortlich. Es ist nun der dritte Bassersdorfer Vollerfolg in der neunten Meisterschaftspartie.

Der Bassersdorfer Sieg ist umso erstaunlicher, weil sich Spielmacher Severino Zambelli wegen Rückenschmerzen bereits in der 35. Minute auswechseln lassen musste. Eine Woche zuvor in Weesen konnte er gar nicht mittun, nachdem er beim Einlaufen Schmerzen verspürt hatte. Trotz seiner Blessur sagte der 32-Jährige nach dem Amriswiler Spiel, dass es ihm gut gehe. «Wenn wir gewinnen, ist es immer gut», begründete er seine Aussage. Die Tatsache, dass Bassersdorf seine technische Überlegenheit ausspielen konnte, sah er als wichtigsten Grund für die drei Punkte.

«Spieler haben Charakter»

Trainer Gianni Lavigna fiel nach dem Schlusspfiff ein Stein vom Herzen. «Endlich stimmt das Resultat wieder. Klar ist es immer gefährlich, wenn man nur 2:1 führt. Aber wir hatten gute Konterchancen und dann eine in der 86. Minute zum 3:1 genützt», fasste er das Geschehen zusammen. Der Coach sieht keine Gefahr, dass sich nach diesem Erfolg in seinem Team Zufriedenheit breitmacht. «Die Spieler haben Charakter. Sie kommen in grosser Anzahl ins Training. Und sie stellen den Erfolg des Teams vor ihren eigenen.»

Erstellt: 05.10.2019, 23:17 Uhr

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Die Top 3 – Bassersdorf

Leo Teixeira erzielte mit drei Treffern in der 26., 32. und 86. Minute einen unechten Hattrick. Der 20-jährige war mit seinem Einsatz, Antritt und Dribblings auch neben seinen Toren stark. Mittelverteidiger Martin Hruska stand immer am richtigen Ort und spielte in grösster Bedrängnis den Ball sauber nach vorne. Der andere Mittelverteidiger Yves Oehri dirigierte seine Abwehr und hatte zudem gefährliche Offensivaktionen.

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Bassersdorf - Amriswil 4:1 (2:1)

bxa. 90 Zuschauer. – SR: Pascal Hügli. – Tore: 6. Moser 0:1. 26. Leo Teixeira 1:1. 32. Leo Teixeira 2:1. 86. Leo Teixeira 3:1. 90.+3. Carvalho 4:1. – Bassersdorf: Thüring; Barbey (75. Iino), Hruska, Oehri, Schmid (89. Da Silva); Gino Zambelli, Copat, Severino Zambelli (35. Kleinheinz), Schweizer; Leo Teixeira; Dordevic (79. Carvalho). – Amriswil: Mirseloski; Kreis, Lela, Niklaus, Stern (82. Oswald); Bärlocher, Giger (20. Züllig), Kryeziu; Eggmann, Moser, Lämmler.

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