So wollen die Grasshoppers sieben Millionen sparen

Massiv tiefere Löhne für die Fussballer. Und auch sonst soll überall gespart werden. Trotzdem hofft Trainer Uli Forte, die besten Spieler halten zu können.

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Die Zahlen und GC, das ist ein schwieriges Kapitel.

Sie hatten in den vergangenen Saisons Ausgaben von etwa 20 Millionen Franken – offiziell. Es konnten aber auch einmal 28 Millionen sein.

Sie nahmen pro Jahr zehn bis zwölf Millionen ein, vielleicht waren es manchmal aber auch acht.

Die erste Mannschaft soll nicht teurer gewesen sein als sechs bis sieben Millionen Franken, den jüngsten Angaben zufolge kostete sie aber wohl doch eher zehn.

Die Hauptaktionäre schossen pro Saison acht Millionen ein, um das Defizit zu decken. Vielleicht waren es aber auch mal zwölf.

So geht das schon seit Jahren. Doch nun soll damit Schluss sein. Der Rekordmeister hat sein Budget nach dem Abstieg von 20 auf 13,6 Millionen Franken reduziert. ­Allein bei den Personalkosten – und damit vor allem bei den Spielerlöhnen – will GC fünf Millionen sparen. Über zwei Millionen sollen es bei den übrigen Betriebskosten sein, die der Club von 6,3 auf 4,1 Millionen reduzieren will.

«13,6 Millionen Franken – das ist kein Crash-Budget»

Es hilft dem Rekordmeister massiv, dass er in den vergangenen ­Monaten und Jahren wenigstens in einem Bereich klug verhandelt hat. Die Vertragsklauseln praktisch ­aller Spieler sehen für die ­Challenge League Lohnreduktionen von bis zu 50 Prozent vor.

Nach dem Rücktritt von Kurzzeit-Präsident Stephan Rietiker am Mittwoch führt jetzt Vizepräsident András Gurovits den Club. Rietiker stieg aus, weil ihm nicht wie einst versprochen auch in der zweithöchsten Liga 20 Millionen Franken zur Verfügung stehen, und GC nicht mehr beste finanzielle Voraussetzungen für den sofortigen Wiederaufstieg hat. Gurovits hingegen findet: «13,6 Millionen Franken – das ist kein Crash-Budget.»

GC hat hohe Fixkosten, auch nach dem Schnitt. Die Miete für den Campus kostet 1,5 Millionen jährlich. Die Nachwuchsabteilung wird mit rund 3 Millionen teuer bleiben, weil sich der Club ein vom Verband anerkanntes Leistungszentrum leisten will. Die Administration kostet, die Stadionmiete, die Sicherheit. Deshalb will Gurovits weiter optimieren und sparen, wo es nur geht. Ausserdem hat er von den Hauptaktionären Stephan Anliker und Peter Stüber den Auftrag erhalten, mindestens noch einen Spieler zu verkaufen. Mit Spielbetrieb und Sponsoring wird GC in der zweithöchsten Liga kaum mehr als sechs Millionen Franken erwirtschaften. Das Defizit müssen Anliker und Stüber übernehmen.

Für die 1. Mannschaft stehen in der Challenge League inklusive Trainer und Staff rund 5 bis 6 Millionen Franken zur Verfügung. «Das ist noch immer eine stattliche Summe, die höher ist als das Gesamtbudget vieler Vereine in der Challenge League», sagt Gurovits, «das ist auch eine Botschaft an unsere Fans.» Er glaubt, dass GC damit zu den Top 3 der Liga gehört – zusammen mit Lausanne und Aarau.

Glauben die jungen Spieler, was Forte ihnen erzählt?

30 Profis hat GC derzeit unter Vertrag. Es werden bald weniger sein. Am Mittwoch beginnt das Training. Uli Forte möchte zehn bis zwölf Spieler verabschieden, um Platz zu schaffen für ein paar Zuzüge. 23 Spieler sollen letztlich im Kader sein. Seine Mannschaft aufbauen möchte der Trainer um Spieler wie Nathan oder Marko Basic. Aber auch um junge Talente wie Nedim Bajrami (20), Petar Pusic (20), Mersim Asllani (20), Allan Arigoni (20) oder Djibril Diani (21). Ob sie alle zu halten sind?

GC ist bereit, Verträge neu zu verhandeln. Und Forte will den Spielern erklären, dass die Challenge League für sie eine Chance ist, zu Führungsspielern zu reifen. Er hat das als Coach des FCZ bei Spielern wie Kevin Rüegg oder Cédric Brunner schon erlebt.

Erstellt: 08.06.2019, 23:42 Uhr

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