Forfait-Niederlage, Busse und zwei Geisterspiele

Die «Schande von Luzern» hat weitere Konsequenzen für die Grasshoppers.

Beim Stand von 0:4 provozierten GC-Fans einen Spielabbruch. (Video: SRF, SDA, Leser-Reporter)

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Die Swiss Football League legt weiterhin ein gutes Tempo vor. Zwei Tage brauchte sie, um nach dem Spielabbruch in Luzern die ersten Stadionsperren gegen die Rädelsführer aus dem GC-Mob zu verhängen. Gestern gab sie nun die Strafe gegen die Grass­hoppers bekannt. Und die ist umfassend: 0:4-Forfaitniederlage, Busse von 30 000 Franken und zwei Stadionsperren.

«Solche Entscheide sind nie einfach», sagt Daniele Moro, der Präsident der zuständigen Disziplinarkommission der Liga. Dabei geht es weniger um die Wertung des Ergebnisses oder die Busse, sondern um die Massnahme, den Letzigrund bei zwei Spielen von GC für alle Zuschauer zu sperren. Doch Moro ist der Überzeugung: «Diese Sperre ist angemessen.»

Das hat für ihn damit zu tun, dass die GC-Chaoten Wiederholungstäter sind. Sie erzwangen bereits sieben Wochen zuvor in Sitten einen Spielabbruch, indem sie Pyros auf den Platz warfen. Moros Kommission verhängte damals eine bedingte Stadionsperre. Nach Luzern kam für sie nur noch eine drastische Strafe in Frage.

GC akzeptiert das Urteil vollumfänglich

GC verzichtet auf einen Einspruch gegen das Urteil. Das bedeutet, dass das Spiel nächsten Mittwoch gegen Sion, das letzte diese Saison im Letzigrund, und das erste Heimspiel in der Challenge League vor leeren Rängen stattfinden. «Wir wollen faire und sichere Fussballspiele in unseren Stadien», sagt Präsident Stephan Rietiker im Communiqué von GC, «Gewalt, Diskriminierung oder andere Behinderungen des Spielbetriebs sind aufs Schärfste zu verurteilen.» Echte Fans würden die Mannschaft auf friedliche Art unterstützen, alle anderen hätten bei den Spielen nichts zu suchen.

Der Verein hat wegen der Ausschreitungen vom letzten Sonntag Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Er verspricht, die Ermittler und die Liga bei der Identifikation der Täter zu unterstützen. Und er sucht das Gespräch mit dem Zürcher Stadtrat, der Polizei und der Liga, um Lösungen für das Gewaltproblem zu finden. Rietiker selbst setzt dabei auf eine Mischung aus Dialog und Repression, aber er betont auch: «Wir müssen aufhören, Seminare zu machen, Aktionen sind gefragt.»

Erstellt: 17.05.2019, 17:26 Uhr

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