Mit Powerfussball dem kleinen GC ein neues Gesicht geben

Der Saisonstart im leeren Letzigrund ist ein Test für das, was diese Spielzeit ansteht.

«Ich komme nicht in die Challenge League», sagte Nassim Ben Khalifa, um seine Rückkehr nach Zürich zu erklären, «ich komme zu GC.»

«Ich komme nicht in die Challenge League», sagte Nassim Ben Khalifa, um seine Rückkehr nach Zürich zu erklären, «ich komme zu GC.» Bild: Keystone

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So war das nach 68 Jahren in der höchsten Liga nicht geplant. Ein Saisonauftakt in der Challenge League, gegen Aufsteiger Stade Lausanne-Ouchy, im leeren Letzigrund, weil wegen der verstörenden Vorfälle vom Mai in Luzern keine Zuschauer zugelassen sind. Es sind die Zeichen, dass es das grosse GC nicht mehr gibt. Das Spiel heute ist ein Test für das, was diese Saison ­ansteht. Der Club rechnet jedenfalls nicht mit mehr als durchschnittlich 2000 ­Zuschauern. Eine attraktive Bühne sieht anders aus.

«Ich komme nicht in die Challenge League», sagte Nassim Ben Khalifa, um seine Rückkehr nach Zürich zu erklären, «ich komme zu GC.» Uli Forte wusste: «Das ist der Mann für uns.» Trainer und Spieler brauchen ihren Club zwar nicht gleich kleiner zu machen, als er geworden ist, das nicht. Aber Ben Khalifas Worte klingen noch immer verdächtig nach dem Gefühl von einer Grösse, die GC nicht mehr ansteht.

Das Gehabe und Gerede, ­Rekordmeister zu sein, hat GC über die Jahre nicht gut getan. Der Club ist von den ehemaligen Verantwortlichen (Präsident, CEO, Sportchef, Trainer) in der vergangenen Saison demontiert worden. Wertvoller ist darum schon die Einsicht von Vizepräsident Andras Gurovits. Er redet viel von Bescheidenheit und Demut, um wieder zu gesunden.

Genug, um Lausanne und Aarau zu fordern

Gurovits ist nach Stephan Rietikers Flucht als einziger Verwaltungsrat übrig geblieben. Haudrauf Rietiker war ein Budget von 13,6 Millionen Franken nicht genug, um den sofortigen Wiederaufstieg anzustreben. Das sei «kein Crash-Budget», sagt dagegen Gurovits. Es reicht auf alle Fälle, um den Spielern 2,3 Millionen zu zahlen und einem grosszügig besetzten Trainerstab 1,8 Millionen. Es ist genug, um zumindest an der Tabellenspitze Lausanne und Aarau herausfordern zu können.

17 Spieler haben GC seit dem Abstieg verlassen: Lindner, Sigurjonsson, Ravet, Tarashaj, Ajeti, Djuricin und so weiter. Neu steht Mirko Salvi im Tor statt Lindner, Marko Basic soll die Abwehr führen, vielleicht zusammen mit Testspieler Senderos, Veroljub Salatic ist der Kopf der Gruppe und Ben Khalifa die wichtigste Kraft im Angriff. «Dieser Block muss tragen», formuliert es Forte. Er verspricht «Powerfussball» – damit es Punkte gibt und ­vielleicht doch noch ein paar Zuschauer mehr.

Erstellt: 19.07.2019, 23:06 Uhr

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