Muss Shaqiri nun mit Pfiffen rechnen?

Die Schweiz spielt in St. Gallen gegen Island. Doch das Nationalteam und das St. Galler Publikum – das war nicht immer eine Liebe.

Blickt zurück und vorwärts: Fabian Schär spricht über das WM-Aus, seinen verpassten Achtelfinal und St. Gallen als Gastgeber-Stadt. (Video: Tamedia)

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Wenige Minuten vor der Medienkonferenz der Schweizer Nationalmannschaft in St. Gallen sorgte eine Durchsage für Aufregung: «Liebe Stadionbesucher, verlassen Sie aus Sicherheitsgründen unverzüglich das Stadion.» Fragende Blicke, kurze Unruhe. Nur wenig später kam Entwarnung: Es war lediglich ein Test des Kybunpark-Betreibers.

Aufregung hatte es in den letzten Wochen rund um die Schweizer Nationalmannschaft genug gegeben. Doppeladler- und Doppelbürger-Diskussionen. Xherdan Shaqiri, der mit seinem Nachsatz, dass er sich bei den Leuten in den Bergen entschuldige, trotz solidarischem Auftritt der Mannschaft vor den Medien wieder provozierte. Ausgerechnet jetzt muss das Nationalteam nach St. Gallen. Da drängen sich zwei Fragen auf: Was für einen Empfang bereiten die Fans der Schweizer Nationalmannschaft und wie reagieren die Zuschauer, wenn die Partie nicht nach ihrem Gusto verläuft? Denn das Nationalteam und das St. Galler Publikum hatten in der Vergangenheit das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne.

Streller und Frei ausgepfiffen

Mai 2008: Die Schweiz testet vor der Heim-EM gegen Liechtenstein, sie gewinnt 3:0. Das Publikum in St. Gallen ist trotzdem unzufrieden und pfeift Marco Streller aus. Der FCB-Stürmer ist gekränkt und gibt den Rücktritt aus dem Nationalteam.

Zwei Jahre später sorgen die Zuschauer in St. Gallen erneut für Gesprächsstoff. Denn wieder wird ein Schweizer Fussballer in der Ostschweiz ausgepiffen. Dieses Mal trifft es mit Alex Frei den Captain und Rekordtorschützen der Nationalmannschaft. Drei Wochen später gibt er den Rücktritt aus dem Team bekannt, mit ihm sein Kumpel Marco Streller – dieses Mal endgültig.

Die Vorfreude obwiegt

«Wir Spieler sind sehr gerne hier», sagt Fabian Schär am Freitagnachmittag kurz vor dem Abschlusstraining im Kybunpark. «Es gab einige Vorfälle in der Vergangenheit, aber wir hoffen, dass es am Samstag oder überhaupt in der Zukunft keine mehr geben wird.»

Die Mannschaft sei immer positiv aufgenommen worden in St. Gallen. Und das sagt Schär nicht, weil er in Wil (SG) zu Hause ist. Der bei Newcastle in der Premier League engagierte Profi ist sicher, dass seine Teamkollegen in der Region herzlich aufgenommen werden. «In den letzten Jahren war immer alles positiv. Wir freuen uns auf das Spiel am Samstag.»

Nur einmal in St. Gallen verloren

Sportlich gesehen kann gegen Island eigentlich nichts schiefgehen. Betrachtet man die Bilanz der Nati im neuen FCSG-Stadion, fällt diese hervorragend aus. Seit 2008 fanden neun Länderspiele in der Olma-Stadt statt. Von denen haben die Schweizer sechs gewonnen, spielten zweimal unentschieden und verloren lediglich einmal.

«Wir haben – auch mit den neuen jungen Spielern – neue Impulse gesetzt und freuen uns, dass es wieder um etwas geht. Für die Mannschaft ist es nach dem Ausscheiden an der WM wichtig, positiv zu starten, dass wir positiven Schwung holen und zeigen, was wir draufhaben», sagt Schär. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.09.2018, 19:22 Uhr

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