Bassersdorf

Gelingt auch der zweite Streich?

Bassersdorf ist in der vergangenen Saison überraschend von der 2. Liga in die 2. Liga interregional aufgestiegen. Nun warten schwierige Aufgaben auf die Unterländer. Heute Samstag beginnt die Meisterschaft.

Vier der sechs neuen Gesichter im Bassersdorfer Fanionteam. Von links Cristiano Teixeira, Assistenztrainer Antonio Cricri, Nikola Dordevic und Eliézer Mpoku. Heute Samstag beginnt für die vier die Saison in Wil.

Vier der sechs neuen Gesichter im Bassersdorfer Fanionteam. Von links Cristiano Teixeira, Assistenztrainer Antonio Cricri, Nikola Dordevic und Eliézer Mpoku. Heute Samstag beginnt für die vier die Saison in Wil. Bild: Francisco Carrascosa

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In der Spielzeit 2018/19 hiessen die Bassersdorfer Gegner Wallisellen, Brüttisellen-Dietlikon, Oerlikon/Polizei, Schwamendingen usw. In den kommenden Monaten treten die Unterländer gegen Chur 97, Bazenheid, Kreuzlingen, Lugano U21 usw. an. Die Reisen zu den Auswärtspartien werden für die Equipe von Trainer Gianni Lavigna länger, und die Qualität der Gegner ist höher.

Etwas Ähnliches hat der 1968 gegründete FC Bassersdorf bereits in der Saison 2007/08 erlebt. Damals stieg das Fanionteam unter dem Bassersdorfer Kulttrainer Marcel Tanner in die 2. Liga interregional auf. Nach diesem tollen Erfolg gab Tanner seinen Rücktritt. Seine ehemalige Mannschaft konnte sich dann nur gerade eine Saison lang in der 2. Liga interregional, der momentan fünfthöchsten Schweizer Spielklasse, halten.

Das soll jetzt beim zweiten Anlauf nicht passieren. Trainer Gianni Lavigna ist zwar kein Freund von Prognosen – aber einer von erfolgreicher Arbeit. 2011 führte er Räterschen in die 3. Liga, 2013 Wiesendangen in die 2. Liga regional und 2018 Oberwinterthur mit elf Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten ebenso in die 2. Liga regional. Ein Jahr später folgte der Coup in Bassersdorf.

Mit Spass zum Erfolg

Im Sommer 2018 sprach der damals neue Bassersdorfer Coach Lavigna nicht davon, aufsteigen zu wollen. «Wir wollen Spass haben und freuen uns auf die Aufgaben, die sich uns stellen», meinte der Teamverantwortliche vor der Saison. Auch vor der Rückrunde, als sein Team auf Tabellenführer Phönix Seen plötzlich nur noch drei Punkte Rückstand hatte, nahm der Trainer das Wort Aufstieg nicht in den Mund. «Wir wollen für Spannung sorgen», hielt er vielsagend fest. Mit taktischen Meisterleistungen, variablen Spielsystemen und vielen eindrücklichen Auftritten von Captain Severino Zambelli konnten die Unterländer dann Aufstiegsfavorit Phönix Seen aus Winterthur in der Tabelle noch überholen.

Was sind Gianni Lavignas Ziele in der stärkeren 2. Liga interregional? «Das Ziel muss sein, in jedem Spiel ein Tor mehr als der Gegner zu schiessen», antwortet er. Und legt sich auch diesmal nicht fest. Obwohl der FC Bassersdorf seine Spieler finanziell nicht entschädigt, was in der 2. Liga interregional nicht die Regel ist, ist der Trainer mit seinem Kader zufrieden. Auch mit seinen fünf Neuzuzügen Eliézer Mpoku (Red Star), Mathias Kleinheinz und Cristiano Teixeira (beide von Dübendorf), Blerton Dauti (Veltheim) und Nikola Dordevic (Schwamendingen). «Alle haben ihre Qualitäten und können sich positiv für das Team einbringen», erörtert der Trainer.

«Hab in Bassersdorf gelernt»

In seiner Aufstiegssaison in Bassersdorf hat sich Lavigna quasi selber weitergebildet. «In ‹Bassi› musste ich mich auf den offensiveren Fussball konzentrieren. Ich hab diesbezüglich viel gelernt.» In Räterschen, Wiesendangen, Oberwinterthur und Wädenswil, wo der Trainer von 2006 bis 2008 gewirkt hat, hat er primär auf eine starke Abwehr mit gefährlichen Kontern gesetzt. «Zu null spielen macht immer Spass. All’italiana 1982: Gentile, Cabrini, Scirea, Bergomi. Da bleibe ich forever un vero italiano», berichtet er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Weil sein Team nun aber die defensive und offensive Ausrichtung gut beherrscht, tritt es variabel auf.

23 Spieler umfasst sein Kader. «Die Trainingspräsenz in der vergangenen Saison war sehr gut», lobt er seine Akteure. Während der kommenden Vorrunde muss er weiter auf seinen Stürmer Marc Muff verzichten, der verletzungsbedingt schon in den Jahren zuvor immer wieder ausgefallen ist. «Schade, Marc hat so tolle Qualitäten», meint Gianni Lavigna dazu. Zudem laboriert Mathias Kleinheinz an einer Patellaentzündung. «Es wird wohl noch ein bisschen Zeit brauchen, bis er ganz fit wird», klärt der Trainer auf. Aufsteiger Bassersdorf geht als Abstiegskandidat in die 2.-Liga-interregional-Saison. Aber: Es könnte der Equipe innerhalb von zwölf Monaten auch der zweite Streich gelingen.

Erstellt: 09.08.2019, 21:34 Uhr

Infobox

Kader FC Bassersdorf

Trainer: Gianni Lavigna (geb 1972). – Torhüter: Christoph Stähli (85), Niklas Thüring (01). – Verteidigung: Martin Hruska (95), Lino Takeru (95), Mathias Kleinheinz (93/Dübendorf), Yves Oehri (87), Marco Schmid (92), Eren Ekli (01), Julien Barbey (94). – Mittelfeld: Simon Copat (91), Gino Zambelli (90), Loris Schumacher (97), Severino Zambelli (87), Agon Asani (01), Eliézer Mpoku (01/Red Star), Loris Da Silva (97), Christian Schweizer (89), Cristiano Teixeira (98/Dübendorf), Blerton Dauti (90/Veltheim). – Angriff: Gery Tsakmakidis (96), Leo Teixeira (99), Marc Muff (87), Fabio Carvalho (93), Nikola Dordevic (00/Schwamendingen). – Abgänge: Marc Tinner und Simon Bühler (beide Rücktritt), Simon Schaich (Greifensee), Michel Egli (Aadorf).

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