GC kratzt das letzte Aufgebot zusammen

Der Absteiger will sich in der Challenge League künftig bescheiden geben. Dabei setzt er auf Personal, das bisher keinen Erfolg gehabt hat.

«Authentischer GC-Mann»: Verwaltungsrat Andras Gurovits. <i>(Bild: PD)</i>

«Authentischer GC-Mann»: Verwaltungsrat Andras Gurovits. (Bild: PD)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der alte Präsident ist bereits wieder vergessen. Im Communiqué, das die Grasshoppers am frühen Donnerstagabend verschicken, findet sich kein Wort mehr zu Stephan Rietiker. Und auch jetzt ist kein Wort zu lesen zum Rückzug der Berater Bernhard Heusler und Georg Heitz, die Ende ­April noch mit viel Brimborium eingeführt worden waren.

«Der Grasshopper-Club Zürich richtet sich neu aus», steht über der Mitteilung. Auf vielen Zeilen ist ganz viel die Rede davon, dass man bescheidener werden will und willensstark sein will und dass man glaubt, so wieder Sympathien gewinnen zu können.

13,6 Millionen Franken – das ist die Zahl, die im Zentrum steht für die kommende Saison. So viel haben die Aktionäre Stephan Anliker und Peter Stüber als Budget für die Challenge League verabschiedet. Das ist wesentlich weniger als in all den letzten erfolglosen Jahren in der Super League, 7, vielleicht 8 Millionen weniger. Jedenfalls ist es zu wenig für ­Rietiker, um seine Pläne umzusetzen, wie der sofortige Wiederaufstieg anzustreben wäre; zu wenig auch für Heusler und Heitz, dass sie noch das Gefühl hätten, länger gebraucht zu werden.

Trainerwechsel, Abstieg, Fan-Probleme: Die kurze Amtszeit von Stephan Rietiker bei GC hatte es in sich. (Video: Tamedia)

Ein Hoch auf Gurovits

«Das Budget ist für die Chal­lenge League absolut in Ordnung», sagt Andras Gurovits. Er ist der letzte Mohikaner im Verwaltungsrat, Vizepräsident ist sein Titel, und künftig ist er verantwortlich für die strategische Führung des Clubs. Natürlich sind 13,6 Millionen viel, und sie bedeuten, dass Anliker und ­Stüber weiterhin viele Millionen einschiessen müssen, um ein solches Budget überhaupt zu ­ermöglichen. Aber GC hat ein Problem: Es hat derart hohe Fixkosten, dass ein noch grösserer Schnitt fürs Erste offensichtlich nicht möglich ist.

Was darum bei der Planung der Zukunft zum Ausdruck kommt: Bei GC wird alles zusammengekratzt, was noch da ist. Gurovits, ein Anwalt, wird zum «authentischen GC-Mann» erklärt, weil er bei den B-Junioren «erfolgreich Fussball spielte» und noch heute aktives Mitglied der Rudersektion von GC ist.

Die sportliche Leitung übernimmt ein Ausschuss mit Uli Forte, Paul Bollendorff und Timo Jankowski, ergänzt durch Gurovits. Forte ist der Trainer, der von Rietiker einen fürstlich dotierten Vertrag bis 2021 erhielt und ­keines seiner bisherigen acht Spiele gewann.

Bollendorff ist ein früherer Spielervermittler, der bei GC als Chefscout einen Leistungsausweis hat wie der im März als Sportchef abservierte Mathias Walther. Der ist miserabel.

Jankowski schliesslich ist der Ausbildungschef, der auf die verwegene Idee kam, man könne doch Tomislav Stipic als Nachfolger von Thorsten Fink verpflichten. Die Nachhaltigkeit von Jankowskis Idee ist bekannt: ­Stipic musste nach fünf Spielen Forte Platz machen.

Rietiker wollte, auf Rat von Heitz, noch Sandro Burki zum Sportchef machen, er hätte auch gerne einen bezahlten Sportfachmann in den Verwaltungsrat geholt. Die Entwicklung zeigt: Qualität ist bei GC nicht mehr zwingend gefragt. Vor allem darf es keine neuen Kosten mehr geben.

Mit den alten Spielern

Wenigstens ein neuer CEO wird kommen. Manuel Huber will seinen Nachfolger, der noch nicht bestimmt ist, bis Mitte Juli einarbeiten. Dann scheidet er nach fünfeinhalb erfolglosen Jahren in dieser Funktion aus. Er tut das mit einer Abgangsentschädigung von 260'000 Franken.

Bleibt die Mannschaft. «Primär», so die Formulierung im Communiqué, will man mit den Spielern arbeiten, die schon da sind. Diese Spieler sind seit dem 25. November 2018 ohne Sieg.

Erstellt: 07.06.2019, 05:26 Uhr

Artikel zum Thema

Das sagt Trainer Forte zum GC-Knall

Uli Forte sieht keinen Grund, sich zurückzuziehen. Er glaubt, dass der Aufstieg auch mit weniger Geld möglich ist, wünscht sich aber Transfers. Mehr...

Der nächste GC-Eklat: Rietiker tritt zurück

Video Der Grasshopper Club richtet sich neu aus. Das bedeutet auch, dass Präsident Stephan Rietiker sein Amt niederlegt. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare