FCZ gibt dramatisch Punkte ab, Thun gewinnt

In einer spektakulären Partie trennen sich der FCZ und Xamax 2:2, Thun gewinnt in Luzern und Sion jubelt gegen Lugano.

Karlens Fallrückzieher-Tor zum 2:2 für Xamax. (Quelle: SRF)

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Der FC Zürich findet nicht aus der Krise. In der Nachspielzeit gleicht Xamax mit einem Mann weniger im Letzigrund zum 2:2 aus. Lewan Charabadse hätte in der Nachspielzeit mit einem Sonntagsschuss aus mehr als 30 Metern fast für die Entscheidung gesorgt. Es wäre das 3:1 gewesen für den FC Zürich. So aber kam es aber zu einem letzten Angriff für die Gäste und Einwechselspieler Gaetan Karlen erzielte mit einem Fallrückzieher den Ausgleich. Wieder nichts, wieder nicht der erste Saisonsieg, der FCZ bleibt Tabellenletzter. Die 9600 Zuschauer wussten nicht, was passiert war. Und Trainer Ludovic Magnin sagte: «Das 2:2 von Xamax war unglaublich, wunderschön für die Zuschauer. Aber uns tut es sehr weh. Und es ist auch so: Wir leisten uns vor dem Tor, das in der 95. Minute einfach nicht passieren darf, auch taktische Fehler.»

7:0 Corner hatte der FC Zürich in der ersten Halbzeit geschlagen, ein klarer Ausdruck für die feldmässige Überlegenheit. Wie so oft fehlte die Präzision auf den letzten Metern und so stand es nach 43 Minuten immer noch torlos unentschieden. Umso grösser war dann der Jubel, als Marco Schönbächler nach einer schnellen Kombination plötzlich solo aufs Tor von Laurent Walthert losziehen konnte, und souverän vollendete. Zum ersten Mal in dieser Saison lag der Stadtclub nun also in Führung.

Dramatische zweite Hälfte

Doch eine befreiende Wirkung schien der Führungstreffer nicht zu haben - im Gegenteil: In den ersten 20 Minuten nach der Pause überliessen die Zürcher den Gästen die Initiative komplett und die fast logische Konsequenz war der Ausgleich durch Innenverteidiger Marcis Oss nach einem Corner. Als Neuenburgs Pietro Di Nardo wenig später für ein gefährliches Einsteigen in der Platzmitte gegen Toni Domgjoni vom Platz gestellt wurde, hatte der FCZ wie schon vor einer Woche in Sion ein nummerisches Plus. Bald kam es zur weiteren Duplizität der Ereignisse, diese war allerdings unerwünscht. Der FCZ erhielt einen Handspenalty, Mimoun Mahi setzte ihn aber an die Latte. In Sitten hatte Benjamin Kololli in der gleichen Situation nur den Aussenpfosten getroffen.

Di Nardos rote Karte im Video (Quelle: SRF)

Zwei Gegentore hatte der FCZ im Wallis noch bekommen, und so den sicher geglaubten Sieg noch hergegeben. Dies wiederholte sich im Letzigrund: Der eingewechselte Assan Ceesay knallte zwar den Ball nach einer Flanke von Mahi volley unter die Latte (77.)., es war aber dennoch nicht der Siegtreffer. Schon am Mittwoch kann es Zürich besser machen. Dann gastiert der FC St. Gallen im Letzigrund, die Partie wurde wegen des Leichtathletik-Meetings «Weltklasse Zürich» vom 29. August vorgezogen. Magnin weiss, dass er langsam einen Sieg braucht, um seine Position zu verbessern. «Für die Öffentlichkeit zählen Punkte. Und für meinen Job auch.»

Mit voller Wucht an die Latte: Zuzug Mahi verschiesst einen Penalty. (Video: SRF)

Thun mit Effizienz ins Glück

Nikki Havenaar, ein Japaner mit holländischen Wurzeln, ist eine imposante Erscheinung. Zwei Meter gross ist der Innenverteidiger des FC Thun, und wer gegen ihn ein Luftduell gewinnen will, braucht schon eine gehörige Sprungkraft. Man würde ihm aber nicht gerecht, ihn nur auf seine Kopfballstärke zu reduzieren. Den Beweis dafür erbrachte Havenaar, der seit diesem Sommer im Berner Oberland unter Vertrag steht, an diesem Sonntagnachmittag in der Luzerner Swissporarena: Nach etwas mehr als einer halben Stunde glückte ihm nach einer ideal getimten Flanke von Matteo Tosetti der Führungstreffer mit dem rechten Fuss.

Nikki Havenaar trifft zum 1:0 für die Thuner. (Video: SRF)

Die zwei Mannschaften, die sich in der Zentralschweiz begegneten, hatten eine Woche mit Einsätzen in der Europa-League-Qualifikation hinter sich. Den Thunern, die gegen Spartak Moskau 2:3 verloren hatten, schien die Belastung weniger auszumachen als den Luzernern, die beim 0:3 gegen Espanyol Barcelona chancenlos gewesen waren. «Meine Spieler sind bereit», hatte Trainer Marc Schneider verlauten lassen, «sie stecken die Partie unter der Woche weg.»

Stark verteidigt und gekontert: Chris Kablan sorgt für die Entscheidung. (Video: SRF)

Tatsächlich erwies sich das Team als unangenehmer Gegner mit sehr guter Organisation und realistischem Fussball. Die Luzerner steigerten sich nach schwacher erster Halbzeit zwar merklich, kamen zu guten Chancen, scheiterten aber wiederholt am starken Guillaume Faivre. Sowohl Blessing Eleke als auch Francesco Margiotta sahen ihre Schüsse vom Thuner Goalie abgewehrt. Kurz vor Schluss kam auch Pascal Schürpf mit seinem Kopfball nicht am reflexstarken Faivre vorbei. Wie Effizienz geht, machte Thun vor: In der Nachspielzeit sorgte der eingewechselte Chris Kablan mit dem 2:0 für die Entscheidung. Der erste Sieg in dieser Saison war perfekt.

Sions viele Verletzte

Im dritten Match vom Sonntag bezwang Sion den FC Lugano 1:0. Das Resultat spiegelt den Spielverlauf aber nicht ganz wieder. Sion-Trainer Stéphane Henchoz musste bis zur 55. Minute schon alle drei Wechsel vornehmen, da sowohl Fortune als auch Andersson und Lenjani verletzt vom Platz mussten. Und in der 56. Minute traf es auch noch Torhüter Kevin Fickentscher. Der Sion-Goalie wurde bei einer Aktion unglücklich vom Knie von Luganos Holender an der Stirn getroffen und musste seine Platzwunde lange behandeln lassen.

Fickentscher konnte aber weiterspielen. Lugano setzte die Walliser in der Folge unter Druck. In der 83. Minute traf Bottani nur den Pfosten. Drei Minuten später köpfelte aber Itaitinga, der für Fortune ins Spiel gekommen war, den Ball via Rücken von Lugano-Verteidiger Daprela ins Tor. Wegen Fickentschers Behandlung liess Schiedsrichter Klossner 11 Minuten nachspielen. Doch das war nicht genügend Zeit für Lugano, um noch den Ausgleich zu erzielen.

Telegramme:

Zürich - Neuchâtel Xamax 2:2 (1:0)

9619 Zuschauer. - SR Jaccottet.
Tore: 44. Schönbächler (Domgjoni) 1:0. 63. Oss (Corbaz) 1:1. 77. Ceesay (Mahi) 2:1. 94. Karlen (Fallrückzieher) 2:2.
Zürich: Brecher; Britto, Bangura, Mirlind Kryeziu, Charabadse; Domgjoni (78. Sohm), Popovic; Schönbächler, Marchesano (84. Nathan), Mahi; Kramer (64. Ceesay).
Neuchâtel Xamax: Walthert; Neitzke, Oss, Djuric; Gomes, Corbaz (77. Ramizi), Di Nardo, Seydoux; Doudin (83. Haile-Selassie); Nuzzolo, Seferi (52. Karlen).
Bemerkungen: Zürich ohne Kololli, Hekuran Kryeziu, Winter und Rüegg (alle verletzt). Neuchâtel Xamax ohne Mveng, Kamber und Dugourd (alle verletzt). 73. Mahi schiesst Handspenalty an die Latte. 92. Pfostenschuss Charabadse. 69. Rote Karte gegen Di Nardo (Foul).
Verwarnungen: 45. Gomes (Foul), 49. Schönbächler (Foul), 80. Popovic (Foul). 88. Ramizi (Foul), 89. Sohm (Foul).

Luzern - Thun 0:2 (0:1)

9639 Zuschauer. - SR Bieri.
Tore: 33. Havenaar (Tosetti) 0:1. 91. Kablan (Salanovic) 0:2.
Luzern: Müller; Schwegler (80. Binous), Cirkovic, Lucas, Sidler; Voca, Ndenge; Demhasaj, Margiotta (73. Kakabadse), Ndiaye (55. Schürpf); Eleke.
Thun: Faivre; Glarner, Havenaar, Sutter, Joss; Tosetti (52. Salanovic), Gelmi (67. Fatkic), Stillhart, Hefti (78. Kablan); Castroman, Rapp.
Bemerkungen: Luzern ohne Grether (krank) und Schulz. Thun ohne Hediger, Karlen, Munsy, Bigler, Chihadeh, Ziswiler (alle verletzt) und Righetti (krank).
Verwarnungen: 62. Gelmi (Foul). 89. Faivre (Unsportlichkeit). 92. Sidler (Foul).

Lugano - Sion 0:1 (0:0)

SR Klossner.
Tor: 87. Itaitinga (Grgic) 0:1.
Lugano: Baumann; Kecskes, Maric, Daprelà; Lavanchy, Custodio, Sabbatini, Rodriguez (70. Bottani), Aratore (70. Gerndt); Holender (80. Dalmonte), Carlinhos.
Sion: Fickentscher; Maçeiras, Kouassi, Andersson (53. Ndoye), Lenjani (55. Facchinetti); Toma, Zock; Kasami, Grgic, Fortune (40. Itaitinga); Uldrikis.
Bemerkungen: Lugano ohne Macek und Crnigoj (beide verletzt). Sion ohne Abdellaoui (gesperrt), Luan, Raphael und Ruiz (alle verletzt). Fortune, Andersson und Lenjani verletzt ausgeschieden. 69. Pfostenschuss Carlinhos. 84. Pfostenschuss Bottani.
Verwarnungen: 14. Uldrikis (Foul), 39. Fortune (Foul), 56. Holender (Foul). (mke/pmb/abb)

Erstellt: 11.08.2019, 18:17 Uhr

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